Entlang der Ruhr laufen, vom Sauerland ins Ruhrgebiet, auch durch die Nacht, egal wie schmerzhaft es unterwegs wird, von einer mobilen Crew moralisch und als rollende Verpflegungsstation unterstützt. Sowas will man doch unbedingt machen, oder?
Das ist die TorTour de Ruhr – TTdR2026.
100km, 100 Meilen oder 230km stehen zur Auswahl.
Dieses Jahr als „Adieu Edition“, nach 20 Jahren leider die letzte Ausgabe.
Seit Jahren wollte ich gerne mal bei diesem Einladungslauf mitmachen und da war sie nun also, die letzte Chance und der beste Grund mich für eine Teilnahme zu bewerben. Ohne groß darüber nachzudenken was auf mich zukommt natürlich.
Ursprünglich wollte ich nur den 100km Lauf machen, aber noch beim Schreiben der Bewerbung dachte ich mir: mach es, mach die 160km, du kannst das.
Die TTdR ist legendär, es gibt nur wenig VPs, die Stütze der Läufer sind statt dessen deren Crews. Das kann ein großes Team sein, oder nur eine Person, mit Fahrrad oder Auto oder wie auch immer. Motto ist „Deine Crew bringt dich da durch“.
Offizielle Beschilderung gibts kaum, man folgt dem GPX-Track auf der Uhr oder gegebenfalls einfach den Zeichen des Ruhrtalradwegs.
Genau diesen gilt es zu laufen. In meinem Fall von Arnsberg im Sauerland, bis zum Ziel am Rheinorange in Duisburg, wo die Ruhr in den Rhein mündet, 163km, Start 18 Uhr, durch die Nacht und dann so lange wie es eben braucht am nächsten Tag. Die 230km Läufer starten bereits morgens um 8 Uhr direkt an der Ruhrquelle bei Winterberg. Wahnsinn!
Erste Herausforderung: ein aktuelles sportmedizinisches Attest ist Pflicht, also ab zum Cardiologen und durchchecken lassen. Das war auch mal ganz gut und eh fällig. Ergebnis: ich bin kerngesund, hab ein großes Herz und die Leistungsfähigkeit einer End-30ers. Das höre ich gern.
Zweite Herausforderung: die Crew. Dazu hab ich mir echt viele Gedanken gemacht, mit Freunden mal abgecheckt wer überhaupt dazu in der Lage und bereit wäre so einen Blödsinn mitzumachen. Es musste natürlich jemand sein, der mich kennt, Ultralaufen versteht, motivieren kann und mit wenig Schlaf auskommt. Ausserdem findet der Spaß zu Pfingsten statt, da jemand mit Zeit und Lust zu finden, das ist nicht einfach.
Die Wahl ist schließlich sehr kurzfristig auf Sandalen-Laufbuddy Jan gefallen, er wird mich mit Auto begleiten und an verabredeten Stellen versorgen. Und vorab, ich hatte die beste Crew der Welt!! Mit den Worten von Jan: „du läufst, ich mach den Rest“. Und genauso funktionierte das dann auch perfekt, immer wenn ich ihn brauchte, war er einfach da 🙂
Mein sportliche Vorbereitung für diesen sehr herausfordernden Lauf bestand aus … nichts. Die letzten Monate waren aus diversen Gründen läuferisch eher durchwachsen, der Düsseldorf Marathon die mit Abstand längste Distanz seit Sommer letzten Jahres. Ich hab ständig versucht meine Abendläufe langsamer zu laufen, um irgendwie in eine Art Ultra-Flow zu kommen, oft vergeblich. Und eine Woche vor dem Start dann schließlich nur noch gedacht: was solls, ich packe das irgendwie. So wie immer.
Statt mich läuferisch gut vorzubereiten, war ich dafür mit allem anderen rund um diesen Lauf sehr penibel. Erstmals hab ich mir zum Beispiel eine sehr detailierte Checkliste gemacht, alles wurde doppelt abgesichert, wir haben immerhin ein Auto als VP, also lieber mehr mitnehmen als nötig. Mit der Verpflegung hätte man vier Läufer durchfüttern können und es wäre noch was übrig geblieben.
Ausserdem hatte ich mir fest vorgenommen die ersten 80km wirklich langsam zu laufen, mich „einfach“ immer wieder an routinierte Läufer zu klemmen und dann nicht zu überholen.
Raceday.
Etwas über 1,5 Stunden Fahrt nach Arnsberg, Starterbeutel abholen, liebe Leute begrüßen und natürlich die eintrudelnden 230er bejubeln, für die Arnsberg nur ein VP ist.
Nachdem ich das offizielle Shirt und meine Laufweste angezogen hatte, war ich bereit, hatte bock.
Vor dem Start gab es natürlich noch ein launiges Briefing vom Veranstalter Jens, dabei wurde mir nochmal klar, wie aussergewöhnlich diese feine Veranstaltung ist, wirklich alles ist mit sehr viel Herzblut und maximaler Freiheit für uns Läufer organisiert.
18 Uhr, los gehts.
Erstmal auf eine 8km „Prologrunde“ rund um Arnsberg, sonst kommen die 100 Meilen (161km) nicht zusammen. Unterwegs gabs lustigerweise dann eine Umleitung und es wurden sogar 163km.
Den Prolog ist Jan als Bremsläufer noch mitgetrabt, eine der besten Ideen des Tages, danach war ich auf das Tempo gut eingegroovt und bin einfach dabei geblieben.
Wir hatten verabredet uns alle 15-20km zu treffen, wo und wie, das sollte Jan entscheiden, er hatte das superdetailierte Roadbook dabei und kannte damit jede Möglichkeit mich abzupassen. Ansonsten waren nur vier offizielle VPs über die 100-Meilen Strecke verteilt, die konnte er auslassen und mal eine Mütze Schlaf nehmen.
Aus Arnsberg raus gings es dann endlich auf den Ruhrtalradweg, noch war es brüllend heiß, aber die Zeit verfliegt schnell bis zum Sonnenuntergang. Ich hatte meine Hydration durchgehend im Griff, stündlich mindestens einen Liter Wasser reinkippen und zwei Salzcaps einwerfen, bei Bedarf mehr. Der Schweiß floss nur so, wenn es weniger wurde, dann hab ich mehr getrunken.
Halbmarathon bei Wickede nach 2:18 Stunden, so langsam war ich noch nie!
Marathon Distanz nach 4:25 Stunden in der Nähe von Holzwickede, die Pace passte, ich war schon ein wenig stolz auf meine Disziplin.
Ab km50 hat mich meine Crew dann dazu gebracht, auch mal ein paar Minuten sitzend zu verbringen, während meine Verpflegung aufgefüllt wurde. Gut so, hatte ich überhaupt nicht geplant, aber war richtig. In Ruhe was essen und trinken, noch hab ich Salzkartoffeln und Riegel reinbekommen, sogar mit Appetit, das wird später anders werden, also immer her damit. Danach wieder aufraffen, Stirnlampe greifen (es wurde dunkel), ein paar Meter gehen und wieder antraben, jedesmal erstaunlich, dass das überhaupt funktioniert.
Unterwegs hatte ich immer wieder tolle Begleitung, mal länger mal kürzer und auch Mehrfachbegegnungen. Um durch die Nacht zu kommen ist das schon sehr hilfreich. Einfach immer weiter traben. Wenig nachdenken, fokussiert bleiben, Schmerzen ausblenden.
Nachts ist es dann irgendwann auch dunkel, teilweise stockdunkel direkt am Wasser, da gibts nicht viel zu berichten und noch weniger zu fotografieren. Es war sehr warm, meine leichte Windjacke im Gepäck war nicht nötig. Ab und zu tanzende Lichtkegel von Stirnlampen, viel Froschgequacke, bei Herdecke einige verstörte junge Leute, die mit einem ruhigen Abend an der Ruhr gerechnet hatten, vermutlich um illegalen Substanzen zu konsumieren, natürlich viel plätscherndes Wasser und immer wieder war meine Crew plötzlich am richtigen Ort zur Stelle. Manchmal ist mir Jan entgegen gelaufen und sogar, mich motivierend, ein wenig mitgetrabt, er hatte ja Zeit 🙂
Ab km80, nach über 9 Stunden, kamen die ersten richtigen Durchhänger, teilweise war ich völlig alleine unterwegs, was festes essen konnte ich nicht mehr, nur noch Gel, Wasser, Salz und Gummibärchen.
Die Kilometer ziehen sich („… bin ich etwa immer noch am Harkortsee??!“), das Stück zwischen Herdecke bis zum Kemnader See war mental und körperlich hart, echt hart. Ich war immer froh wenn jemand an meiner Seite war.
Gehpausen, unendliche Müdigkeit. Und dann trabt man auf einen der 230er auf und mir wurde wieder klar: das sind die echten Helden bei diesem Rennen, die sind 10 Stunden vor mir gestartet und durch den kompletten irre heißen Tag gelaufen. Beklag dich nicht, renn!
Dann endlich nach über 10 Stunden laufen, die ersten Anzeichen von Dämmerung, Nebelschwaden, eine wahnsinns Stimmung, Motivationschub. Ich zog das Tempo an. Die paar Stunden bis die Hitze wieder anfängt sollten vernünftig genutzt werden. Jetzt überwiegend mit einer 5:40er Pace unterwegs, aber zwischendurch auch bei Bedarf den einen oder anderen „Bremsläufer“ genutzt. Nur nicht übermütig werden.
Immer wieder laufe ich mit einer sehr routinierten Ultramarathon-Läuferin zusammen, das waren enorm kurzweilige und angenehme Kilometer, ich versuche ja immer zu lernen, hier konnte ich lernen, dazu beste Ablenkung und eine super Pacerin.
Alles schmerzt mittlerweile, egal. Meine Crew sorgte für gute Laune und wir erreichen bei km100 Hattingen, das Gefühl von „bald bin ich da“ kommt auf, nur noch 60 Kilometer.
Ab jetzt wird es einfach nur noch heiß, pralle Sonne, zum Glück etwas Wind. Ich halte mich daran pro Stunde mindestens einen Liter zu trinken. Und niemals die Salzcaps vergessen. Bisher keine Krämpfe, ein echt gutes Zeichen dass meine Strategie funktioniert.
Bei km120 verreckt leider meine ActionsCam, Akku leer, kurz vorm Baldeneysee in Essen gibt sie auf. Für ein schönes Video reichten die Schnippsel nicht, aber meine Crew hatte auch noch was beizusteuern, siehe unten.
In Essen ist der offizielle „Nur noch Marathon“-VP.
So langsam fühlt sich aber alles „heimatlich“ an, die Ruhr fließt im großen Bogen um Mülheim herum, unter der Mintarder Brücke folgt auch schon der letzte offizielle VP, der nächste Stopp ist das Ziel in Duisburg. Ich bin hin und hergerissen zwischen der Freude bald anzukommen und den Schmerzen. Alles, wirklich alles schmerzt, ich bin völlig ausgelaugt, mache viele Gehpausen, bewege mich zwischen 7er und 9er Pace. Und treffe einen sehr erfahrenen 230er wieder, mit dem ich unterwegs schonmal eine gute Zeit hatte, wir bleiben fast die kompletten letzten Kilometer zusammen und motivieren uns gegenseitig. Die Strecke zieht sich.

Und dann plötzlich die totale Überraschung, meine Frau und Otto sind da! Einfach so, mitten an der Strecke kurz vor Duisburg!! Ich kanns kaum glauben und fange fast an zu heulen. Fragt mich nach dem schönsten Moment auf der TorTour, hier war er!
Ich hole den 230er wieder ein, wir traben/gehen/fluchen/spaßen gemeinsam weiter. Die Wegführung vor Duisburg ist nochmal Hölle, in praller Sonne über Deichkronen, trockene Sandwege, dann Asphalt. Gehen, laufen, gehen, laufen. Zäh wie sonstwas. Ich kann nicht mehr. Noch 4km, die fühlen sich an wie 20.
Jan hat mittlerweile das Auto geparkt, ist plötzlich an meiner Seite und trabt mit. Meine Frau bleibt mit Otto auf der Deichkrone im Schatten.

Nur noch 1km!!!
Das Rheinorange ist zu sehen! Ich halte kurz an, muss ein Foto mit dem Handy machen und den unglaublichen „Ziel-Monolithen“ aus der Ferne bewundern. Den 230er lasse ich ziehen, er soll endlich seinen verdienten Ruhm haben.
Den Rest jetzt gemeinsam mit meiner Crew. Was für ein Zieleinlauf!
Die letzten Meter über Kopfsteinpflaster zum Rheinorange, den Monolithen „abklatschen“, von Jens begrüßt werden und die fette Medaille bekommen.
Jetzt bin ich im Ziel!!!
Ich habe es echt geschafft!!
Nach über 20 Stunden Lauferei stehe ich da und die TorTour ist vorbei.
Der 230er ist plötzlich neben mir, er war unterwegs so eine riesen Hilfe, ich falle ihm in die Arme und schlucke kurz. Jetzt noch Fotosession, Freude, Tränen, einfach nur alles rauslassen.
Ein unglaublich emotionales Finale!
Meine beste Crew der Welt besorgt schnell noch eine Flasche Wasser, ich setze mich kurz und höre meine Platzierung: ich bin der 8. bei den 100 Meilen!!
Nie im Leben hab ich mich da eingeordnet, irgendwo Mittelfeld dachte ich, und dann das.
Hammer! Ich bin einfach nur glücklich!
Zusammengefasst: so ein Rennen wie dieses bin ich noch nie gelaufen. Emotional und körperlich war das extrem anstregend, die DNF-Quote spricht für sich.
Ich habe richtig tolle Bekannstschaften gemacht.
Ich habe gelernt.
Ich hatte die beste Crew der Welt.
Ich weiß dass ich mehr kann.
Und ich war erstmalig wahnsinnig diszipliniert, mit einfach allem. Trotz der miesen läuferischen Vorbereitung, ist alles so perfekt gelaufen wie es möglich war. Und das macht mich sehr stolz.
Vielen Dank an alle, die unterwegs den einen oder anderen Kilometer mit mir zusammen gelaufen sind, namentlich weiß ich noch Silke, Georg, Meinolf und Mike.
100km: 137 Finisher, 21 DNF
160km: 59 Finisher, 24 DNF
230km: 51 Finisher, 61 DNF




































Oh wow, Oliver!! TOLL!!! Einfach nur toll.
Alles. Deine Leistung, dieser Lauf, dein Bericht, deine Crew.
Was hätte ich darum gegeben, einen Teil deiner Crew zu sein! Damit ich wenigstens ein bisschen dieser tollen Atmosphäre hatte schnuppern können!!
Ich kann mir richtig vorstellen, wie das gewesen sein muss, als du plötzlich deine Frau und Otto am Streckenrand gesehen hast. Ich glaube, da wären mir als Zuschauer schon die Tränen gekommen, geschweige denn als Läufer.
Und super diszipliniert am Anfang einen 6:30er Schnitt! Das war bestimmt nicht einfach. Bist du eigentlich die zweite Hälfte schneller gelaufen? Wie ich sehe, die Route geht konstant etwas abwärts, wenigstens das muss angenehm gewesen sein.
Wie hat dich der Jan eigentlich getrackt? Über das Handy?
Und gibt es etwas, dass du im Nachhinein anders machen würdest?
Auf alle Fälle wünsche ich dir jetzt eine ganz, ganz gute Erholung… und geniesse die Erinnerungen an den epischen Zieleinlauf!!
Vielen Dank Catrina 🙂 Das war mein bisher längster, aber tatsächlich auch emotionalster Lauf, da gibts nichts dran zu rütteln.
Ich hab so ziemlich alles richtig gemacht, so dass sogar eine Art Negativ-Split drin war. Ich bin die zweite Hälfte zwar nicht wirklich schneller gelaufen, aber hatte immer wieder echt schnelle Kilometer. Weil es machbar war. Diese frühen, noch kühleren Morgendstunden wollte ich nutzen, das war so geplant und hat auch geklappt.
Die Abwärtsroute täuscht. Klar, die Ruhr fließt runter, aber da gabs immer wieder Brücken, fiese Rampen, Umleitungen, Deichkronen die einen aus dem Trott holten.
Jan hat mich über Handy mit „Wo ist“ getrackt, das haben wir noch hektisch 5 Minuten vorm Start eingerichtet, war sehr gut, klappte damit perfekt.
Ich würde fast nichts anders machen. Ok, weniger Vielfalt und gezieltere Verpflegung vielleicht (drei statt sechs Tüten hiervon und davon), aber alles in allem war ich (abgesehen vom Lauftraining) tatsächlich sehr gut vorbereitet.
Wir machen grade Kurzurlaub am Strand und ich schwelge in Erinnerungen, perfekt 🙂
Unfassbar. Meinen allerhöchsten Respekt zu deiner Leistung und natürlich diesem famosen Beitrag. Vielen Dank dafür …
Vielen Dank Martin! Man macht sowas „einfach“ und wundert sich hinterher dass sowas überhaupt möglich war 🙂
Lieber Oliver,
was für ein Lauf!
Was für eine unglaubliche, mir völlig unbegreifliche Leistung, die du vollbracht hast. Dein Beitrag bringt diesen Verlauf, die Phasen und Emotionen, die du im Laufe der 20h durchlaufen hast, so hautnah rüber, dass ich nocheinmal mitfiebern konnte.
Alles richtig gemacht – von der Wahl deiner Crew (der Satz von Jan zeigt, dass er weiß, um was es geht!), über die Ernährung, das Lauftempo, Unterstützung durch andere Läufer.
Noch einmal ganz herzliche Gratulation! Erhol dich gut 🙂
Vielen Dank Doris! Ich kann es selbst immer noch nicht richtig glauben und alles sackt noch ganz schön nach. Besonders wohltuend ist aber eben, dass ich einfach alles richtig gemacht hab. Bei so einer Nummer die Nerven bewahren, diszipliniert bleiben und niemals auch nur den Hauch ans Aufgeben gedacht hab. Auf den letzten 5km ist VP-Crews durchgesickert wie hoch die DNF-Quote zu der Zeit war, das ist dann echt heftig wenn man mit diesem Wissen kurz vorm Ziel ist.
Lieber Oliver,
tja, was soll ich dazu sagen! Wahnsinn … und ich wäre so gerne dabei gewesen, aber ich hätte noch nicht wieder gut durch die Nacht ‚gefunden‘! Noch hängt mir etwas Müdigkeit in den Knochen. (Eisen?)
Jetzt erstmal HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, du bist der Held! Da braucht es (noch) keinen 230er!!!
Toll gemacht, die richtige Crew gehabt und nach den Schmerzen auf der Strecke, einer Super-Performance mit wahnsinniger, mentaler Stärke hast du auch einen richtig schönen Bericht geschrieben! Ich konnte soooo viel nachempfinden, obwohl ich noch nie eine sooo lange Strecke gelaufen bin. Ich war nur im Gebirge schon genauso lange unterwegs. Die Tiefs zwischendurch und dann wieder die Hochs in Form von Pausen, Begegnungen, Kilometerschildern und dergleichen. Das Tollste, die Begegnung mit deiner Frau und Otto. Da hatte ich mich im Fortlauf des Textes in deinen Lauf so ‚eingefühlt‘, dass mir fast beim Lesen die Tränen gekommen sind.
Bin gespannt auf deine Antworten zu Catrinas Fragen, hätte nur selbst noch eine: woher hast du sooo viel Wasser bekommen? Hat Jan das so toll abgepasst, dass er zwischen den offiziellen VPs immer zum Nachfüllen da war?
Jetzt erhol dich von deinen Schmerzen und lass es noch lange nachklingen!!!
Liebe Grüße Manfred
Vielen Dank Manfred! Ich musste natürlich oft an dich denken, wir hatten ja über die Möglichkeit der Rad-Begleitung gesprochen. Auch das hätte super geklappt, für eine Rad-Crew ist die Herausforderung aber auch echt extrem, also alles gut und richtig gelaufen.
Irgendwie fühle ich mich erst jetzt so ein wenig wie ein Ultraläufer, jetzt weiß ich dass wirklich noch mehr möglich ist, mental stecke ich das alles weg, ich kann mich konzentrieren und abschalten und mich in schweren Momenten wieder motivieren. Schon irre irgendwie.
Ich hatte in meiner Weste 2x 500ml Flasks mit Wasser und dazu eine 250ml Flask mit Liquid Gel. Den Liter Wasser hab ich immer bis zum nächsten Treffpunkt leer gehabt, im Auto hatten wir 20L dabei, fast 15 davon hab ich getrunken. Dazu noch auftanken an den offiziellen VPs, vermutlich hab ich also gute 18-19 Liter verbraucht. Aber auch zweimal Pinkelpause, das hat mir gezeigt dass alles im Lot war 🙂 Das Liquid war übrigens erst ab ca. km70 so richtig gefragt. Und auch nur weil ich mir eingehämmert hatte, ja nicht in eine Unterversorgung zu rutschen. Irgendwann mag man das alles halt einfach nicht mehr 🙂
Ich hab grade Sonne, Sand und Meer, die perfekte Erholung!
Gratuliere nochmal zum Finish! Ganz großes Kino!
Sorry für das „Druck-machen“ auf den letzten Kilometern 🙂 aber langsamer hätte es auch nicht weniger geschmerzt \m/
Ich hoffe, Du hast Dich mittlerweile wieder erholt.
Schick mir mal Deine Email, habe noch ein nettes Bild von Dir, neben mir am Monolithen 😉
Hey Georg! Toll dass du mich hier gefunden hast!! Email kommt separat, hoffe deine Adresse hier passt.
Vielen vielen Dank für deinen Support, das war kein Druck machen, das war genau richtig („3-2-1 nochmal laufen“) um irgendwie das Tempo zu halten und endlich mal anzukommen.
Ich erhole mich grade barfuß am Strand, besser gehts nicht 🙂
Hey Oliver!
Danke für dein Lob 🙂 Riesen Respekt vor deiner Leistung – das war echt irre! Chapeau!!!
Für mich war es ein besonderes Erlebnis, deine Leistung begleitet zu haben. Es ist eine Sache, im Internet fremde Menschen zu sehen, wie sie irgendwelche absurden Strecken rennen. Ganz anders ist’s dabei zu sein und den Schweiß, die Erschöpfung und die Schmerzen des Athleten (bist du definitiv) und eines Freundes direkt zu erleben.
Für mich war es ein langer aber auch wirklich toller Tag. Zur zeitlichen Überbrückung hatte ich zwar ein Buch und mein iPad bei. Letztlich habe ich aber insgesamt bloß drei Seiten gelesen und das iPad gar nicht genutzt. Ich war viel zu beschäftigt, dich zu verfolgen, einen nächsten Treffpunkt rauszusuchen und dir entgegen zu laufen. Ich glaube, ich habe dich 14 oder 15 mal abgefangen. Geschlafen habe ich zwei mal für etwa 30 bis 40 Minuten. Irgendwie war es sehr schön, einer so einfach und klar formulierten Aufgabe nachzukommen: Oliver unterstützen, damit er ins Ziel kommt! Die insgesamt rund 24 Stunden waren schließlich sogar recht kurzweilig.
Highlight war natürlich der Zieleinlauf, als ich hinter dir her bin, Stuhl auf dem Rücken und gesehen habe, wie glücklich und erleichtert du am Rheinorange abgeklatscht hast. Ehrlich gesagt musste ich mir da auch eine Träne verdrücken. Das war krass!
Wie schon gesagt: Du bist der schnellste alte Mann, den ich kenne 😉 und so alt bist du noch gar nicht.
Was machen wir als nächstes? 🙂
Genieße den Urlaub!
Liebe Grüße
Jan
Beste Crew der Welt, ohne dich hätte ich das nicht hinbekommen!! Immer dann da wenn ich es brauchte, immer totale Punktlandung. Und dabei wusste ich nie so genau wann wir uns wieder treffen. Einmal hat meine Begleitung gefragt „wann triffst du das nächste mal deine Crew?“ und ich darauf „keine Ahnung, er wird da sein wenn das Wasser alle ist und ich neues brauche“ So eine Planung hatten die anderen nicht, da waren alle Treffpunkte fest ausgemacht.
Wir Läufer haben uns unterwegs eh immer wieder darüber unterhalten, wie aufreibend das alles für die Crews sein muss, wir mussten ja nur laufen, ihr hattet viel mehr zu tun. Und deshalb hier nochmal: ich freue mich riesig dass du meine Crew warst und dein Job war perfekt! Nur dadurch konnte ich voll fokussiert laufen und hab ja offenbar alles was möglich war rausholen können.
Der Zieleinlauf war krass, der gute Georg musste ja auch noch ein paar Tränen von seiner Schulter wischen. Ich war in jeder Hinsicht am Ende und da musste alles raus. Gut so 🙂
Was wir als nächstes machen? Ich supporte DICH bei irgendeinem Blödsinn! Oder wir rennen irgendeine Ultrastrecke gemeinsam im Kreis rum …
Ich glaube, es war gut, dass wir eigentlichen keinen Plan hatten. Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass du mir auch detailliert sagst, wo ich sein soll. Letztlich bin ich aber froh, dass du mir das überlassen und scheinbar vertraut hast. So konnte ich das für mich gestalten, hatte was zu tun und war stressfrei. Ohne das GPS-Tracking wäre das allerdings echt viel schwieriger gewesen, da ich dann nie gewusst hätte, wann du genau kommst und immer im Wartestellung hätte bleiben müssen. So habe ich ja sogar Push-Nachrichten bekommen, wenn du dich auf x-Meter genhähert hast und ich konnte mich rechtzeitig an den Rand stellen ohne ewig zu warten.
Beim nächsten Mal, testen wir die Technik aber bitte vorher 😉 Ansonsten fand ich unsere Strategie, einfach alles auf uns zukommen lassen, sehr gut!!
Es ist auch im Nachhinein erstaunlich, wie schnell die Zeit für mich verging. Ich war komplett im Flow und auf meine Aufgabe fokussiert. Den Eifer sollte ich vielleich auch beruflich an den Tag legen ;-D
Im Kreis rennen klingt (erstmal) super. Ich glaube, da sind wir ganz gut drin.
Ich hoffe, deine Schmerzen haben allmählich nachgelassen!
Ursprünglich wollte ich auch einen genauen Plan machen, aber mir kam sowas wie „alle 15-20km“ irgendwie sinnvoller vor. Aber ja, die GPS-Technik sollte besser nicht 5 Minuten vorm Startschuss getestet werden, da kam mal kurz Hektik auf und das Vor-Start-Feeling hat etwas gelitten, aber zum Glück hab ich meinen Aluhut noch abgelegt und alles hat geklappt 😉
Die Strategie war sehr gut, hat für uns gepasst (andere Läufer aber nervös gemacht) und auch mich weniger unter Druck gesetzt.
Nach so einer Nummer ein paar Tage am Strand zu verbringen: perfekte Erholung! Ich trabe schon wieder ganz sachte einige Kilometer (barfuß im Sand natürlich).
Herzlichen Glückwunsch, Oliver!
Überagende Leistung bei minimalem Training! Das zeigt, was für ein Talent du hast. Jetzt bin ich mit meinen Sandalen nicht der einzige Exot. Und du hast bewiesen, dass man damit auch lange und schnell laufen kann. Respekt! LG Jens
Wie kann ich dir meine Fotos zukommen lassen?
Vielen Dank Jens! Das minimale Training hätte ich gerne maximiert, wäre gut gewesen Aber ansonsten bin ich stolz wie bolle auf das was ich abgeliefert hab.
Wir müssten übrigens ingesamt vier Sandalenläufer/innen gewesen sein. Ich weiß aber nicht ob die anderen durchgekommen sind. Und Exoten sind wir eh nicht, das sind die Typen mit den mega Dämpfungen
Ich schicke dir noch Email, da kannst du mit Bildern antworten, würde mich sehr freuen! Danke auch für deinen Ansporn, du warst eines der Bausteine weshalb ich überhaupt teilgenommen hab!
klasse, wss der alte Mann kann, kannst du besser
Ich bin doch der alte Mann, laut meiner Crew 😀
Lieber Oliver,
danke für diesen Bericht, der dein Erlebnis mit Höhen und Tiefen richtig gut rüberbringt. Wir haben schon um 18 Uhr an dich gedacht, nach dem Motto, so, nun ist er losgerannt. Und dann immer die Frage, wie mag es ihm gehen? Wie kommt er durch die Nacht?
Schön, dann immer mal ein Infoschnipsel zu erhalten. Das zeigte, dass du wahrhaftig mal langsam machst, Oliver und LAAAANGSAAAM… Aber ich denke, das war genau richtig so. Auch deine sonstigen Vorbereitungen und strategischen Vorgehensweisen. Das Trinken war bestimmt extrem wichtig, bei dieser Hitze! Und wie haben wir uns mitgefreut, dich dann in der Zielliste zu sehen!
Rrrrrichtig gut gemacht! Und nun gute Erholung, hast du dir verdient!
Liebe Grüsse, Elke
Dein Ergebnis ist grandios! erstens überhaupt durchkommen, die DNF-Quote spricht Bände. Und dann deine Zeit und Platzierung – wow! Wie schade, dass es den Lauf nicht mehr geben wird, das wäre deins gewesen!
Vielen Dank Elke! Auch fürs Mitfiebern über den Threema-Kanal, ihr hattet ja ordentlich zu tun mit Catrina und mir 🙂
Ich war mega diszipliniert, hab mein mangelndes Training mit Strategie kompensiert, zwar trotzdem ordentlich gelitten, aber nie auch nur ansatzweise soviel dass ich über ein DNF nachgedacht hab. Trinken und Salzcaps war für mich am wichtigsten, aber auch das Vertrauen auf die Verlässlichkeit meiner Crew. Und dann am Ende so ein Ergebnis! Nie und nimmer hätte ich mich so weit vorn gesehen, richtig krass toll 🙂
Ja, wirklich schade dass es keine weitere TorTour mehr geben wird, aber immerhin war ich nochmal dabei. Anderes wird kommen 🙂
Absolut unfassbar, was ich hier zu lesen und zu sehen bekomme!
Nicht nur die gigantische gigantische Entfernung, die ich mir bei maximaler Kraftausbeute evtl. noch mit dem Rad vorstellen könnte … sondern auch das Tempo dabei. Durch diese hügelige Gegend! Voll die Aktion aus anderen Galaxien.
Herzlichen Glückwunsch zu allem! Und Danke für‘s komfortable Zuschauerpodest via Blogbericht.
Wie gut, dass ich mich auch mal zum Besuch hierher aufgerafft habe.
Willkommen und vielen Dank Lizzy 🙂 Jetzt, mit ein paar Tagen Abstand, kommt es mir selbst vor wie eine Aktion aus einer anderen Welt. Dazu denke ich dann auch immer noch: wie krass die 230km Läufer/innen so drauf sind! Nochmal 70km mehr!! Ich bin stolz auf mein Ergebnis und glücklich dass ich überhaupt dabei sein konnte 🙂
Nein, es wundert mich ÜBERHAUPT nicht, hier von deinem Abenteuer zu lesen, im Gegenteil, es war ja nur eine Frage der Zeit, bis du dich an den Start eines solchen Ultras wagst. Man konnte förmlich darauf warten. Schließlich “ kennt “ man sich ja schon ein paar Tage !!
Und ich bin so froh davon zu lesen, deine Erfahrungen dieser Herausforderung zu lesen, und ich wiederhole: für mich keine Überraschung !
Ich freue mich, dass du auch alles rundum um einen solchen Lauf erlebt hast: Emotionen, Anstrengungen, Kopfarbeit, die des Körpers nicht zu vergessen.
Kompliment, dass du es trotz deiner relativ “ wenigen “ Vorbereitung so grandios geschafft hast. Naturtalent – sag‘ ich doch, wäre schade, wenn du es nicht probiert hättest !!
Besonders gut finde ich auch die Sache mit der Crew, so etwas habe ich leider nicht erlebt, war unterwegs immer auf mich alleine gestellt, aber auch das ist machbar, wie ich es oft genug bewiesen habe ! Der Kommentar von “ deinem “ Jan hat mir besonders gut gefallen !!
Freue mich immer, wenn ich solche Berichte lesen kann, bestätigt mir, dass auch ich in Hinsicht ULTRA alles richtig gemacht habe und nicht einen einzigen Schritt jemals bereut habe.
Willkommen im Club und nochmals Glückwunsch zu deiner Platzierung – zu der bestandenen Challenge !!
Auch die Emotionen, wenn man an der Strecke seine Liebsten trifft, kann ich bestens nachempfinden, es ist wie Treibstoff, wie Medizin !
Im übrigen habe ich NIE Salz zu mir genommen, das Einzige, das ich zu mir nahm, war Magnesium. Und essen konnte ich meist überhaupt nichts. Wie war das bei dir ? Hast du unterwegs gegessen und was ?
Du hast Feuer geleckt, ich bin sicher, das war nicht dein letzter Ultra !!
P.S. Meine längste Strecke waren 147 Kilometer, du hast sie übertroffen !
Vielen Dank Margitta! Du kennst deine Pappenheimer 🙂 Ja, wirklich, diesmal hab ich eine gehörige emotionale und körperliche Anstrengung durchlebt. Aber auch viele tolle Erfahrungen gemacht, die Laufpartner waren Gold wert, ich als Eigenbrödler musste und wollte mich auf meine Crew verlassen (die beste Crew der Welt!), eine Nacht zu durchlaufen hatte trotz der Mühe einen ganz besonderen Reiz und den Zieleinlauf kann man nicht in Gold aufwiegen. Dass dann auch noch unerwartet meine Liebsten an der Strecke waren, Hammer!
Mit Salz, Magnesium, „Krampfblockern“, usw. hab ich viel experimentiert. Und bin jetzt (erfolgreich!) bei einer Kombi aus Salzkapseln und Salztabletten mit viel Wasser angekommen. Das funktioniert bei mir einfach. Magnesium dagegen überhaupt nicht, ganz im Gegenteil sogar, war immer ganz schlecht für Magen/Darm.
Ich konnte bis ca. km80 relativ gut essen, Eiweißriegel, Salzkartoffeln, Weingummi, an den VPs Salzstangen, Melonen und Orangen. Aber später ging nur noch das Liquid-Gel und ab und zu ein Weingummi. Und das Gel zb brauchte ich vorher fast überhaupt nicht. Alles sehr lehrreich und ich habe zum Glück alles richtig gemacht.
Nein, das war nicht mein letzter Ultra, sehr sicher 😉
Voll schade, dass das die letzte Ausgabe war. Nicht weil ich mir die TorTour antun würde – das ist mir eindeutig zu lang und zu viel Asphalt, aber deiner Crew hätte ich sehr gerne beigewohnt. Ich glaub, da bin ich nicht der Einzige. Du hättest ein Auswahlverfahren starten müssen, wenn des denn eine Neuanflage gegeben hätte.
Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich deine Leistung brutal feiere? Nein? Tue ich. Respekt und herzlichen Glückwunsch!
Danke Martin 🙂 Na hätte ich das gewusst, du wärst als Crew rekrutiert worden! Aber ich bin ja so ein Geheimniskrämer wegen anstehender Rennen, hab deshalb nur im nächste Umfeld leise angefragt. Am Ende war Jan als Crew perfekt, er hat den Job super gemacht und es war nichtmal Hotel oder so nötig.
Ja, wirklich schade dass es vorbei ist, in zwei Jahren würde ich mich vermutlich sogar an die 230km wagen. Aber es ist wie es ist.
Hier mal ein Zitat aus dem letzten Newsletter:
„So! Und wer jetzt fragt: warum ist nach 20 Jahren und 10 Ausgaben Schluss? Weil es gut ist!
Wir gehen in TorTouRente! Die Rechte bleiben bei mir. Es gibt keinen Nachfolger! Weil es so gut war, wie es ist.“
Und das find ich dann auch gut. Man sollte die Party immer verlassen wenn die Stimmung am besten ist 🙂
Ja, da haben die beiden recht.
Da gibt’s übrigens noch eine witzige Story: Ich hatte Jens und Ricarda 2014 als 3:45- und 2015 als 3:30-Pacemaker beim FFM Marathon – ohne zu wissen, um wen es sich da handelt. Ricarda meinte noch, es wäre ihr erster Marathon. Gut, habe ich gedacht – dann gleich Pacemaker? Okay…
Aber sie meinte wohl den Job als Pacemaker beim FFM Marathon. 😀
So umtriebig wie ich die beiden einschätze, war es wohl das Marathon-Pacemaker Debut 🙂