Was mich geritten hatte, einen Tag vorm diesjährigen Monte Sophia Lauf noch einen zügigen 10er zu laufen, das weiß ich nicht mehr. Vermutlich unruhige Waden und einfach bock auf Laufen. Diese Aktion würde mich auf den letzten Kilometern des schönen Berglaufs Körner kosten, war mir eigentlich klar und traf dann auch genau so ein 🙂
Es war meine dritte Teilnahme und wird nicht meine letzte gewesen sein, der TV Huchem-Stammeln bietet hier eine richtig schöne Laufveranstaltung. Neben dem 25km Hauptlauf gibts noch Kinderläufe, eine 5km und eine 10km Strecke, auch für Walker, also für jeden was dabei.
Der Hauptlauf startet entspannt um 16 Uhr nachmittags, kurz nach meinem pünktlichen Eintreffen gings erstmal zügig zur Sporthalle um die Startnummer abzuholen. Übrigens, der Startplatz kostet nur schlappe 12€. In bar mitzubringen. Kein Transponder an der Startnummer, sondern Bruttozeitmessung. Wo bekommt man sowas sonst noch?! Dementsprechend schnell geht auch alles.
Elke und Heidrun als Wiederholungstäterinnen waren schnell gefunden und dann trafen Mike und Sven (Monte Sophia Rookies) wie verabredet auch schon ein.
Der Start geht fix, sammeln, aufstellen, runterzählen und los. Und ich renne los wie ein Bekloppter, 4:10er Pace. Hänge mich an ein schnelles Duo und ignoriere völlig was da noch auf mich zukommt. Sowas kann ich richtig gut.
Nach 2km ist die flache Asphaltstrecke zuende und die erste sachte Steigung sorgt für Vernunft. Nach 4,5km gehts dann über 2km aber richtig bergauf. Tempo raus, das Duo lasse ich ziehen.
Danach immer wieder auf und ab, Steinkompass und Keltischer Baumkreis werden konzentriert durchgerannt, hier ist der Weg sehr sandig, suboptimal für die Sandalen, aber ich kann damit umgehen.
Dann die goldene Aue, dieser wahnsinns weitläufige Ausblick, dieses sonderbare Stille, das ist auch diesmal wieder mein persönliches Highlight!
Es läuft sich noch richtig gut und schon bei km12 ist der Römerturm und damit der höchste Punkt der Strecke erreicht, ein Zenturio reicht Weintrauben und hat aufmunternde Worte parat, allein dafür lohnt die Teilnahme 🙂
Den höchsten Punkt erreicht zu haben heißt hier nix, anschließend rennen wir bis km18 überwiegend downhill, mal Singletrail, mal Waldautobahn, passieren diverse Sehenswürdigkeiten und die Negativ-Split-Läufer kommen voll auf ihre Kosten. Will heißen, mein Schnellstart rächt sich hier schon, ich werde öfter mal überholt. Ist eben so. Mir wird etwas bange vorm Haselmauspfad, da kommen gleich knackige Steigungen auf kleinem Raum. Letztes Jahr wurde ich mit vielen Gehpausen von der Haselmaus überwältigt, diesmal wusste ich was da kommt und bin einfach sehr sachte reingetrabt. Ja, zweimal bin ich kurz gegangen, beim Versuch Fotos zu machen, die sind mir allerdings im dämmerigen Licht nicht gelungen.
Dieser Teil hat jedenfalls wieder echt Körner gekostet. Ein schneller Schluss-Sprint war absolut nicht mehr drin. Vernunft kommt spät, aber sie kommt.
Am letzte VP nochmal tanken und dann eben die letzte zwei Asphalt-Kilometer gemütlich traben, ab auf die Zielgerade und mit 02:07:34 gestoppt.
Platz 27 gesamt, 3. in meiner AK. Damit bin ich völlig zufrieden, irgendwelche Bestzeiten waren heute einfach nicht drin. Aber darum gehts beim Monte Sophia ja auch nicht wirklich, es ist ein Erlebnislauf mit ordentlich Profil, den man durchaus geniessen sollte.
Jetzt trinken, trinken, trinken. Danach ab unter die Dusche (ja, es gibt ausreichend saubere Duschen!) und kaum zurück im Nachzielbereich gabs auch schon Urkunden in der AK55-Wertung, Timing kann ich.
Meine vier Mitstreiter waren auch alle absolut zufrieden mit ihren Leistungen, so muss das sein.
Später haben mich übrigens zwei Läufer angesprochen, dass sie aufgrund meines letztjährigen Blogbeitrags mitgemacht haben, das ist toll und freut mich riesig!
Es war wieder schön bei euch in Niederzier und ich komme wieder! 🙂



















Gratuliere zum 3. AK-Platz! Und das trotz Schnellstart!
Der flotte 10er vom Vortag hat dich sicher Körner gekostet, aber am Monte Sophia hast du mit Erfahrung und Cleverness alles rausgeholt. Den Schnellstart so cool zu retten, super gemacht! Und die Haselmaus zu gehen gehört doch quasi zum Pflichtprogramm, oder?
Super, dass du wieder so viele gelungene Fötelis machen konntest (die goldene Aue!). Ich wette, nächstes Jahr stehen wegen deines Berichts ein paar zusätzliche Läufer am Start.
Liebe Grüsse aus dem verregneten Zürich!
Lieber Oliver,
auch hier nochmals herzliche Glückwünsche zum Finish und zu deiner Leistung (die du dir mal wieder fast schon gewohnheitsmäßig schwer gemacht hast)!
Ja die Haselmaus! So ein possierliches Tierchen und wie böse geht es mit uns Läufern um… Spätestens dort lernt man wie hilfreich es ist, sich vorher mit dem Profil zu befassen oder im besten Fall es schon einmal erlaufen zu haben.
Und ich muss nun doch auch mal endlich die goldene Aue besuchen, so wie du immer davon schwärmst. Wäre ja ein schöner Kontrast zu anderen Anblicken in unserer Ecke…
Gute Erholung und liebe Grüße
Elke
Vielen Dank Elke! Jaja, manches kann ich mir einfach nicht abgewöhnen, aber immerhin jammere ich dann nicht viel rum, sondern nehme es so hin Ist eben einfach toll gleich loszurennen und später an die Grenze zu gehen, aber diesmal hab ich wirklich viele Minuten verschenkt. Seis drum, ich hatte mächtig Spaß und es war wieder ein Genuss da oben rumzurennen. Auf dem Haselmauspfad hat mich übrigens allen ernstes ein Eichhörnchen überholt, das wollte ich filmen aber es war zu schnell 🙂
Die goldene Aue sollte man eigentlich in Ruhe bewandern, wir rennen da viel zu schnell durch, immerhin laufen da auch irgendwo (halb)wilde Pferde rum und die Stimmung finde ich schon sehr besonders. Ohne Wettkampfgedanken im Hinterkopf lässt sich die Strecke ja auch ganz anders angehen, ist für euch ja ein Katzensprung … äh … Haselmaussprung 😉
Vielen Dank Catrina 🙂 So besonders clever war es ja nicht, gleich vom Start wieder loszupreschen, aber die Einsicht kam dann ja schnell. Ist schon ein Vorteil die Strecke zu kennen und sich auf die kleinen fiesen Steigungen einstellen zu können. Oben auf der goldenen Aue anzukommen und dann da den Weg zum See runterzurennen, das hat echt was besonderes. Da herrscht eine sonderbare Stille und bei so einem Wetter ist das dann schon sehr speziell. Zumal wir da ja auf einem Braunkohle-Abraumberg rumrennen, nichts davon ist natürlich, erstaunlich also wie man sowas gestalten kann.
Ja, und dass durch unsere Blogbeiträge (Elke ja auch) Läufer dort starten, das ist schon toll und freut mich wirklich riesig. Wir sind auch schon wieder auf der Homepage verlinkt (https://www.tv-huchem-stammeln.de/index.php/la).
Freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr (hoffe dass nichts mit anderen Veranstaltungen kollidiert), um dann noch cleverer zu laufen. Eine Sub2 wäre durchaus drin, sofern man die Tage vorher vernünftig ist
Sehr gut gemacht, Legionär Oliverus!
Schöne Fotos, die Landschaft sieht gut aus, auch wenn das dort nicht natürlich ist. Aber das sollte das Erlebnis nicht schmälern, oder? Scheint auf jeden Fall sehr abwechselungsreich vom Untergrund gewesen zu sein.
Du hättest dem Zenturio deine Sandalen anbieten können, dann wäre er authentischer gewesen
Haha! 🙂 Danke Jan! Das ist ein wirklich schönes Rennen, die Strecke ist echt fordernd aber macht auch echt Spaß. Und sehr gut laufbar mit Sandalen, von knorrigen Wurzeln und Strandsand(!) bis festgetretenem Schotter ist alles dabei.
Bei allen „Römerläufen“ war ich bisher immer der einzige mit Sandalen. Und die geb ich nicht her. Vermutlich würde der Zenturio auch dankend ablehnen 😉
Lieber Oliver,
gratuliere dir zum Treppchenplatz! 🙂
Dass du Herausforderungen magst, ist ja bekannt. Die hier (am Vortag mal zügig einen 10er laufen) war aber neu, oder? 😉
Trotzdem – super durchgebissen mit Hilfe der Streckenkenntnisse und deines Kampfgeists. Die Bilder sind immer wieder beeindruckend, ich kann mir vorstellen, dass dort oben eine ganz besondere Stimmung herrscht.
Danke Doris! Das war eine völlig ungeplante Herausforderung, ich stand den Tag vorher „plötzlich“ einfach lauffertig auf der Straße und hatte bock auf ein paar schnelle stumpfe Runden. Unter der Dusche hinterher wurde mir dann klar, was das für den Folgetag bedeuten könnte … achnaja, dann wars zu spät 🙂
Die letzten Kilometer musste ich mich wirklich durchbeissen, gut dass mir die Strecke schon bekannt war, noch mehr Blödsinn war damit ausgeschlossen. Aber hat wirklich wieder Spaß gemacht.
FÜr mich am anstrengensten sind übrigens immer die letzten 2km Asphalt, kommt einem elend lang vor und haben mich bisher jedensmal etwas zermürbt. Dafür ist der Zieleinlauf dann umso schöner 🙂
Lieber Oliver,
jetzt noch der Senf von mir! 😆
Du schreibst ‚Sowas kann ich richtig gut.‘ Ist es nicht so, dass man das machen soll, was man so richtig gut kann? 😛
Auch wenn es unterwegs, vor allem gegen Ende, schwer wurde, hast du doch so viel nicht falsch gemacht. Immerhin hast du noch das Stockerl erreicht! Congrats! – Inzwischen bist du bestimmt gut erholt und zu neuen Schandtaten bereit! Oder?
Ich kann, bzw. konnte das auch, nicht nur bzgl. der Ausrüstung im 2025er Frühjahr. Aufs Tempo bezogen bin ich mal in Frankfurt nen Marathon ultrakrass angelaufen und hab die ersten 25 km in 1:35 Std. runter geknallt: 3:48er-Schnitt. Die restlichen 17,2 km gingen dann nur noch in 1:17 Std. Da ging’s runter auf nen 4:28er-Schnitt! (In Berlin bin ich dann ruhiger angelaufen und insgesamt prompt 8 Min. schneller gewesen! Ca. 3:54er-Schnitt! – Schon krass, was Vernunft ausmachen kann! 😛 )
Bin gespannt auf deine Berichte von deinen nächsten Abenteuern!
Liebe Grüße Manfred
Danke Manfred, gut erkannt! Es wäre ja auch doof die eigenen schlummernden Talente nicht auszunutzen 😀 Falsch gemacht hab ich eh nix, war ja immer noch mit viel Spaß bei der Sache. Und, genau, für ein kleines Podest hats dann sogar gereicht.
Neue Schandtaten sind breits in Bearbeitung! 😉