MFK 3# re.

Der etwas kryptische Titel "MFK 3# re." steht für: Fraktur dritter Mittelfußknochen rechts.
Ermüdungsbruch sagt der Fachmann. Und ich musste mich dafür nicht mal bemühen, einfach nur laufen, sogar eher langsam. Meine abendliche Runde, gewohnt routiniert. Bei km4 schlich sich langsam ein leichter dumpfer Schmerz in den Fuß. Einfach den Schmerz weglaufen ist ja immer eine gute Idee. Einfach mal anhalten aber auch, wenn es immer schlimmer wird. Es wurde einige Minutenbruchteile später so schlimm, dass Laufen nicht mehr möglich war. Also mit anhaltenden Schmerzen die ca. 4,5km zurückgehumpelt und erstmal die PECH Regel befolgt.
Was eigene Gebrechen betrifft bin ich entweder bei totaler Ignoranz oder extremer Vernunft. "Wird schon nicht so schlimm sein" ist als ewiger Optimist fast immer mein erster Gedanke (und oft stimmt der auch).
Die Vernunft mal einen Arzt zu konsultieren (ich mag keine Arztbesuche) trat diesmal sehr spät ein. Freitag abend der abgebrochene Lauf, Samstag noch mit Kühlung und Salbe rumexperimentiert ("ist bestimmt nur die Sehne…"), brauchte es schließlich den Sonntagmorgen um mich endlich in die Notfallambulanz des nahe gelegenen Krankenhauses chauffieren zu lassen.
Der diensthabene Arzt drückte ein wenig auf der Schwellung herum, schickte mich zum Röntgen, fällte anschließend das vernichtende Urteil anhand des Röntgenbilds: "Sehen Sie? Da ist der Bruch" und schrieb MFK 3# re. auf den Diagnosezettel.
Mit einer Packung Ibuprofen zur Sicherheit (brauchte ich zum Glück nicht), einer Orthese (mit dem schönen Namen Vacopedes) am verletzten Fuß und dem Hinweis einen niedergelassenen Orthopäden für die weitere Behandlung aufzusuchen, wurde ich dann wieder entlassen.
Die gute Nachricht: der Knochen ist tatsächlich nur angeknackt, nicht durch. Das wars aber auch mit den guten Nachrichten.
Statt in Fivefingers über die Strassen zu fliegen, trage ich jetzt einen klobigen orthopädischen Stützschuh. Statt mich auf den Frankfurt Marathon vorzubreiten (sorry Wolfgang!), sitze ich auf dem Sofa; statt die schönen Sommertage laufend am Rheinufer oder im Wald zu geniessen, hänge ich zuhause rum.
Das alles ist jetzt eben so wie es ist, ich bemühe mich nicht frustriert zu sein und verlasse mich auf eine schnelle Heilung, aber gute Laune ist anders.
Wieso kam es überhaupt zu diesem Maleur? Das kann ich nur vermuten. Der Arzt meinte da soll ich mir keine Gedanken drum machen, sowas kann passieren und kommt zum Beispiel auch gerne bei Leistungssportlern vor. Ob es vom exessive minimalen Laufe kommen könnte? Auch das wurde verneint, dann hätte der Fuß den Marathon nicht überlebt. Eigentlich komme sowas nur bei vorübergehenden Fehlbelastungen vor, untypisch sei der dritte Knochen, oft bricht der fünfte.
Tatsache ist, mein rechter großer Zeh hatte einige Tage zuvor mal wieder einen Türrahmen touchiert und schmerzte entsprechend. Ich war anschließend drei Tage auf einer Messe unterwegs (ohne abendlichen Laufen), mit sehr viel Latscherei und hab dort den Fuß, wegen Großzeh, permanent eher unbewusst in Schonhaltung bewegt. Einen Tag nach der Messe dann der Bruch, das könnte also passen.
Nun harre ich also der Dinge, habe alle Wunschtermine und Ambitionen für dieses Jahr abgehakt und sehe zu dass der Fuß schnell wieder einsatzfähig ist. Dieses zweite halbe Jahr ist irgendwie nicht so richtig gelungen … Also werden Pläne für nächstes Jahr gemacht. Und Ziele gesteckt. Wäre doch gelacht!

Langsam aber sicher

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Heute gab es endlich Regen. Nicht nur das, sondern den ganzen Tag über kamen schöne dicke Schauer runter, mit Gewitter und (erwartungsgemäß) anschließende Schwüle. Die hohe Luftfeuchtigkeit hat allerdings mehr reingehauen als gedacht. Meine ersten 5 Kilometer waren schweißgetränkt und von schnellem Tempo möchte ich gar nicht reden, das war schlicht nicht vorhanden. Zum Glück kam dann Stück für Stück etwas frischer Wind auf, ich musste einfach nur aus dem Stadtgebiet raus. Und dann kam er, der Moment, der Startschuss für endlich mal wieder zügiges flottes Laufen wie ich es mag! Noch eine Extrarunde über den Messeparkplatz (klingt doof, aber da läuft es sich wunderbar), schnell durch die Felder, rauf auf den zuerst noch menschenleeren Rheindeich, der Wind schräg von der Seite und mit viel Freude aufs Gaspedal drücken. Endlich mal wieder ohne Hitzebremse mit einer 4:20er Pace am Rheinufer entlang preschen, durch Pfützen rennen, Jogger überholen, Radfahrer ärgern, Hundehalter (ungewollt) erschrecken, die knappen 10 Kilometer als Rennstrecke ausnutzen (Fotopause war nicht drin, der Schnappschuss über die Schulter ist dafür aber erschreckend gut geworden).
Das hatte ich echt vermisst, zuerst durch die Zipperlein, dann kam die Hitzewelle, aber jetzt endlich kann ich wieder wie ich möchte. Geduld haben klappt immer noch bei mir, zahlt sich immer aus.
Auf den Rheinwiesen angekommen, wird man leider fast immer etwas ausgebremst, da wird gejoggt was das Zeug hält, Schweißflecken entdecke ich nur selten auf den teuren Klamotten, "Accessoires" zeigen, sehen und gesehen werden ist da am wichtigsten (ich nenne es Schaulaufen), nur schnell weg, unterm Freilichtkino durch den Tunnel traben, anschließend die Schuhe aus und die letzten 5 Kilometer barfuß nach Hause rennen, sogar schneller als mit Schuhen. So mag ich das.
Langsam kehrt also meine Kondition zurück, ihr ahnt gar nicht (naja, ok, vielleicht doch) wie verdammt froh ich darüber bin! 🙂

Gemütlich der Hitze trotzen

Trotz der aussergewöhnlich hohen Temperaturen der letzten Zeit versuche ich dran zu bleiben, langsamer zwar und auch eher spät abends, aber irgendwie kommen dann doch immer 15-20km zusammen. Gestern mal eine Ausnahme, keine Laufrunde, da war statt dessen Mondfinsternis gucken mit Freunden angesagt. Der Himmel war relativ klar, wir konnten den tiefroten Mond bestaunen, die ISS wurde im Vorbeiflug entdeckt, Mars, Saturn und Jupiter strahlen noch dazu, das war ein echt toller "Sternenabend" bei immer noch 30°C um Mitternacht. Und wir waren beileibe nicht allein, die halbe Nachbarschaft hatte es sich mit Decken (und Pizza und Getränken) auf der vertrockneten Wiese gemütlich gemacht, fand ich klasse, gabs hier noch nie so.
Heute abend dann wieder runter zum Rhein, eine sehr gemütliche 20km Runde, aber es waren auch "nur noch" 28°C, kein Vergleich zu den Tagen zuvor.
Der Rhein-Wasserstand sinkt langsam immer weiter, Schiffe fahren allerdings noch. Düsseldorf hat heute, ausser kurz in der Früh, übrigens weder Gewitter noch weiteren Regen abbekommen, dabei hat es wohl im Rheinland teilweise ganz ordentlich gekracht. Die Zuckerrüben sehen mittlerweile erbärmlich aus und Weiden/Wiesen bestehen jetzt nur noch aus brauner Farbe, die Bäume schmeissen teilweise Laub ab, ein ergiebiger Sommerregentag könnte wirklich nicht schaden.
Ich bin mal runter ans Wasser gelaufen, über den Schotter der sonst unsichtbar in den Fluten liegt. Wirklich laufen kann man da mit den V-Runs nicht, aber für euch bin ich mich mal kurz drübergeflitzt und hab mich selbst abgelichtet:
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Wie gesagt, der Pegel ist normalerweise da oben, wo der Schotter aufhört.
Naja, es wird wohl noch ein paar Tage (Wochen?) warm bis heiß bleiben, wir können es nicht ändern, aber immerhin unser Laufverhalten anpassen. Ich bleibe bei langsamen und gemütlichen Strecken, Tempo machen dann erst wieder bei moderaten Temperaturen.
Und auch wenn ich dazu Motzerei hören werde: ich finde diesen Sommer klasse! Das ist eben mal ein richtiger Sommer. So. 🙂

Savanne

Es ist echt heiß und trocken hier im Rheinland, Savannen-Feeling. Und es soll nächste Woche noch heftiger werden. Ich fange allerdings scheinbar an mich an diese Temperaturen um 30°C zu gewöhnen, so ausgepumpt wie vor zwei Wochen bin ich überhaupt nicht mehr. Heute hat es sogar richtig Spaß gemacht meine 20km Rheinrunde zu drehen, nichtmal ein Stopp an den Trinkbrunnen war nötig (natürlich hatte ich zuhause ordentlich vorgetankt). Ok, die Sonne hatte sich zum Glück etwas hinter Wolken versteckt und der leichte Wind sorgte etwas für Kühlung, aber es lief sich tatsächlich unerwartet flott und unangestrengt.

Die Natur ächzt allerdings langsam wirklich immer mehr unter dem fehlenden Regen, es ist mittlerweile einfach viel zu trocken. Die sonst grünen Rheinufer und -wiesen sind gelb-braun und der Rhein selbst führt immer weniger Wasser. Ich bin wirklich gespannt wie es mit diesem Sommer so weitergeht.

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Das Getreide ist fast überall runter, eigentlich mindestens zwei Wochen zu früh.

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Trocken-staubige Rheinuferpfade und niedriger Wasserstand.

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Statt saftig grün, sind die Rheinwiesen mittlerweile eine Savannenlandschaft.

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Spätestens ab hier ziehe ich die Schuhe aus und laufe den Rest barfuß nach Hause. Der Asphalt ist zwar ziemlich warm, es macht aber richtig Laune da schnell drüber zu fliegen 🙂

Technik Notiz

Ein scheinbar ziemlich unbekannter Tipp für Suunto Ambit3 Besitzer.
Die Uhr selbst ist ein unglaublich zuverlässiges Artbeitstier, da gibts nix, ich liebe das Teil.
Der Smartsensor allerdings ist eine echte Katastrophe. Sehr schick, klein und leicht, nur leider mit einer Halbwertzeit von gefühlten zwei Monaten, bewegt sich also in der Joghurt-Liga.
Anfangs ist immer alles ok, aber nach etwa 3-4 Kilometern fängt der Puls vermeindlich an zu spinnen, springt auf 175, 190 oder höher, sackt dann wieder ab und das ganze innerhalb von Sekunden. Mir ist das unterwegs ziemlich egal, ich schaue nicht drauf, bemerke auch so ob ich zu hoch bin. Aber die Irritation bleibt beim Auslesen der Uhr und ausserdem sehe ich einfach nicht ein dass etwas nicht funktioniert.
Anfangs dachte ich sogar das liegt an der Uhr, aber im Internet lässt sich über dieses Sensor-Problem vieles nachlesen.
Ich hab also alles mögliche versucht, Batteriewechsel, mehrfacher kompletter Austausch, sorgfältiges trocknen, immer brav Sensor und Gurt trennen, neu verbinden, resetten, nichts half auf Dauer.
Was dann nach reichlich digitaler Lektüre hervorragend geholfen hat, ist die Sondermülltonne für den Smartsensor und der Kauf eines Sensors von Polar (H10). Der ist kompatibel mit der Ambit, bzw mit jeder Uhr die Bluetooth Sensoren nutzt., Der H10 ist war etwas größer, aber dafür auch nach vier Monaten völlig fehlerfrei. Ich hatte noch einen ausgiebigen "Regentest" abgewartet, der kam gestern, alles tiptop.
Den Gurt finde ich qualitativ übrigens auch wesentlich besser, da sind so kleine weiche Gumminoppen dran die den Gurt nicht verrutschen lassen, auch bei starker Nässe (Schweiss, Regen).
Ich nutze den Gurt nicht immer, aber wenn, dann soll er doch bitte auch einfach nur funktionieren. Tut er jetzt.

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Drei vergleichbare Läufe auf der gleichen Strecke.
Unten mein erster Suunto Smartsensor, danach ein Ersatzteil (ich hatte derer drei!), oben der Polar H10.

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So schlimm ist der Größenunterschied dann auch nicht.

Durchatmen

Mein Kilometer-Pensum war zwar in letzter Zeit aus guten Gründen etwas runtergefahren, trotzdem drehe ich natürlich regelmäßig meine Runden, so ganz ohne Lauferei ginge es auch wirklich nicht.
Ehrlich gesagt haben mich die hohen Temperaturen in den letzten Wochen mehr geschlaucht als alles andere. So gerne ich einen anständigen Sommer habe, aber Tag auf Tag um 30°C, das macht mürbe. Klar, ich könnte morgens laufen, aber mir gefällt der Druck nicht zu einer bestimmten Uhrzeit wieder zu Hause zu sein um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Ich brauche nunmal meine Freiheit beim Laufen.
Dazu kommt: Sommerwetter bedeutet ein nicht unwesentlich dauerhaft aufgeheiztes Büro. Und das macht doppelt kaputt, die notwendige Konzentration leidet eh, aber dann abends noch lustlos die letzten Energiereste beim Laufen verpulvern, das kanns ja nicht sein.
Also gilt sich "einfach" mit der Situation zu arrangieren, den Wettkampfmodus vorübergehend verlassen und geduldig sein.
Wenn dann aber mal ab und zu ein paar frischere Tage kommen, so wie derzeit, und die Temperaturen unter 25°C fallen, dann ist sie schlagartig wieder da, die ungebremste Lauffreude!
Bei meiner gestrige Rheinrunde kam wirklich endlich mal wieder Fahrt auf, statt auf Vorsicht zu laufen und ständiges in-sich-horchen (Achillessehne, Adduktoren) wurde die Laune von Meter zu Meter besser, zuversichtlicher, mutiger. Kein Mucks von den Zipperlein, also runter vom Asphalt wo es ging und vor allem endlich mal wieder befreiende Gedanken wie "ach los, die Runde auch noch, da warst du schon lange nicht mehr". Also immer wieder ab durch die Pampa, über verdorrte Wiesen preschen, Feldwege entlang traben, mit einem seeligen Lächeln im Gesicht.
Und so lerne ich mal wieder, das Runterfahren der letzten Wochen war absolut gut und richtig. Vernunft wird belohnt, nur nicht die Geduld verlieren.

Und weil es mal was anderes als ewig strahlend blauen Himmel gab, hatte ich die Kamera dabei:
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Der Weg vom Messeparkplatz zum Rheindeich. Immer wieder schön, weg vom Asphalt, rein ins Grün. Oder auch nicht so grün im Moment … sieht schwer nach baldiger Noternte aus.

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Leise an den ruhenden Deich-Schafen vorbeitraben. Im Hintergrund, das ist kein Wald, sondern hinter den Bäumen befindet sich der Messeparkplatz, mit noch mehr Bäumen (die am Leben bleiben dürfen weil das idiotische Ed Sheeran Konzert verlegt wurde).

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Bei Niedrigwasser lässt es sich vorzüglich weit unten am Rhein laufen. Beim Hochwasser im Winter waren die Bäume rechts vom Pfad bis zur Hälfte im Wasser verschwunden.

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Blick den Rhein hoch, in Richtung Düsseldorf.

Am Ende wurden es zwar nur 18km, aber dafür mal wieder mit Tempo, toller Laune und 5km Barfußanteil. Und ich hab bewusst bis heute mit der Schreiberei gewartet, um zu sehen was meine Zipperlein einen Tag später so machen. Sie machen absolut nichts 🙂

Runtergefahren

Tja, seit dem Düsseldorf Marathon komm ich nicht so recht wieder zurück ins planvolle Laufen. Erst die (scheinbar nötige) Laufpause und danach war ständig irgendwas. Zu viel Arbeit, vollgepackte Tage,  am nervigesten allerdings die Achillessehne am linken Fuß, die zickt mittlerweile seit 14 Tagen rum. Und dann noch diese Sache mit den Adduktoren, der rechte Oberschenkel meint auch mich etwas bremsen zu müssen.
Da läuft man also völlig problemlos einen Marathon in Fivefingers und dann kommt Wochen später so völlig aus dem Nichts hier ein Zipperlein und dort ein Zipperlin. Zu lange Pause gemacht? Zu wenig oder zu viel beansprucht? Übertrieben mit minimalem Laufen? Keine Ahnung, ehrlich.
Tatsache ist, ich komme derzeit nicht auf mein normales Leistungsniveau und das hat Folgen. Kein Himmelgeister HM zum Beispiel am 30.06. und höchstwahrscheinlich fällt auch der Ultra in Monschau Ende August für mich aus. Für beides bin ich im Moment einfach nicht fit genug, zu wenig Training, zu wenig Ausdauer, zu wenig Enthusiasmus, zu viele Zipperlein.
Katastrophe!? Weltuntergang!? … nein, natürlich nicht. Ist schon schade, ich hab mich auf beides sehr gefreut, aber so scharf bin ich dann auch nicht auf Teufel komm raus ein Rennen zu laufen und damit dann am Ende noch Schaden anzurichten. Die Vernunft siegt mal wieder, mit Schmerzen laufen macht weder Spaß noch ist es besonders förderlich für die gesundheitliche Zukunft.
Also Abwarten, nur alle paar Tage kleine ruhige Runden drehen und neue Ziele setzen.
Das Wichtigste: ich schiebe kein Frust, hab die nötige Geduld und freue mich eigentlich jetzt schon darauf nach dieser Phase größere Ziele in Angriff zu nehmen 🙂

Aus der Ruhe kommt die Kraft … oder so

Nach dem Düsseldorf Marathon waren fünf Ruhetage eingeplant und die hab ich auch echt genossen. Auf den darauf folgenden ersten abendlichen Lauf freute ich mich … aber nur vorher. Die normalerweise routinierten 18km wurden fast zur Quälerei, ein langsames schleppendes Traben, statt leichtfüßiges Laufen, nach 10km machten sich sogar Abbruchgedanken breit. Soweit hab ich es zwar nicht kommen lassen, aber es blieb bis zum letzten Meter ein sehr langsamer Trott ohne Freude. Auf den letzten Kilometern machten sich ausserdem leichte Schmerzen in den Adduktoren breit, das hatte ich noch nie, meine Lauflust zeigte gen Null. Ich war echt froh wieder zu Hause zu sein und machte mir danach Gedanken was denn los sei. Zu wenig Erholung? Zu viele intensive Läufe im Frühjahr? Falsche Ernährung? Tatsache war, dass in 2018 inklusive Marathon bereits fast 1.400km auf der Uhr standen und ich drei Kilo abgenommen hatte (kann ich mir überhaupt nicht leisten!). Vielleicht kamen einfach ein paar Dinge zusammen die mich plötzlich runtergezogen haben, auf jede Fall war plötzlich einfach die Luft raus. Da ich sowas überhaupt nicht leiden kann und das Jahr noch lang ist, der nächste offizielle Lauf erst Ende Juni ansteht und meine Arbeit zudem derzeit etwas nervenaufreibend ist, kam der pragmatische Entschluss: konsequente Laufpause. Mindestens zwei Wochen, maximal vier Wochen. Und ausserdem „kein Kontakt zum laufenden Volk“, im Klartext: keine Lauf-Blogs lesen und joggende Menschen ignorieren. So erklärt sich auch meine Kommentar-Abwesenheit bei den üblichen Verdächtigen in der Blogosphäre, verzeiht bitte 😉
Heute abend dann endlich wieder eine kleine Rheinrunde!
Nur 13km und die auch bewusst eher langsam. Hektik machen kann ich noch später im Jahr, jetzt wird erstmal wieder in Ruhe die Ausdauer aufgebaut.
Es lief übrigens viel besser als vermutet, scheinbar sind drei/vier Wochen aussetzen noch in der Toleranz. Aber vor allem hat es einfach nur gut getan den Körper wieder laufend zu spüren! Das hab ich wirklich vermisst!! Lauffreude ist wieder da, die drei Kilo wieder drauf, tolles Wetter haben wir auch, alles ist gut 🙂

42er in Fivefingers, oder: diesmal war alles anders

Jetzt kann ichs ja sagen: der diesjährige Düsseldorf Marathon hat mir mental nach dem Fiasko letztes Jahr einiges abverlangt. Die Tage vorher, Kopfkino. Ich war selten so aufgeregt am Start wie dieses mal, das reinste Nervenbündel. Einerseits weil ich erstmalig mit Fivefingers starten wollte (und getan hab), aber vor allem sollte dies ein Lauf ohne blöde Fehler werden.
Vorwegschicken möchte ich, dass Barfußläufer Haasky/Wolfgang zu meiner Freude den Weg nach Düsseldorf auf sich genommen hat und ebenfalls am Start war. Dort haben wir uns zwar nicht gesehen (verschiedene Startblöcke), aber stattdessen konnten wir die Zeit nutzen und einen Tag vorher nach der Startunterlagen-Ausgabe einen äusserst angenehmen philosophischen Abend zusammen verbringen. Zu plaudern gibts ja immer genug unter Läufern, aber zu lernen für mich auch, endlich konnte ich mal einen erfahrenen Barfußläufer „ausquetschen“.
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Marathon-Tag.
Das Wetter versprach „komisches“ zwischen Regen und Gewitter, bereits beim Warten im Startblock tröpfelte es ein wenig, dafür war die Temperatur perfekt, mit irgendwas um 12°C und kaum Wind. Ideal also. Später, während des Rennens kam dann immer mal ein Schauer runter, doof für das Publikum, mir hat es nichts ausgemacht, im Gegenteil, ich bin gerne durch die Pfützen getrabt um die Füße zu kühlen. Allerdings hab mich öfter gefragt wie Wolfgang das wohl wegsteckt, barfuß bei Nässe auf Asphalt, es gibt schöneres.
Ich bin aus dem Startblock Zielzeit 3:30h gestartet, hatte aber erstaunlicherweise die 3:45h Pacemaker direkt vor mir. Also nach vorne durchackern, immer mein Tempo im Auge, bloß nicht die ersten Kilometer zu schnell laufen.
Das Pulsmesser war als offizieller Pacer für die 3:30h unterwegs, den wollte ich zumindest endlich wenigsten mal kurz kennenlernen. Also Aufholen, die Fähnchen im Blick, kurz sondiert wer er wohl von den dreien ist und angequatscht. War kurz, aber hat mich gefreut 🙂 Meine Zielzeit sollte unter 3:30h liegen und so bin ich also fix weiter, immer schön die Pace im Auge.
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Und es lief einfach gut. Die Schuhe waren ein Genuss, ich war fit. Die Kilometer rollten so dahin, die Halbmarathonmarke wurde punktgenau überquert, irgendwann nach km28 kam das Kopfkino durch „letztes Jahr fing hier das Elend an“, aber von Elend diesmal keine Spur und damit war dieses Thema endgültig beendet. Alle 10km wurden stoisch zwei Salzkapseln eingeworfen und ein/zwei Schluck Wasser hinterher. Ab km30 hab ich auch mal zu Iso gegriffen, das sich allerdings als komisches sehr verdünntes Gesöff offenbarte.
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Besonders erfreulich und etwas Stolz bin ich auf den völligen Verzicht von Gels oder ähnlichem. Da war einfach nichts nötig, irgendwann hatte ich ein Gummibärchen rausgekramt, eine Weile zwischen den Fingern gebunkert, draufgestarrt und schließlich einfach weggeworfen. Es ging ohne, sehr gut sogar. Ab km32 wurde mir so richtig bewusst wie gut es läuft und ich hab einen kleinen Gang zugelegt. Viele der Läufer die mich früh überholt hatten, blieben nun hinter mir, ich war etwas angestachelt die 3:20h zu versuchen. Da waren noch Körner und ich bin gerannt, konzentriert und voller Spaß. „Noch 2km!“, keine Schwäche, beste Laune, nur noch die letzte Schlaufe über die Kö und dann ab ins Ziel. Genau in dem Augenblick sehe ich Wolfgang auf der anderen Strassenseite vorbeipreschen. Das hat mich nochmals angestachelt, ich hab meinen Laufgürtel abgeschnallt, meiner Liebsten zugeworfen und nochmal konzentriert Tempo gemacht. Dass das überhaupt möglich war, erstaunt mich jetzt noch.
Der Zieleinlauf in Düsseldorf direkt am Rheinufer ist wirklich klasse und diesmal konnte ich das auch geniessen, die Sonne ist noch rausgekommen, es hat einfach alles gepasst.
Zielzeit netto 3:21:36
Ok, die 3:20h sind es dann doch nicht geworden, aber mein diesjähriges Ergebnis ist schlicht und einfach fast 20 Minuten besser als meine bisherige Bestzeit. Ich bin mehr als zufrieden.
Hinter der Ziellinie wartete dann zu meiner Freude Wolfgang auf mich, wir sind langsam gemeinsam Richtung Nachzielbereich getrottet und haben uns fleissig über die letzten 42km ausgetauscht.
Fazit: ein rundum gelungenes Rennen, alles richtig gemacht, wahrscheinlich ist sogar noch etwas mehr drin, aber ich bin sowas von sauzufrieden!
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Zehner mit Zehen

Da war er wieder, zum fünften mal war ich am Start bei der 10km Distanz des Düsseldorfer Brückenlauf. Zum fünften mal hab ichs geschafft mich viel zu bescheiden zu weit hinten im Startblock einzureihen und dadurch nicht gleich geschmeidig durchstarten zu können, zu viele langsame Läufer vor mir, Flaschenhals-Effekt. Zum fünften mal hab ich trotzdem meine Zeit verbessern können, diesmal allerdings nur minimal, Nettozeit 41:13, damit ganze 5 Sekunden besser als 2017, wow 😉 Also immer noch keine Sub40, ist aber nicht schlimm. Eigentlich ist sogar alles super, da ich das Ding mit Fivefingers gelaufen bin und trotz Hitze ausgesprochen viel Spaß hatte. Ist schon toll wie die V-Run auf dem Asphalt abgehen, besonders in engeren Kurven haften die wie Geckofüsse am Untergrund, kein Wegrutschen möglich.
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Dafür dass ich überhaupt nicht mehr für 10er trainiere und auch meine abendlichen Runden eigentlich immer um einiges länger werden, sind mir diese zwei Runden über Düsseldorfs Altstadt-Brücken gut gelungen, und Platz 27 ingesamt, 4ter in meiner AK kann sich auch irgendwie sehen lassen. Was mir tatsächlich das erste mal auf dieser Distanz sehr gut gelungen ist: ich bin mein Rennen gelaufen, hab mich weder ziehen noch drängen lassen, sondern hab meinen Rhythmus stoisch durchgezogen. Und hab mich dadurch ziemlich gut nach vorne gearbeitet, bin teilweise sogar mit viel Abstand alleine gelaufen, fast unmöglich bei dieser Menschenmasse (knappe tausend Starter).
Alles in allem war es mal wieder eine toll organisierte Veranstaltung, für jeden was dabei, Nikki Johnstone hat erwartungsgemäß mit Abstand gewonnen, ab 14:30 Uhr hat ein kurzes und starkes Gewitter den frühen Hochsommer und wahrscheinlich auch die Reste der Läuferparty beendet, aber da war ich längst wieder zu Hause.
Es wird wohl mein einziger 10er dieses Jahr bleiben, aber nächstes Jahr bin ich höchstwahrscheinlich wieder dabei.