Jüchtlauf

Seit Juni 2010 laufe ich regelmäßig. Anfangs einfach nur so, aber irgendwann kam die Idee mal an einem Volkslauf teilzunehmen. 2012 hab ich mich dann also auf meinen ersten offiziellen Wettkampf gewagt, das war der Jüchtlauf in Düsseldorfs Süden. Aufgeregt bis in die Haarspitzen, keine Ahnung von minimaler Planung und natürlich hochmotiviert. Nach dem erfolgreichen Finish ging nichts mehr, ich war wirklich fix und fertig, dazu gibts auch noch ein schönes Foto 🙂
Seitdem bin ich den Jüchtlauf leider nicht wieder gelaufen, hatte sich einfach nie ergeben, immer ist was dazwischen gekommen.
Aber nicht so dieses Jahr.
Kurzfristig angemeldet ging es heute bei tollem Wetter auf die schöne schnelle Strecke. Nach einer launigen Ansprache und dem gemeinsamen Countdown runterzählen, startet der Lauf zuerst kurvenreich durch das beschauliche Himmelgeist, danach gehts durch Wiesen und Weiden, kurz am Rhein entlang, zurück durch Itter, noch eine kleine Schlaufe wieder in Himmelgeist und plötzlich ist das Ziel da.
Teilweise bin ich auf der zweiten Hälfte der Strecke ziemlich alleine gelaufen, immer den Sub40 Raketen hinterher, hab aber die 39 mal wieder knapp verfehlt. Finish mit netto 40:50 Minuten, um knapp einer Sekunde an meiner bisherigen PB vorbei geschrammt, es gibt wahrlich schlimmeres.
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Dieses Jahr waren 220 Finisher dabei, ich auf Platz 23, dritter meiner AK.
Der Plan war überhaupt nicht besonders schnell zu laufen, sondern mehr der Spaß mal wieder an einem sympathischen kleinen Volkslauf teilzunehmen, die Strecke lädt allerdings ein ab und zu auf die Tube zu drücken. Zum Ende hin haben sich dann die fast 90 Wochenkilometer bemerkbar gemacht und ich hab etwas Tempo rausgenommen. Wer nie richtiges Tempotraining macht, muss halt auch mal improvisieren.
Neben dem 10km Rennen gibt es natürlich noch 5km, Bambini und Staffellauf, alles überschaubar, sehr freundlich und toll organisiert. Und dafür kann man als Teilnehmer überhaupt nicht genug danken, die Orga vor Ort war klasse und unkompliziert. Und wie beim jährlichen Halbmarathon in Himmelgeist (der zu meinen Lieblingsläufen gehört) scheint das halbe Dorf an der tagesfüllenden Veranstaltung irgendwie teilzunehmen. Da keinen Spaß zu haben, ist fast unmöglich.
Erstaunt war ich übrigens über das hohe Leistungsniveau, teilweise mit bekannten Gesichtern (hallo Thomas!), aber auch viele Vereinsläufer mit echt viel Tempo. Ausserdem war endlich mal ein weiterer Fivefingers-Läufer dabei, der sogar auch noch sein Volkslauf Debüt hatte. Geht doch 🙂

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Uuuuuund im Ziel.

14 Gedanken zu „Jüchtlauf“

  1. Moin Oliver!

    „Wer nie richtiges Tempotraining macht, muss halt auch mal improvisieren“ Sprachs, und flog förmlich ins Ziel 😆 Was hast Du denn die ganzen 90 Wochenkilometer über gemacht? Du bist echt ne Granate, im doppelten Sinn 😀

    Von der Stimmung her scheint das ganz Venlo ähnlich zu sein. Glückswunsch zum genialen Finish und zum AK-Treppchenplatz!

    Liebe Grüße
    Volker

  2. Moin Volker, ich drehe meine Runden, da kommen auch mal ein paar Kilometer zusammen, aber so richtig gezieltes Tempotraining aus dem Lehrbuch mach ich wirklich nie. Dazu geniesse ich immer viel zu viel den Augenblick, wäre ja schrecklich einen fluffigen Lauf durch gezieltes Training zu unterbrechen 🙂
    Der Venloop ist wahrscheinlich eher 100 Nummern größer, das kleine Himmelgeist ist ja wirklich sehr beschaulich, aber das Engagement der Einwohner könnte ähnlich sein. Ich finde sowas einfach klasse. Es gibt Teilnahmen an Volksläufen und es gibt Teilnahmen an "solchen" tollen Volksläufen.
    Danke Dir!

  3. Lieber Oliver,

    geht doch auch ohne Tempotraining (?!), wobei Dein Wohlfühltempo bei mir das Tempo im Intervalltraining darstellt 😉
    Gratulation zur tollen Zeit und v.a. zur zufriedenen Teilnahme. Du bist ja voll des Lobes für die Veranstalter und das Publikum, dann scheint wirklich alles gepasst zu haben.

    Salut

  4. Lieber Christian, irgendwie gehts ja immer 😉 Ich hab es ja tatsächlich wirklich oft mit Trainingsplänen versucht, aber sowas nimmt mir einfach den Spaß am Laufen. Nach der Arbeit möchte ich gerne etwas "planlos" sein, mal knackig oder eben auch mal gemütlich auf eine längere Strecke. Das Wohlfühltempo ergibt sich dann und kann auch mal krass unterschiedlich sein.
    Der Jüchtlauf ist eine kleine feine Veranstaltung, kann ich nur jedem aus der Nachbarschaft empfehlen. Vermutlich gibt es sehr viele solcher kleinen Rennen, und ja, vermutlich sollte man viel mehr spontan an so kleinen sympathischen Volksläufen teilnehmen 🙂
    Danke Dir!

  5. Lieber Oliver, du bist eine Rakete, da muss man nicht explizit Tempotraining machen, entweder man hat es oder man hat es nicht, schön, dich quasi fliegen zu sehen – sieht gut aus ! Dann noch ein Platz auf dem Podest, wenn das kein Aufschwung ist !

    Pass gut auf dich auf !

  6. Liebe Margitta, die echten Raketen waren weit vor mir 😉 Trotzdem behaupte ich mich immer wieder gut, das stimmt wohl, auch ohne explizites Tempotraining. Es macht einfach Laune so zu laufen! Und Laune geht vor Ehrgeiz, damit gehts mir immer wieder gut und hinterher freue ich mich über das Ergebnis solcher Veranstaltungen.
    Ich passe auf, danke Dir!

  7. Lieber Oliver,
    wow, mal eben so eine Zeit rausgehauen, klasse! Und vor allem, die Lauffreude spricht aus jeder Silbe, das ist doch mindestens genauso wichtig. Liest sich nach einer netten familiären Veranstaltung. Vom Himmelgeist-HM habe ich auch schon gehört, leider sind wir dieses Jahr dann in Urlaub, sonst wäre das mal eine Gelegenheit…
    Na und Dein 2012’er Foto ist ein echter Schnappschuss aus dem Läuferleben…!
    Liebe Grüße
    Elke

  8. Liebe Elke, ich bin echt richtig froh dass nach meinem Fußbruch mittlerweile alles wieder im Lot ist, das Grundtempo ist wieder da und die Ausdauer auch fast, aber daran wird ab sofort gearbeitet (Monschau naht). Ohne Lauffreude geht es nicht, besonders bei so sympathischen Veranstaltungen. Der HM müsst ihr mal mitmachen, schön schnell-flach und auch toll familiär.
    Das 2012er Foto hab ich mir als Mahnung aufgehoben 🙂
    Danke Dir!

  9. Lieber Oliver,
    also deine Erzählung hört sich nach einem echten Genusslauf an und nicht nach einem schnellen 10er 😆
    Du bist ja echt ne Granate!
    Glückwunsch zu dieser Zeit.
    Das Bild von 2012 ist super. Du siehst fertig aber ziemlich zufrieden aus. Und es muss dir ja gefallen haben, sonst würdest du ja heute nicht immer noch laufen 🙂
    Schön, das es solche kleinen und feinen Veranstaltungen noch gibt.
    Liebe Grüße
    Helge

  10. Liebe Helge, ein Genusslauf war das Rennen an sich nicht wirklich, dafür war ich auf der Strecke viel zu konzentriert, aber trotzdem ein Riesenspaß, dafür machen wir das 🙂 Ich bin übrigens immer wieder erstaunt wie viele Renn-Details andere Läufer hinterher noch beschreiben können, da bleiben bei mir immer nur kurze Fragmente übrig.
    Das Foto hat noch eine kleine Vorgeschichte, nämlich dass ich erstmal 5 Minuten einfach nur auf dem Rücken lag, so fertig war ich 🙂 Die Zufriedenheit meinen ersten offiziellen Lauf erfolgreich durchgezogen zu haben und vor allem die Motivation mehr davon zu bekommen, das kam aber tatsächlich schon kurze Zeit später.
    Danke Dir!

  11. Lieber Oliver,
    und jetzt stell dir vor, du würdest eine Taperingphase vorm Wettkampf einschieben. Da müssten sich die anderen deiner Altersklasse aber warm anziehen! 😉 Aber: herzlichen Glückwunsch zur AK-Platzierung! Eine Bestzeit würde beim Tapern rausspringen! Ehrlich! 😉
    Scheint eine gelungene Veranstaltung gewesen zu sein! TOLL. Solche Zehner bin ich früher auch sehr gerne gelaufen. Mal sehen, wann ich mir das wieder zutraue?! 😳
    LG Manfred

  12. Lieber Manfred, …. Taperingphase? Aber dann müsste ich ja mein Pensum runterschrauben … 😉
    Nee, ernsthaft, wäre mal einen Versuch wert, auch wenn ich es nicht so mit Trainingsplänen habe. Ich muss nur rechtzeitig dran denken und keine spontaneren Sachen machen. Das war jedenfall eine tolle Veranstaltung. Und es muss ja auch nicht immer eine Bestzeit sein, das Mitmachen zählt und macht ja grade Volksläufe aus. Danke Dir!

  13. Lieber Oliver,
    offen gestanden, habe ich genauso wie du gedacht! Weil mir das Laufen sooo viel Spaß gemacht hat, war doch ans „Reduzieren“ nicht zu denken! 😉 Meine Zeiten sind ja gar nicht soo schlecht, aber … !
    Quatsch, es hat Laune gemacht und da waren Zeiten Nebensache, obwohl ich eine zeitlang doch danach geschielt habe, aber nur geschielt! 😆
    LG Manfred

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