Entdeckertour

Am Karfreitag stand mal wieder eine seit langem überfällige Entdeckertour Richtung Neandertal an, die Strecke bin ich letztes mal irgendwann im Herbst gelaufen. Auch wenn es nur ca. 25km sind, die permanente Steigung zeigt einem schnell wo der Hammer hängt, also immer schön ruhig und langsam starten.
Mittags habe ich mich nach anfänglichem Stadtlauf bis Gerresheim relativ zügig in Richtung Neandersteig Teilstück aufgemacht, um schnell von der Strasse zu kommen. Eine tolle Laufstrecke mit streckenweise fiesen Herausforderungen, wunderbar beim Pulsmesser nachzulesen.
Image/photo Image/photo
Mir sind ziemlich wenig Läufer begegnet, dafür umso mehr Mountainbiker die in Rudeln die Strecke unsicher machten. Aber durchaus rücksichtsvoll, Beschwerden waren nicht nötig. Ich war diesmal in VFF Run unterwegs, hatte einfach Lust so minimal wie möglich zu laufen. Die VFF Trail hatte ich zuhause schon angezogen , aber mich dann aber umentschieden. War gut so, die Wald- und Feldwege sind nicht zu schroff, meine Füße hatten Spaß.
Diesmal wollte ich endlich im Neandertal Wildgehege die Wisente zu sehen. Ich bin da schon so oft vorbei gelaufen, die Viecher hatte sich immer versteckt. Und immer nur die klugen Schilder ansehen macht nur noch neugieriger.
Diesmal hat es geklappt, von weitem konnte ich eine Ansammlung von Spaziergängern ausmachen, dahinter einen braunen Fellberg, also fix abgebogen und Urviecher anschauen 🙂
Image/photo
Zwei Wisente haben sich den Fotografen gestellt, von den Wildpferden und Auerochsen leider keine Spur, die sind dann eben irgendwann anders mal dran. Ich mag Rinder, hab einen Draht zu den Tieren; das war dann aber wohl ein komisches Bild für die anderen Besucher: ein Wisent das sich neugierig von einen verschwitzten, tätowierten Fivefinger-Läufer kraulen lässt. Was solls, ich war glücklich und hab mich bald wieder auf den Weg gemacht um nicht auzukühlen.
Auf der weiteren Strecke hab ich noch ein paar Schlenker eingebaut, Zeit lassen war angesagt, auf keinen Fall unter zwei Stunden laufen. Ein Abstecher zur Hochdahler-Neanderkirche kam dazu (fand die aber nicht so spektakulär) und dann wieder ab auf den Neandersteig, die Entdeckerschleife in Richtung Gruiten bis zum Ziel durchziehen.
Image/photo
Am Ende waren es 25,5km, mit 380HM in 2:05 Stunden, Plan aufgegangen, Kaffee und Kuchen standen bereit und ein schöner Nachmittag nahm seinen Lauf.
Im Laufe des Tages wurde mir einmal mehr klar, wie gut es mir geht. Welch ein Luxus, gesund und zufrieden solche Strecken in schöner Landschaft laufen zu können. Das ist wirklich alles andere als selbstverständlich.

8 Gedanken zu „Entdeckertour“

  1. Lieber Oliver,

    im Neandertal muß man einfach mit allem rechnen, dessen sollte sich die Besucher bewußt sein. Ob es nun Wisente sind oder tatowierte Streichler in Funktionsklamotten 😀

    Und endlich kann ich mal mit Dir mithalten: Auf 25 km nicht unter zwei Stunden zu bleiben ist für mich wirklich kein Problem :mrgreen:

    Deinem Schlußstatement ist wirklich nichts hinzufügen. Es muß uns einfach nur bewußt bleiben.

    Ich gehe dann auch mal Kuchen essen, geht auch ohne vorher 25 km gelaufen zu sein 🙂

    Schöne Feiertage auch an dieser Stelle
    Volker

  2. Lieber Volker, beim Weiterlaufen nach den Streicheleinheiten sind mir die komischen Blicke der anderen Besucher aufgefallen, da wurde mir erst bewusst was die grade beobachtet hatten 😀
    Jaja, ich weiß, das klingt irgendwie blöd mit dem "nicht unter 2 St. bleiben", aber ich renne einfach immer zu schnell, brauche mehr Grundlagen Ausdauer. Dafür ist die Strecke wie geschaffen.
    Viel Spaß beim Kuchen und immer gesund bleiben, und natürlich entspannte Ostertage!

  3. Lieber Oliver, ich laufe so gut wie nie unter zwei Stunden, da lohnt es sich nicht, die Laufschuhe zu schnüren, habe ich einmal verlauten lassen – und man stempelte mich als arrogant ab ! 😉 Aber ich weiß, was mir , was uns gut tut !!

    Immer wieder gut zu lesen, was du, was Gleichgesinnte beim Laufen empfinden, man fühlt sich solidarisch.

    Es ist mir ständig präsent, wie gut es mir geht, auch, wie schnell es vorbei sein kann, umso mehr genieße ich es und bin dankbar dafür !

    Hier – du wirst es nicht glauben – Schnee wie noch nie in diesem Jahr, ABER ich freue mich auf morgen früh im Tiefschnee, ob mit oder ohne Tierbegegnungen ! 😉

  4. Liebe Margitta, Du arrogant?!? Na, das war wohl eher Neid. Lange Läufe zu geniessen ist ja auch nicht jedermanns Sache, angeblich ist das ja auch langweilig, kenne ich ebenfalls nicht. Hauptsache wir sind gesund und wissen darum.
    Immer noch Schnee?? Gibts doch gar nicht… dann mal rein in die Icebugs und ab durch die weisse Pracht 🙂
    Schöne Ostern!!

  5. Lieber Oliver,
    2 Stunden sind auch bei mir öfters drin, nur nicht mehr in dem Tempo! 😉
    Nach meinem Karfreitag-Lauf noch ein bisschen an der Fitness schleifen und die erste 18er-Herausforderung (Rennsteig) kann kommen. … auch die wird dann aber nicht in deinem Tempo angegangen! 🙂
    Und Kuchen geht (fast) immer, da bin ich Volkers Meinung! 😆
    Mit dem Bewusstsein, dass es uns super gut geht, sollten wir eigentlich jeden Tag starten!
    Frohe Ostern und
    LG Manfred

  6. Lieber Manfred, du gehörst ja zu den ausdauernden Langstrecklern, da kann ich mir noch mehrere Scheiben von abschneiden. Den Rennsteig machst Du doch mit links, da bin ich mir sicher 😉
    Ganz richtig, wichtig ist zu wissen dass es uns gut geht und das schätzen zu lernen.
    Schöne Ostertage und liebe Grüße, Oliver

  7. Lieber Oliver,
    beeindruckend finde ich diese Fellriesen ebenfalls und Du konntest wirklich einen kraulen? Erstaunlich wie zutraulich diese wilden Tiere in menschlicher Umgebung geworden sind.
    Scheint ja eine wirklich ganz nette Strecke gewesen zu sein, aber wohl doch etwas viel Publikum, wenn ich Deine Zeilen richtig interpretiere.
    Die V-Run machen sich auf technisch wenig anspruchsvollen und trockenen Trails ganz gut, hatte sie auch schon öfters an den Füßen im Wald…dafür sind sie eine Katastrophe wenn es nass ist auf der Erde

    Salut

  8. Lieber Christian, die Wisente stehen in einem riesigen Wildgehege und können selbst entscheiden ob es sich lohnt mal am Weg vorbeizuschauen, ich hatte also Glück. So richtig zutraulich sind die auch nicht, ist eher eine gesunde Ignoranz den Menschen gegenüber. Aber ich altes Landei kenne mich ganz gut aus mit den Tierchen, das "Kraulsignal" wurde verstanden 🙂
    Stimmt, die Erfahrung mit nassem Untergrund und den V-Run hatte ich auch schon gemacht, das wird teilweise heftig rutschig. Aber die Dinger sind halt für die Strasse gemacht, muss man (ich) ja nicht mutwillig ignorieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

elf − neun =