Aus der Ruhe kommt die Kraft … oder so

Nach dem Düsseldorf Marathon waren fünf Ruhetage eingeplant und die hab ich auch echt genossen. Auf den darauf folgenden ersten abendlichen Lauf freute ich mich … aber nur vorher. Die normalerweise routinierten 18km wurden fast zur Quälerei, ein langsames schleppendes Traben, statt leichtfüßiges Laufen, nach 10km machten sich sogar Abbruchgedanken breit. Soweit hab ich es zwar nicht kommen lassen, aber es blieb bis zum letzten Meter ein sehr langsamer Trott ohne Freude. Auf den letzten Kilometern machten sich ausserdem leichte Schmerzen in den Adduktoren breit, das hatte ich noch nie, meine Lauflust zeigte gen Null. Ich war echt froh wieder zu Hause zu sein und machte mir danach Gedanken was denn los sei. Zu wenig Erholung? Zu viele intensive Läufe im Frühjahr? Falsche Ernährung? Tatsache war, dass in 2018 inklusive Marathon bereits fast 1.400km auf der Uhr standen und ich drei Kilo abgenommen hatte (kann ich mir überhaupt nicht leisten!). Vielleicht kamen einfach ein paar Dinge zusammen die mich plötzlich runtergezogen haben, auf jede Fall war plötzlich einfach die Luft raus. Da ich sowas überhaupt nicht leiden kann und das Jahr noch lang ist, der nächste offizielle Lauf erst Ende Juni ansteht und meine Arbeit zudem derzeit etwas nervenaufreibend ist, kam der pragmatische Entschluss: konsequente Laufpause. Mindestens zwei Wochen, maximal vier Wochen. Und ausserdem „kein Kontakt zum laufenden Volk“, im Klartext: keine Lauf-Blogs lesen und joggende Menschen ignorieren. So erklärt sich auch meine Kommentar-Abwesenheit bei den üblichen Verdächtigen in der Blogosphäre, verzeiht bitte 😉
Heute abend dann endlich wieder eine kleine Rheinrunde!
Nur 13km und die auch bewusst eher langsam. Hektik machen kann ich noch später im Jahr, jetzt wird erstmal wieder in Ruhe die Ausdauer aufgebaut.
Es lief übrigens viel besser als vermutet, scheinbar sind drei/vier Wochen aussetzen noch in der Toleranz. Aber vor allem hat es einfach nur gut getan den Körper wieder laufend zu spüren! Das hab ich wirklich vermisst!! Lauffreude ist wieder da, die drei Kilo wieder drauf, tolles Wetter haben wir auch, alles ist gut 🙂

17 Gedanken zu „Aus der Ruhe kommt die Kraft … oder so“

  1. Lieber Oliver,
    manchmal schreit der Körper nach einer Pause ohne dass die Gründe offensichtlich sind, wobei ein Gewichtsverlust von drei Kilogramm schon ein Grund sein könnte, je nachdem wo man startet, ich bemerke schon ein bis zwei Kilogramm 🙂
    Zum Glück bist Du wieder fit geworden durch die Pause, ansonsten lohnt auch ein Blutbild und eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte, einfach gemacht mit großer Tragweite

    Salut

  2. Lieber Christian, zum Glück höre ich ja immer brav auf meinen Körper und mache (zum Glück) dann auch oft instinktiv das richtige. Blutbild und Checkup war grade (vor zwei Monaten), alles gut, mach ich regelmäßig.
    Für Menschen die durch Laufen abnehmen möchten klingt das immer ziemlich blöd, aber wenn so schlanke Typen wie wir Kilos verlieren, dann ist das echt nicht gut. Wahrscheinlich sind einfach zu viele Sachen zusammengekommen.

  3. Lieber Oliver,

    letztendlich kommen solche verkorksten Läufe alle Jubeljahre eh mal vor. Aber vielleicht hat Dein Körper in der Tat nach einer Auszeit verlangt. Du hast sie ihm gegeben und wurdest mit einem super Wiedereinstieg belohnt.

    In Sachen Gewicht habe ich sowieso immer ein Schwankungsbreite von ca. zwei Kilo, wobei ich gerade wieder an der Obergrenze bin. Und das zum Sommer 😯

    Mich freuts, dass Du Dich über Deine drei zurückgewonnenen Kilos freust und sonst willkommen zurück auf der zur Zeit insgesamt recht ruhigen Blogbühne! 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

  4. Lieber Volker, das war mehr als ein verkorkster Lauf, das war eine klare Ansage von meinem Körper. Aber wir sprechen ja miteinander, die Pause war scheinbar einfach mal fällig.
    Ich bin (leider) ein guter Verbrenner, wenn es mal anstrengend wird, dann muss ich richtig viel futtern um nicht abzunehmen und manchmal reicht das nichtmal 😉
    Stimmt, es war recht ruhig, ich stöbere grade ein wenig … Danke 🙂

  5. “ Und ausserdem „kein Kontakt zum laufenden Volk“……..das ist mir natüüüüüüüüürlich sofort aufgefallen, dein Glück, dass du wieder da bist !

    Unser Körper sagt uns ganz genau, was er möchte und was nicht, und es ist gut, wenn man auf ihn hört, wenn einem nach einer langen Pause ist, dann soll er sie haben. Auch ich lasse meinem Körper nach langen Kanten Zeit zum Erholen, allerdings – auch nach Ultras – maximal ein paar Tage, dann will er schon wieder, aber das ist – wie man weiß – individuell verschieden. Andere treiben sich pausenlos an – ohne Rücksicht auf Verluste, irgendwann verschwinden sie ganz von der Laufszene – oft genug erlebt !

    Langsam laufen ist oft genug verpönt, ich mag auch das, alles zu seiner Zeit !

    Pass gut auf dich auf !

  6. Liebe Margitta, es sind da immer zwei Stimmen in mir, die mit der großen Motivation und die Stimme der Vernunft. Zum Glück schaffe ich es die beiden immer schön in Waage zu halten. Klar jucken mir die Waden nach drei/vier Tagen ohne Laufen, aber die Vernunft sagte ganz einfach: du hast demnächst nichts vor, genug Stress bei der Arbeit, die Welt geht nicht unter mit einer Laufpause, die Kondition hast du schnell wieder drauf. Und schon war die Sache geregelt, die Vernunft siegt ja eigentlich fast immer bei mir 🙂
    Und Deinen Beitrag "Ja" hab ich schon verstanden 😉 Aber angemeldet bin ich noch nicht, erstmal schauen wie sich das Jahr so entwickelt. Monschau steht ja auch noch an und ich will nichts übertreiben. 🙂

  7. Lieber Oliver,
    3 Kilo in „ein paar Tagen“ wieder drauf? – Wie machst du das?
    Musste mir mal verklickern; ich glaub meine Frau wäre auch froh, wenn sie nicht immer so ein Gerippe sehen müsste! – Ich bin auch so ein extrem guter Futterverwerter!
    Zu deinem Erlebnis: besser in einem alltäglichen Lauf, als bei einem „Event“. Ist mir fast so jetzt auf dem Rennsteig passiert: „Quälerei, ein langsames schleppendes Traben“! (genau so)
    Schön, dass es bei dir wieder geht und du ganz brav auf deinem Körper gehört hast!
    Viel Spaß dann bei den wieder zunehmenden Streckenlängen und
    LG Manfred

  8. Lieber Manfred, da hab ich kein Rezept, sondern ich esse und trinke einfach so viel ich kann, wahrscheinlich hilft mein Job am Schreibtisch auch noch, kann halt den ganzen Tag essen und bewege mich wenig.
    Stimmt schon, der Zeitpunkt war ok, vielleicht hatte es damit ja auch zu tun, einfach mal runterkommen und etwas entspannen. Mir hat es jedenfalls gut getan 🙂

  9. Ha! Also am besten bei 0°C und gut runtergehungert einen Marathon laufen, dann wirds auf jeden Fall eine Bestzeit. Na, das sind doch mal "gute" Aussichten 😉

  10. Lieber Oliver,
    was für Edelprobleme: 3 Kilo zu wenig 😆
    Die Frau mittleren Alters kennt das meist nur andersrum. Zu viel!!
    Ich finde es sehr cool von dir, das du einfach mal ne Pause machst, wenn du das Gefühl hast, du brauchst sie. Das ist nicht nur vernünftig wenn es um die Gesundheit geht, sondern es erhält dir auch die Freude am Laufen.
    Und mal ehrlich: nach diesem Marathon hattest du das auch voll und ganz verdient.
    Dann kannst du jetzt ja wieder nach Lust und Laune loslegen.
    Die Kraft, die aus der Ruhe kommt, wird dich noch weit tragen 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

  11. Liebe Helge, ich weiß dass das doof klingt und vor allem dass viel gelaufen wird um eben gezielt Kilos loszuwerden. Ich hab in intensiven Laufzeiten immer meine Mühe mein Gewicht zu halten und muss dafür ordentlich futtern.
    Jaja, mein zweiter Vorname ist Vernunft, bzw. meine Gesundheit ist mir wichtig, da höre ich immer schon ziemlich genau hin, hab ja auch in der Vergangenheit bereits ein paar mal Vorsicht walten lassen, hinterher monatelang ärgern wäre einfach blöd.
    Bin schon wieder voll dabei, zwar langsamer als normal, aber voll guter Laune 🙂

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