Ein Flachlandläufer in der Eifel

„Ohne Monschau geht hier keiner raus!“ waren die Worte, die mir eine freundlich lächelnde Frau sehr überzeugend darlegte, als ich im April eigentlich nur meine Startunterlagen für den Düsseldorf Marathon abholen wollte. Monschau, Eifel, das ist schon recht bergig dort, könnte schwer werden für mich alten Flachlandläufer. Aber diese Gedanken kamen mir überhaupt nicht in den Sinn, beziehungsweise die waren zwar da, aber ich wurde fix in ein nettes Gespräch verstrickt und plötzlich hatte ich diesen charmanten Flyer nebst Zeitung zum 40. Monschau Marathon in der Hand.
Ihr erinnert euch vielleicht, das war zu der Zeit als ich grade meine üblen Knieschmerzen bewältigt hatte und den Düsseldorf Marathon „einfach nur laufen“ wollte, mit der Option, jederzeit auszusteigen (dazu kam es ja zum Glück nicht).
Und jetzt also einfach mal zur Abwechslung eine dezent herausfordende Strecke durch die Eifel laufen? Manchmal tickt man als Läufer scheinbar nicht ganz richtig.
Abends war ich angemeldet.

Die Vorbereitungen dafür waren nicht ganz einfach, Düsseldorf hat leider keine anständigem Berge zu bieten. Der nächste „Hügel“ ist im Grafenberger/Aaper Wald mit sagenhaften 60 Meter Anstieg. Da bin ich also die letzten Wochen immer wieder hoch und runtergetobt, in der Hoffnung dass es reicht. Mit superdisziplinierter Vorbereitung hab ichs ja nicht so, diesmal musste aber irgendein Plan durchgezogen werden. Ich wollte möglichst viel und möglichst oft durch den Aaper Wald laufen und dabei einmal die Woche eine fiese Strecke mit etwa 500HM und mindestens 2,5 Stunden durchzuziehen. Das ganze dann auch noch mit einer Durchnittspace von 5:00. Also einfach mal dem Körper mehr abfordern als gewohnt. Soweit so gut, ich habs durchgezogen, mehr war nicht zu machen.

Monschau-Konzen, Marathon Tag, 14.08.2016
Perfektes Laufwetter, irgendwas um 12°C, Sonne, leichte Wolken, und ich aufgeregt bis unter die Haarspitzen.
Die Veranstaltung selbst kann man überhaupt nicht genug loben, das Orga-Team macht echt alles richtig. Die Versorgung aller Beteiligten ist vorbildlich, es herrscht grundsätzlich eine sehr freundliche angenehme Athmosphäre, sogar der Start ging ohne Gedränge über die Bühne. Neben einem fetten Rahmenprogramm werden diverse verschiedene Läufe über vier Tage geboten, seit 5 Jahren ist nun sogar ein Ultramarathon über 56km dabei.
In Konzen und den Nachbargemeinden scheint irgendwie jeder mitzumachen, unglaublich, wenn man mitten im Grünen plötzlich auf Menschen-Ansammlungen trifft, die einen anfeuern. Oder wenn zusätzliche private Verpflegungspunkte aufgebaut werden. Ich war wirklich schwer begeistert, und bin es noch.
Das Höhenprofil der Strecke ruft irgendwas um 750 Meter auf, das mag für euch Trailläufer ein Witz sein, für mich ist das eine ziemliche Herausforderung. Ab Start geht es erstmal nur runter, etwa 7,5 Kilometer. Danach wirds ernst. Die erste 21 Kilometer gingen aber ehrlich gesagt recht gut, die berüchtigte Steigung ab Holderbachtal war ok für mich, ich hatte Schlimmeres befürchtet. Oder auch: ein grosser Fehler die HM Distanz so schnell zu laufen, das sollte sich später bitter rächen. Ab Brather Hof (21km) heißt es offiziell „der schwierigste Teil ist überstanden und wer die Kräfte gut eingeteilt hat wird die 2. Hälfte eine kürzere Zeit laufen“. Genau, wer die Kräfte gut eingeteilt hat. Hatte ich nur in Maßen. Aber noch ging es, bis zur für mich gemeinsten Steigung bei km35 nach Leyloch. Die Rache des schnellen erstes Teils folgte. Plötzlich war ganz übel die Luft raus, ich musste eine Gehpause einlegen und bin 5 Minuten mit zwei netten Ultras die Steigung hochmarschiert. Anhöhe erreicht, Zähne zusammenbeissen, gute Wünsche von den Ultras bekommen und weiter gings.

Meine Stimmung war zwar trotzdem die ganze Zeit über super, kein Wunder bei der tollen landschaftlichen Strecke, aber die Waden wurden ab km38 sehr schwer, also alles langsamer angehen. Die letzten paar Kilometer sind dann nochmal wirklich gemein, da kommt dann plötzlich allen ernstes noch ein kurzes Stück Steigung. Mit Rennen war nix mehr, ich bin hochgeschlurft. Nicht schlimm, alle anderen auch.
Und endlich kam er in Sicht: Der Konzener Kirchturm! Jetzt los und im Tribünenschritt durchs Ziel! 700 Meter vorm Ziel: Wadenkrampf! Das war so absurd dass ich laut lachen musste, was wiederum schnell zur Entspannung führte und ich schließlich doch relativ locker durchs Ziel gelaufen bin. Die Waden waren zwar beleidigt, aber es ist auch anschliessend nichts mehr passiert. Viel trinken, viel essen, wie gesagt, im Zieleinlauf war reichlich Verpflegung vorhanden. Ich hätte mich also doch noch etwas mehr im Aaper Wald quälen müssen.
Meine Zielzeit netto: 3:55:17 Stunden. Damit bin ich mehr als hochzufrieden, wusste ja nicht genau was mich erwartet und hab mit irgendwas satt über vier Stunden gerechnet.
Alles in allem wirklich ein ganz wunderbarer Lauf, mit schöner Strecke und perfekter Organisation.
Monschau: ich komme wieder.
Gelaufen bin ich wieder mit den Altra One, war eine sehr gute Wahl, die stecken alles weg was die sehr abwechslungsreiche Strecke zu bieten hat.

 

Entspannt an den Start

Alle Voraussetzungen für meine diesjährige Teilnahme am Düsseldorf Marathon standen auf schlecht bis unmöglich.
Die Entzündung im Knie, die daraus entstandene Zwangspause, fehlende lange Läufe, fehlende Kondition. Innerhalb von vier Wochen, nach drei Wochen komplett aussetzen, wieder für die Marathondistanz fit zu sein … das ist ambitioniert oder bescheuert.
Die Entzündung hatte sich zum Glück schnell gebessert, bzw. eine Woche vor dem Marathon war die tatsächlich völlig weg, deshalb auch die für mich durchaus coole Zeit beim Brückenlauf.
Also war mein Marathon-Plan: egal, ich hab ja bezahlt, alles ist vor der Tür, ich kann jederzeit aussteigen und einfach nach Hause gehen, was spricht eigentlich dagegen, entspannt an den Start zu gehen und solange Spaß haben wie es eben möglich ist? Richtig, nix.
Und genau das hab ich dann gemacht.
Der April hat uns heute dann mal so richtig gezeigt was er drauf hat, angefangen mit erbärmlichen 2°C beim Start, über einen ständigen Wechsel zwischen Graupelschauer und knallige Sonne während des Laufs und ordentlichen Böen. Trotzdem waren die Bedingungen dann doch wieder irgendwie fast ideal. Graupel stört ja nicht wirklich und tiefe Temperaturen (es hat sich dann so bei 4°C eingependelt) sind mir auch ganz recht, die Böen haben sich sogar spontan gelegt. Also keine Wettermeckereien.
Ich hatte lange überlegt, was ich an die Füsse ziehen soll, hab mich dann für die eher neuen Altra One 2.5 entschieden, einfach um mich nicht unnötig auf der Asphaltstrecke zu malträtieren. Und das war eine verdammt gute Entscheidung, ich werde diese Schuhe später mal hier im Blog abfeiern.
Mir war im Vorfeld schon klar, dass ich die Halbmarathon Distanz locker durchlaufen kann, auch bis 30km sollte alles bei moderatem Tempo locker machbar sein. Da ich eh für die „bis 3:45:00“-Gruppe gemeldet war, bin ich halt auch so gelaufen, immer schön eine 5:15er Pace sollte es sein.
Ab Halbmarathonpunkt hab ich dann angezogen auf 5:00 und mich gewundert wie gut es läuft. Ab 30km wäre eigentlich Tempo 5:18 angesagt, aber der Plan war ja Spaß zu haben und auszusteigen wenn die Ausdauer weg ist. Noch lief es allerdings völlig leicht und super, also spontan weiter mit 5:05, das Tempo fühlte sich einfach gut an.
Und damit bin ich dann die nächsten Kilometer bis ins Ziel gelaufen. Einfach so. Kein Hammermann, kein Schwächeanfall, keine Knieschmerzen, nix.
Zielzeit 3:40:43, also sogar noch ein paar Minuten besser als im Vorjahr.
Dass ich grade stolz und enorm glücklich bin ist wohl klar.
Bin ich 🙂
Aber mir geistert jetzt auch im Kopf rum: wie war das möglich?
Der Hauptgrund dürfte wirklich sein: einfach entspannt sein und die Party geniessen (und Düsseldorf feiert wirklich ordentlich an der Strecke!). Dazu noch die zuverlässige „mentale Versorgung“ der Liebsten, das bringt einen schon voran.
Zweiter guter Grund, ich kannte die Strecke und war mir über die paar eventuell schwierigen Abschnitte im Klaren. Da kam also null Frust hoch.
Und zu guter letzt: offenbar hab ich völlig unterschätzt dass eine dreiwöchige Pause nicht die vorangegangenen Monate völlig zunichte macht. Mir fehlten zwar rechnerisch ein paar lange Läufe laut Marathonplan, aber bin ja die Monate vorher ständig auf echt langen Läufen unterwegs gewesen. Der Körper hat sich also mehr gemerkt, als der Kopf. Aber der Kopf war diesmal entspannt. Offenbar eine wirklich gute Mischung.
Und schon hab ich einen Plan für die kommenden Marathons.

Ein Mann, ein Kreuz

Nein, ich habs nicht im Kreuz. Jeder Finisher des Martinslaufs in Düsseldorf bekommt ein Weckmann und der wurde mir heute mit genau diesem Spruch überreicht (plus das „hab-ich-bekommen-Kreuz“ auf der Startnummer).

Wer sich im November für einen Lauf anmeldet, kann fürchterlich Pech mit dem Wetter haben, oder eben großartiges Glück. Und was soll ich sagen, 16°C sind vielleicht nicht normal für den 8. November, aber für einen Halbmarathon eine tolle Steilvorlage. Shorts und leichtes Shirt waren angesagt, als Schuhwerk hab ich die New Balance MT gewählt, die Ankündigung des Veranstalters „es wird überwiegend auf Waldboden gelaufen“ hat mich nach dem Regen der letzten zwei Tage nicht weiter über Alternativen nachdenken lassen. Ausserdem hab ich einfach kein bock mehr auf Schuhdomino, es soll leicht und direkt sein, ich möchte Spaß haben.
Der Martinslauf wurde bis vor wenigen Jahren immer im Grafenberger Wald ausgetragen (bestimmt spannend, ich war leider nie dabei), aber nun das zweite mal in Folge am anderen Ende der Stadt, am Unterbacher See. Also so ähnlich wie der HM im Frühjahr, aber eine andere Strecke. Besser wie ich fand.
Offiziell waren 1200 Starter gemeldet, mehr geht nicht, gibt die Strecke (besonders im Startbereich) nicht her. Das war dann nach dem Startschuss auch wirklich ein derbes Gedrängel, und ich hab auch noch nie so viele blöde Pöbeleien gehört. Aber egal, ich finds unsportlich und einfach doof, hab mir aber auch nur gedacht „dich hol ich doch eh wieder ein“. War dann auch so, die Pöbler hatte ich nach etwa 8 Kilometer alle hinter mir. Nicht dass ein falscher Eindruck aufkommt, das war wirklich der einzige Minuspunkt für die Veranstaltung (und hat nix mit dem Veranstalter zu tun), alles andere war top,1A, superklasse organisiert, freundlich und ein wirklich grosser Spaß. Und das alles bei diesem wirklich schönen Wetter.

Beim Start hatte ich noch gedacht, viel zuviele Menschen, ok, dann laufe ich eben gemütlich meine üblichen 1:40 Stunden. Nach 2 Kilometern war allerdings die Strecke sehr frei und mein Tacho zeigte plötzlich konstant eine Pace von 4:35. Kurz nachgerechnet und entschieden: heute geht was, hau rein. Bis Kilometer 12 hab ich das mit den 4:35 durchgezogen, danach dann etwas angezogen und mich einfach nur gewundert wie gut es läuft. Die Getränkestationen wurden mal wieder ausgelassen (naja ok, fast, einmal kurz den Mund gespült) und ab Kilometer 18 konnte ich nicht anders, hab „Vollgas“ gegeben und bin dann mit richtig guter Laune durchs Ziel gelaufen. Mit dem Wissen, es wäre tatsächlich noch mehr gegangen. Aber was solls, ich hatte so ein riesen Spaß durch diese wunderschöne Herbststimmung zu laufen und wollte mir das nicht ruinieren durch verbissenen Ehrgeiz.
Ein perfekter Lauf-Tag.
Auf der Urkunde steht: Platz 69 (18ter in meiner AK) mit netto 1:34:44.

Hitzelauf in Himmelgeist

Am bisher heißesten Tag des Jahres einen Halbmarathon laufen? Ganz schön bescheuert könnte man meinen. Ganz so schlimm war’s dann zum Gück nicht, aber auch nur dank der vorzüglichen Organisation des LG-Himmelgeist und der vielen Helfer die eine zuverlässige Wasserversorgung sichergestellt haben.
Der Himmelgeister Halbmarathon ist an sich schon eine sympathische Veranstaltung, alles familiär-professionell, freundlich und unkompliziert. Hier gehts ganz klar nicht ums Geld verdienen, sondern um den Spaß am Laufen. Und auch die Bewohner des kleinen Himmelgeist (im Süden von Düsseldorf) haben offensichtlich grossen Spaß an der Veranstaltung. Da fallen plötzlich knappe tausend Menschen mit Laufschuhen über das Dorf her, aber alle bleiben sehr cool und freundlich. Und abgesehen von anfeuernden Grüppchen, haben viele Anwohner während des Laufs sogar mit Wasserduschen an der Strecke für Abkühlung gesorgt.
Zum Start um 8 Uhr hatten wir knappe 28°C. Zuerst musste noch ein Linienbus durchgelassen werden (inklusive Applaus), dann gings los. Die Strassen sind für die Veranstaltung nicht wirklich gesperrt, aber alle Verkehrsteilnehmer nehmen vorbildlich und geduldig Rücksicht.
Die Strecke geht raus aus Himmelgeist, am Rhein lang, nach ca. 4km über die Fleherbrücke auf die andere Rheinseite, schattig wieder am Rhein entlang bis zur Südbrücke (nach etwa 12km), drüber auf die andere Seite und zurück am Rhein nach Himmelgeist. Wegen der Hitze hatten vorsichtige Läufer bereits an der Fleherbrücke die Gelegenheit umzukehren und eine 11,5km Strecke zu finishen. Wieviel das dann genau waren, weiß ich nicht, rein rechnerisch so ca. 30. Wurde also wahrgenommen und war damit eine durchaus sinnvolle kurzfristige Anpassung.
Ganze neun Verpflegungspunkte gibt es, das ist vorbildlich, grade bei so einem Wetter. Etwa 7 Kilometer gings durch die pralle Sonne, nachdem die Temperaturen bereits geklettert waren. Der gleichmäßige und noch angenehme Wind hat zumindest etwas für Kühlung gesorgt. Nach dem üblichen Startfeld-Gedränge hatte sich das Feld übrigens recht schnell aufgelöst, ich bin auf dem Rückweg weite Strecken fast alleine gelaufen. Das ist eins der (vielen) schönen Dinge bei diesen „kleinen“ aber feinen Veranstaltungen: limitierte Teilnehmerzahl im übersichtlichen Bereich (ca. 800). Selbst im Ziel hatte ich keinen „Sparringpartner“ für ein kleines Schlussduell und bin dann entspannt alleine über die Linie getrabt.
Meine Zielzeit: 1:41:36 (4:49 Pace), Platz 62 in der Herrenwertung, 10 in meiner Altersklasse, völlig ok für mich unter den Bedingungen (waren es 32°C im Zielbereich?).
Für die Lauf-Nerds: ich hab weder Gel noch sonstwas Zuckeriges während des Laufs zu mir genommen und nichts getrunken. Nur an jedem VP den Mund ausgespült und den Rest über den Kopf geschüttet. Und einen stets feuchten Schwamm dabei gehabt, der war Gold wert! Also einfach den Kopf/Körper kühl gehalten und kein Blubberbauch gehabt. Top. An den Füssen hatte ich wieder die geliebten Inov-8 Road-X-Treme 138.
Image/photo

Handfest war übrigens die Duschmöglichkeit nach dem Lauf: Ein Wasserschlauch an einem Trecker!! 🙂
Und wisst ihr was? Danke dafür! Ich hätte überhaupt keine Lust gehabt unter eine normale Dusche in einem evtl. auch noch stickigem Zelt zu gehen. Die Treckerdusche war dagegen eine Wohltat und es sind zudem noch lustige Gespräche zustande gekommen.
Treckerdusche

Fazit:
Ich hatte ganz einfach einen wirklich tollen Vormittag und bin froh endlich mal diesen schönen Halbmarathon mitgelaufen zu sein. Zumal dieser „Hitzelauf“ ein wunderbares Kontrastprogramm zum nicht minder schönen aber arschkalten und sturmgepeitschten Egmond Halbmarathon im Januar war.

Das erste mal 42195 Meter

Nach 16 Wochen gründlicher Vorbereitung, ging es heute mit Startnummer 1890 zum Metro Group Marathon hier in Düsseldorf. Ich bin mittlerweile zwar schon viele sehr lange Strecken gelaufen, aber dies war mein erster echter Marathon.
Einen ausführlichen Laufbericht erspare ich euch mal … da sind halt etwas mehr als 42 Kilometer zu laufen und von jedem Kilometer was zu erzählen gibts eh nicht.
Der Düsseldorfer Marathon geht kreuz und quer durch die Stadt, ist bis auf ein paar Brücken recht flach und damit ideal für das erste mal.
Also in kurz: Wetter top (13°C, bedeckt), Stimmung super, sowohl bei mir als auch bei den Zuschauern.
Nach 5km hatte ich mein Feld gefunden, die Halbmarathondistanz wurde nach 1:45:20 mit einem Lächeln abgehakt, die ersten 35 km gingen tatsächlich wie geplant sehr entspannt über die Bühne, danach wurde es allerdings anstrengend bis teilweise sogar unwitzig. Ich hab mir bei km36 eine kleine Gehpause gegönnt, eigentlich nur um mal in Ruhe eine größere Menge Wasser runterzustürzen, wurde aber direkt von einem Tim (danke nochmal dafür!!) motiviert schnell weiterzulaufen, hab ich dann auch gemacht und mich einfach für eine Weile an Tim drangehängt. Dann gings aber bald nach Plan weiter, der Kollege war doch etwas schneller als ich.
Was für einen Plan hatte ich? Zielzeit 3:45:00. Als Hilfe für die Strecke hab ich mir einen Ausdruck vom Greif Marathon Taktik Rechner mitgenommen und mich streng daran gehalten. Die letzten 5 Kilometer haben mich gefordert, so richtig. Da ich diese Gel-Packs echt hasse, kam die erste Tüte erst bei km33 zum Einsatz, bei km37 dann noch eine, weil ich wirklich etwas arg am schwächeln war. Dachte mir das hilft, aber ein merkbarer Effekt war da nicht. Also Zähne zusammenbeissen und weiter, ich wusste dass dieser Moment kommt und hab mich davon nicht verrückt machen lassen. Die letzten 1,5 Kilometer ging es dann wieder richtig gut, die Zuschauer haben angefeuert, mein Körper hat noch irgendwo Adrenalin hergeholt, das Ziel kam in Sicht und siehe da: es war sogar noch Luft für einen anständigen Sprint. Alles Kopfsache also vorher mit dem Schwächeln? Wie auch immer, ich bin mit 3:44:20 netto durchs Ziel und hab damit meine Wunschzeit sogar noch ein paar Sekunden unterboten.
Mein Plan ist damit fast punktgenau aufgegangen.
Ich bin ganz einfach rundum superzufrieden.

Platz:    814 (2650)
Platz (AK:M45)    153
Brutto:    03:45:14
Netto:    03:44:20
10km:    00:50:00
Halbmarathon:    01:45:20
30km:    02:31:55