Realitätscheck

Hier im Rheinland werden nun die ersten Laufveranstaltungen wegen Corona abgesagt und das ist bestimmt erst der Anfang. Die Veranstalter machen es sich ganz sicher nicht leicht und für Meckerei hab ich kein Verständnis. Ja klar, es wurde darauf hin trainiert und vielleicht gab es hohe Erwartungen und überhaupt "das ist mein jährlicher Traditionslauf" blabla. Macht euch mal locker Leute, wir machen das als Hobby, wer gesund bleibt (und das sollte immer oberstes Ziel sein), kann auch in den nächsten Jahren noch Medaillen verdienen.
Da ich eh keinen Trainingsplan hab und einfach aus Spaß an Wettbewerben teilnehme, finde ich es zwar einerseits schade wenn jetzt was ausfällt, aber drehe andererseits einfach weiterhin meine einsamen Runden, an denen ich nicht minder Spaß hab.

Und zur Zeit gibts auch endlich wieder was zu sehen, die Tage werden merklich länger, meine Feierabendläufe sind nicht mehr durchgehend stockfinster und der Rhein hat Hochwasser! Nach den letzten zwei Jahren Trockenheit ist das ein echt ungewohnter Anblick.

März 2019:
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Dazu mal im Vergleich der Sommer 2019:
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Normalerweise laufe ich sehr gerne eher gemütlich direkt unten am Wasser auf den Trampelpfaden, nunja, die sind jetzt abgesoffen. Also hab ich zur Zeit ca. 99% befestigte Wege, die mich nicht grade dazu bewegen langsam zu laufen. Tempotraining leicht gemacht, es passiert einfach.

Und da der "Winter" ja offenbar jetzt wirklich vorbei ist: ich habs mit den Shorts durchgezogen, die langen Tights wurden nicht gebraucht. Es gab aber auch keine so richtig kalten frostigen Tage, mir wurde es also leicht gemacht.  
Stattdessen war meine gute leichte Regenjacke, die ich seit sechs Jahren besitze, noch nie so viel im Einsatz wie in den letzten vier Wochen.
Irgendwas ist ja immer 🙂

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Bleibt alle gesund und dreht weiterhin zufrieden eure Runden an der frischen Luft.

17 Gedanken zu „Realitätscheck“

    1. Hi Marc, tja das Thema treibt uns eben grade um 🙂
      Bei mir wäre es jetzt am Sonntag der Neandertallauf gewesen, wollte den endlich mal mitmachen, aber das wird ja jetzt nix. Mal schauen was der April bringt.
      Danke, Dir auch, immer schön gesund bleiben!

  1. Moin Oliver,

    ich sehe das wie Du. Ich bin zu zwei Läufen im April gemeldet, von denen ich jetzt erst einmal vermute, dass die nicht stattfinden werden. So what, ich wollte da eh keinen Blumentopf gewinnen und wenn das die einzigen Einschränkungen bleiben sollten, könnten wir uns glücklich schätzen. Ich fürchte, dass es nicht unbedingt bei ein paar abgesagten (Lauf-)veranstaltungen bleiben wird.

    Auch die in den Wind geschriebenen Startgebühren werden die meisten in unserem Wohlstandsland sicher verschmerzen können.

    Hoffen wir, dass wir und unsere Liebsten (hier ins besondere unsere Eltern) gesund bleiben. So wie wir unseren Sport mögen, besteht zumindestens bei unserern einsamen Alltagsrunden wohl keine Ansteckungsgefahr 😉

    Viele Wasser im Rhein, ein beeindruckendes Bild!

    Bleib fit! Liebe Grüße
    Volker

    1. Moin Volker, die Situation ändert sich ja fast stündlich, wer weiß schon was im April ist. Lieber gesund bleiben, rumrennen können wir auch so.
      Und das Startgeld gilt für mich in diesem Fall als „Spende“, die Veranstalter werden sicherlich den einen oder anderen Euro brauchen können.
      Der Rhein macht sogar andere Geräusche bei so einem Pegel, sehr cool wenn man so nebenher läuft 🙂
      Danke und ebenso!

  2. Hallo Oliver,
    das sehe ich genau so – und dein 4. Satz gehört unterstrichen und eingerahmt! 🙂
    Die Bilder vom Rhein sind toll. Und dass dich das Hochwasser nun zum Tempotraining br(zw)ingt, ein interessanter Nebeneffekt.
    Den ganzen Winter mit Shorts? Hm… obwohl ich mich nicht zu den ausgesprochenen Frostbeulen zähle, wäre mir das zu frisch. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich deutlich gemütlicher unterwegs bin. 😉
    Bleib gesund!

    1. Hallo Doris,
      genau, was soll die Meckerei, einfach mal weiterdenken, das hilft.
      Auf Asphalt werden die Fivefingers immer schneller, ich verstehs ja selber nicht 😉
      Der Winter war hier wirklich sehr mild, wirklich bei Frost bin ich höchstens fünfmal gelaufen, und „knackiger Winter“ ist einfach anders. Das ging schon so mit Shorts.
      Danke und bleib auch gesund!

  3. Lieber Oliver,
    auch wenn mir diese Corona Panik ziemlich auf die Nerven geht, die Veranstalter dieser Läufe haben sicherlich nicht aus Langeweile oder Unlust abgesagt, und die haben es ganz sicher schwer genug mit den Folgen umzugehen, also ist einfach jedes Meckern darüber echt daneben. Vielleicht tut es uns verwöhnten Menschen auch mal gut, das unsere „Freiheit“ etwas eingeschränkt wird und wir mal wieder merken, mit welchen Privilegien wir gesegnet sind?
    Es ist halt wie es ist, und du machst es genau richtig: dann eben weiter die Runden am (oder fast im 😉 ) Rhein drehen. Frische Luft und Bewegung genießen.
    Gelassenheit und Geduld tut auch mal wieder gut!
    Die Vergleichsbilder vom Rheinufer / bzw vom Rhein sind schon cool. Wir haben hier an der Mosel schon Dauerhochwasser. Nicht schlimm, aber immer so, das die Überlaufwiesen und Radwege weg sind.
    Hoffen wir, dass das Wasser eine Weile reicht.
    Das es nicht so schnell wieder wegtrocknet.
    Viel Spaß beim Runden drehen auf den schnellen Strecken 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    1. Das Thema Privilegien ist ein guter Hinweis, liebe Helge. Da wird vieles als völlig selbstständig hingenommen, was aber nur funktioniert wenn alle einen klaren Kopf behalten und mal vom Herdentrieb ablassen. Die Veranstalter sind entweder hochvernünftig oder folgen schlicht und einfach den neuen Auflagen (so wie hier in NRW). Das darf man dann schade finden aber eigentlich ist ein ‚Danke‘ dafür angesagt. Ich bin gespannt wie sich alles in den nächsten Wochen entwickelt.
      Bis dahin renne ich einfach alleine weiter, staune über den grade reinfliegenden Frühling, versuche nicht im Rhein zu schwimmen und halte Abstand zu anderen.

  4. Lieber Oliver, bin ganz bei dir ! Als wenn es nichts anderes Schönes gäbe als Wettkämpfe, darauf kann ein “ echter “ Läufer verzichten, wenn es um seine und um die Gesundheit im allgemeinen geht. Es ist wie es ist – und wir müssen sehen, wie wir vernünftig da rauskommen !!

    Das Beste, dass unsere Lauffreude nicht nur im Wettkampf endet, sondern dass wir durchaus unsere Freude, unseren Elan aus den täglichen Allein-Läufen schöpfen – und die die Wettkämpfe partout vermissen, kommen irgendwann auch wieder auf ihre Kosten, Vernunft und Anpassung sind gefragt!

    In diesem Sinne immer weiter laufen…………….

    1. Liebe Margitta, ich mag Wettkämpfe auch sehr, finde es toll mich zu in irgendeiner Form zu messen. Aber das ist doch bloß ein „Goodie“ oben drauf! Dass die Veranstaltungen jetzt abgesagt werden, ist mehr als vernünftig (sogar die parkruns wurden jetzt ausgesetzt) und im Sinne von allen.
      Einfach weiterhin die einsamen Runden drehen ist jetzt angesagt, ich empfinde das als sehr erfüllend und geniesse Wind und Wetter und den eintrudelnden Frühling. Niemand hindert mich im übrigen daran nach Stoppuhr meine eigenen kleinen Wettkämpfe zu laufen 😉

  5. Lieber Oliver,
    ja es sind unruhige Zeiten. Inzwischen sind Absagen von Veranstaltungen, nicht nur von Läufen, ja ziemlich durchgängig. Nun ja, wenn es hilft, soll es gut sein. Ich habe mich zwar ein wenig über den entfallenden Syltlauf geärgert, aber es ist nunmal nicht zu ändern.
    Du schreibst völlig zu Recht, die Situation ist nunmal wie sie ist und es kommen wieder Lauftermine, und dann geht es weiter.
    Freuen wir uns über den herannahenden Frühling, die längeren Tage und machen wir das Beste draus.
    Achten wir auf uns, auf Hygiene, auf Abstand zu anderen Menschen. Wenn jeder seins beiträgt zur Entschärfung der Situation wäre doch schon viel erreicht.
    In diesem Sinne, bleib gesund!
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke, wer wie ihr schon eine Reise gebucht hat und dann wird das Ding abgesagt, da darf man sich auch ruhig mal kurz ärgern. Aber besser ist das, wie die aktuelle Entwicklung ja zeigt, jeder kann und sollte jetzt dazu beitragen dass alles nicht noch schlimmer wird.
      Irgendwann kehrt wieder Ruhe ein und wir können wieder im Pulk um die Wette laufen 🙂
      Habt trotzdem viel Spaß auf Sylt, bleibt gesund und geniesst das super Laufwetter!

  6. Lieber Oliver,

    ich möchte sogar noch ein weiteres Argument für die Veranstalter vermerken! So glaube ich nicht nur, dass es sich die Veranstalter mit Absagen nicht leicht machen, sondern dass so manch kleiner Verein (Veranstalter) auf die Einnahmen dringend angewiesen „ist/wäre“. Sie haben ja z. T. ordentlich vorfinanziert! 😥

    Aber es ist, wie du sagst, wie es ist! Und wenn wir alle vernünftig sind, tragen die Maßnahmen hoffentlich zur Verlangsamung der Ausbreitung des Virus bei. Letztlich liegt es doch an Einzelnen und deren Vernunft. Die stärkste Verbreitung findet doch in Räumen und bei Unvernünftigen statt. (sach nur: après-Ski-Partys)

    Solange uns, wie Helge, die Corona Panik ziemlich auf die Nerven geht, verschwinden wir nach draußen, laufen unsere Runden mit oder ohne Stoppuhr gegen uns oder die Zeit! 😉 … und wenn es eine Ausgangssperre auch bei uns geben sollte, na dann verschwinde ich eben nachts in den 300 m nahe gelegenen Wald! 😆

    Ganz so konsequent wie du habe ich den Winter nicht in kurzen Hosen durchgezogen. Ich glaube, dass ich 3x schwach geworden bin, weil es leichte Minusgrade hatte. – Heute war mir ein etwas „dickeres“ kurzärmliges Shirt schon wieder zu warm (15 Grad). 🙂

    Viel Spaß auf deinen Runden und bleib gesund!

    LG Manfred

    1. Lieber Manfred,
      der finanzielle Aspekt dürfte besonders für die liebevollen kleineren Veranstaltungen eine echte Katastrophe sein. Hier sollten die Angemeldeten die Möglichkeit haben die (bereits gezahlten) Anmeldegebühren einfach zu spenden. Ich würde das sofort machen.
      Vernunft, Besonnenheit und vor allem Umsicht sind jetzt angesagt. Und zwar von allen. Wer dagegen völlig alleine seine Runden dreht, sollte doch eigentlich nichts verkehrt machen, aber wer weiß was noch kommt … Ich glaube ja das fängt jetzt erst richtig an in diesem Land.

  7. Hey Oliver,

    auch ich war enttäuscht, hatte ich doch vor, beim Berliner HM und zwei Wochen später in Hamburg Vollgas zu gegeben. Doch dann sagte ich mir: Dann mach ich es halt alleine. Ich bin los und lief mit einer 4:15er Pace und 1:29 Std meine Bestzeit auf den HM. Ich brauche niemanden, der mich motiviert. Ich wollte die 1:30 schaffen und wusste, dafür muss ich viel, vielleicht alles reinlegen. Die letzetn 4K waren sehr hart und da haben mir wirklich die Zuschauer gefehlt, habe die 1:30 aber dann doch noch geknackt. Ich denke, beim Berliner HM wäre ich schneller gewesen, aber was soll’s, dann gehe ich nächstes Jahr direkt über Los auf de 1:25 und fertig (-;

    Wenn man noch rausgehen darf, ziehe ich glaube ich am Wochendende den Marathon durch…bin mir aber noch nicht ganz sicher, weißt ja…“open window“, und in der derzeitigen Situation….mhm, was denkst du? Gefährdet wird jedenfalls keiner!

    Liebe Grüße

    1. Hi Martin,
      ich hab deinen Solo-HM mit Ansage ja „verfolgt“, sowas find ich einfach klasse! Es muss nicht immer ein Wettkampf sein, wer mit einem Ziel vor Augen alleine rennt, wächst gelegentlich über sich hinaus.
      Mach deinen Marathon wenn du dich fit genug fühlst, muss ja nicht auf Zeit sein, die Distanz alleine ist ja schon respektabel genug. Falls wir noch raus dürfen, aber wer alleine läuft hält sich ja ans social distancing 😉

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