Shamma Update

Sobald bei „normalen“ Laufschuhen die ersten Abnutzungsgedanken wegen Dämpfung und Stabilität aufkommen, also etwa nach ca. 500km, sind Rennsandalen scheinbar erst richtig warmgelaufen. Ich hab jetzt so einige Kilometer mit meinen drei Sandalen-Paaren runter, wobei die Warriors Maximus die mit dem höchsten Kilometerstand sind, eben fast 500km. Die unverwüstlichen Chargers kommen dicht gefolgt an zweiter Stelle, die normalen Warriors dagegen haben sich als perfekte Alltagssandale entwickelt. Besonders für Aktivitäten mit Otto, wenn wir einfach nur spazieren gehen, oder ausgiebig herumtoben, egal ob durch nasses Gras, Matsch, über Asphalt oder auch mal spontan in der Düssel (oder andere Gewässer) herumwaten, tolle Teile. Ab und zu renne ich aber auch damit, üblicherweise bei Regenwetter.

Dass ich von den Shamma Sandalen schwer begeistert bin, ist ja bekannt und offensichtlich und alles klingt leicht und unkompliziert. Der Umstieg von den Fivefingers zu Sandalen fiel mir auch wirklich sehr leicht, aber natürlich gab es reichlich Momente mit Lerneffekt, die möchte ich nicht unterschlagen.
Mittlerweile hab ich vermutlich alle relevanten Tücken erkannt und die Einstellungsmöglichkeiten nach und nach für meinen Laufstil angepasst.
Rennst du schnell, schnüre fest. Sehr fest! Da darf nichts schlackern oder rutschen, sonst gibts Blasen.
Dank der Klettverschlüsse ist das aber ratzfatz erledigt, auch unterwegs. Anfangs hab ich nach 1-2km ständig das eine oder andere Band nachgezogen, mittlerweile ist die Einstellung perfekt, ich schlüpfe rein, ziehe den Fersenriemen fest und renne los.
Jeder Fuß ist anders, das gilt auch beim Laufen mit Sandalen, es gibt zwar reichlich „how to adjust your sandals“-Anleitungen im Internet, die haben mir aber nur bedingt was gebracht. Das wirklich Tolle an der Schnürung (bzw. an Huaraches generell), ist ja dass sich die Sandale am Fuß anpasst und nicht der Fuß am Schuh. Das ist echt nicht zu unterschätzen, ergibt sich aber auch nach mehrmaliger Nutzung von selbst.
Und wenn erstmal alles angepasst ist und du losläufst, dann gibts keine Fragen mehr, das ist einfach nur purer Laufspaß.

Eine Sache ist zumindest bei mir (zu breite Füße?) aufgefallen: natürlich verirren sich mal Sandkörner oder kleinere Steinchen zwischen Fuß und Sandale, üblicherweise rutschen die schnell wieder raus und stören überhaupt nicht. An einer Stelle allerdings, dort wo die „Plugs“ durch die Sohle gehen, kann es zu einer „Sammelstelle“ von Steinchen kommen, die dann wegen der Reibung zu Blasen führen könnte.

Vermutlich liegt es tatsächlich eher an mir, weil ich die Aussenriemen ziemlich runtertrete. Deshalb ist das auch überhaupt kein Drama, nur gut zu wissen und vor allem ein Pflegeaspekt, die Sandalen sollen ja lange halten. Ich könnte mir vorstellen dass diese Steinchen auch irgendwann die Riemen „zermahlen“, muss ja auch nicht sein.
Vor jedem Lauf schaue ich also einfach kurz nach ob da Mini-Findlinge vorhanden sind, pule die gegebenenfalls raus und fertig.
Viel wichtiger ist es (und das war eine echt steile Lernkurve bei mir), unterwegs nicht zu lange zu warten falls an irgendeiner Stelle irgendwas piekst oder schrubbt. Schnell korrigieren, sonst gibts Schürfstellen oder sogar Blasen.
Routinierte Minimalläufer dürften also keine Schwierigkeiten bekommen beim spontanen Lauf in Sandalen, alle anderen sollten sich aber wirklich sehr sehr sehr sehr viel Zeit nehmen mit so einer Umstellung.

Zur Rennerei selbst gibts bei mir kaum Neuigkeiten. Wettkampfteilnahmen gab es nicht, jegliche Planung dazu hält sich in Grenzen, meine Durchschnittspace hat sich leicht verbessert (danke, liebe Sandalen), ich laufe einsam meine Lieblingsstrecken auf und ab, mal länger, mal kürzer, mal schnell, mal schneller, und fühle mich generell prima. Die vielen kleinen Pausen im Frühjahr haben mir nicht geschadet, vielleicht sogar ein wenig den Kopf freigemacht. Also einfach weiter laufen. Ist immer die beste Idee 🙂

15 Kommentare

  1. WIE GUT, DASS DU DEIN BLOG IMMERWEITERLAUFEN nennst, passt !!

    Interessant zu lesen, welche guten Erfahrungen du mit den Sandalen gemacht hast, dass es Vorsicht bedarf und man nicht sofort damit genauso läuft, wie man mit anderem Fußschutz (nenne ich das mal !!) getan hat.

    Das habe ich auch gelernt, dass alle gut gemeinten Ratschläge von anderer Seite nicht schaden können, aber im Endeffekt muss jeder von uns seine eigenen Erfahrungen machen. Klingt sehr gut, fast verlockend, wobei ich es mir für mich nicht vorstellen kann, aber man soll ja bekanntlich nie nie sagen – und das tue ich auch nicht. Habe ja solche “ Dinger “ auch im Schrank, trug ich im letzten Sommer ein-, zweimal zum Gehen, aber wir wurden keine Freunde.

    Ansonsten – immer schön von deiner Freude am Laufen zu lesen ! Gefällt mir, lieber Oliver, ich glaube, ich wiederhole mich !

    Rainy day an der Küste, windig, Urlaubvertreiber, ich hingegen finde es schön !

    P.S. Dass du dich bei den Sandalen bedankst wegen der leichten Verbesserung der Durchschnittspace, was soll das noch werden ???? 😉

    1. Die Domainsuche ging echt schnell damals, hatte überhaupt nicht damit gerechnet dass genau dieser Name noch frei war 🙂
      Wer auf Minimal umsteigt macht ja so seine Erfahrungen, kann bei anderen passen, muss aber nicht. Nur der vorsichtige und langame Umstieg, das passt immer.
      Ob ich jetzt ständig und für immer mit Sandalen laufe? Keine Ahnung, im Moment passt das super, mal schauen was der Winter so bringt, ich hab ja noch Alternativen im Schrank.
      Freude am Laufen hab ich eigentlich immer, die konnte mir noch nichts vergrätzen. Selbst an schlechten Tagen ist spätestens nach einigen Kilometern das große Durchatmen angesagt, dann wirds locker und fokussiert, das mag ich jedesmal.
      Vielen dank liebe Margitta!

  2. Lieber Oliver
    Danke für dein Shamma-Update!
    Und schön, dass es mit dem Laufen klappt und dein Pace sogar noch schneller geworden ist. Super!
    Dieser Satz ist für mich besonders interessant: „dass sich die Sandale am Fuß anpasst und nicht der Fuß am Schuh“. Da ist was Wahres dran. Ich benutze die Shamma Warriors seit Mai als Alltagssandale und gewöhne mich immer besser daran. Oder umgekehrt.
    Anfangs musste ich auch immer die Bänder nach 5 Minuten anpassen, mittlerweile sitzt alles perfekt. Dein Plugs-Problem mit den Steinchen habe ich zum Glück nicht.
    Als nächstes stehen die ersten Laufversuche an – vielleicht erst auf der Bahn. Danke für den Festzurr-Tip!

    Ich hoffe, dass es bald wieder ein paar Wettkämpfe in deiner Region gibt. Wir reisen heute Richtung Lübeck (Mölln) und da habe ich zufällig gesehen, dass am Samstag ein 12km-Lauf stattfindet. Das hat mich erstaunt!

    Liebe Grüsse aus dem morgendlichen Zürich!

    1. Eine kleine Nachlese bei solchen Themen find ich immer wichtig, liebe Catrina. Besonders wenn ich weiß dass einige aus meinem Umfeld auch grade am rumexperimentieren sind 😉
      Ich bin gespannt wie deine Laufversuche klappen, mach schön langsam. Auf der Bahn zu testen ist auf jeden Fall eine sehr gute Idee, die Sohle der Warriors ist ja ziemlich dünn.
      Mölln kenn ich noch von früher, bzw. nicht Mölln direkt, aber in der Nähe ist der Ratzeburger See, das war in meiner Kindheit/Jugend ein beliebter Ausflugsort, viel Spaß dort!
      Macht ihr mit beim 12er?

  3. Moin Oliver,

    ich habe die Shammas immer noch nicht, zuletzt bin ich daran gescheitert, dass der Drucker die Schablonen partout nicht maßstabsgereicht ausdrucken wollte und ich doch vermeiden möchte, die Sandalen erst wieder passend schnibbeln zu müssen.

    Ansonsten kenne ich es, dass sich irgendwelches Scheuern nicht wegläuft. Also besser gleich anhalten und nachschauen was da los ist 🙂

    Viel Spaß weiterhin mit Deinen Rennsandalen, im Alltag und beim Laufen!

    Liebe Grüße
    Volker

    1. Moin Volker, einfach ein Maßband nehmen klappt auch ganz gut, hab ich auch so gemacht, schnippeln musste ich jedenfalls nix. Kannst bedenkenklos die Größe einer anderen, dir bekannten Marke nehmen, das wird passen.
      Das mit den möglichen Scheuerstellen war meine Haupterkenntnis überhaupt, feiner Sandstaub an bestimmten Stellen unter den Riemen kann wir Schmiergelpapier wirken, das will echt niemand.
      Danke Dir, den Spaß hab ich in der Tat!

  4. Hallo Oliver,
    du scheinst wirklich deine Lauf-Fußbekleidung gefunden zu haben! Etwas besseres gibt es nicht. Das Steinchen-Problem hast du erkannt und im Griff. Also, auf zu weiteren Shamma-Runs!
    Ich für meinen Teil liebe meine Leguanos im normalen Alltag, nur laufen damit oder gar in Sandalen, das wird nicht meine Welt.
    Ja, dieses Jahr war ein weiteres Wettkampfarmes. Aber langsam tut sich was. Catrina hat etwas gefunden, ich laufe Samstag den Maare-Mosel-Lauf. Erste Schwalben auf dem Weg zum „Läufersommer“?
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Mit Leguanos zu laufen hab ich auch mal versucht, das war nichts, zu schwammig und vor allem haben die nicht lange gehalten. Im Alltag sind die aber toll und saubequem, keine Frage. Mal schauen was der Winter so bringt oder ob es irgendwelche Gründe gibt keine Sandalen zum Laufen anzuziehen (fiese Bergtrails?), im moment bin ich aber echt glücklich damit!
      Wenn mal wieder irgendein passender Wettkampf anliegt, dann mach ich vielleicht mit, aber irgendwie vermisse ich das auch nicht besonders. Nur wenn ich hinterher die Bilder sehe, dann werd ich wieder angestachelt 😉

  5. Lieber Oliver,
    danke für das Update! Ich fühlte mich gleich „ertappt“, weil ich sehr faul beim nachstellen bin. Da ruckle ich lieber hin und her und versuche den Fuß irgendwie passend hinzustellen, damit nichts mehr scheuert, zwickt oder schlackert!
    Als Alltagssandalen habe ich die Shammas nach einer gewissen Ein- oder Umgewöhnungsphase auch sehr schätzen gelernt. Laufversuche fanden auch schon statt, allerdings bisher nur, um den nächsten Zug/Bus noch zu erwischen oder mit Chaya ein paar Meter über eine Wiese zu toben. Aber gut Ding braucht Weile und die ersten richtigen Läufe kommen sicher auch bald. 🙂

    1. Musst dich ja nicht gleich ertappt fühlen, ist ja nur meine eigene Erfahrung bisher. Empfehlen würde ich es trotzdem, insbesondere beim Toben mit dem Hund 😉 Am wichtigsten ist aber: lass dir Zeit, es ist schon eine ziemliche Umstellung für die Füße und Beine. Bin schon sehr gespannt was du dazu berichten wirst.

  6. Lieber Oliver,
    sehr interessant zu lesen, dass du sogar schneller geworden bist mit den Shammas! Leider leide ich im Sommer oft unter aufgeschwollenen Füßen, da kommt mir die leichte Verstellbarkeit mit dem Klettband sehr entgegen und kann ich einfach von dicken auf dünne Füße umstellen. Von daher verstelle ich oft, aber es ist so einfach. Das Steinchen Problem, dass du beschreibst kenne ich gar nicht, das ist wohl sehr fußspezifisch.
    Gestern bin ich mit den Warriors auf ein paar sehr unebenen Steinblöcken gelandet. Das war zum Laufen grenzwertig für mich.
    Liebe Grüße!

    1. Verbesserte Schnelligkeit freut mich sehr, liebe Roni, aber richtig erstaunt bin ich tatsächlich über die (subjektiv?) schnellere Erholung. Ich war als Test letzte Woche 5 Tage hintereineinander mit Pace um 4:22 auf der Laufstrecke (je 12-20km) und hab mich jedesmal am Folgetag frisch und erholt gefühlt. Schon verrückt, so verkehrt kann das alles nicht sein mit den Sandalen.
      Die Klettverschlüsse sind super zum schnellen nachjustieren, ich bemerke das immer wieder wenn es plötzlich regnet und es zwischen Fuß und Sohle etwas rutschig wird.
      Die Warriors trage ich tatsächlich nur noch auf Asphalt, die dünne Sohle macht leider nicht alles mit 🙂

  7. Lieber Oliver,

    was soll ich dazu schreiben, trage ja keine FF, oder Sandalen zum Laufen! 😆

    Aber wenn man tüftelt, bekommt man oft super Lösungen hin. Gut gemacht und TOLL, dass du dabei so viel Spaß hast!

    Weiter so!
    LG Manfred

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