Eine halbe Ewigkeit ohne

Die letzten zehn Tage wurden zur halben Ewigkeit, es gab Gründe einfach mal nicht zu laufen, geplant allerdings. Zum einen war es ein großflächiger Tätowiertermin auf der rechten Wade (danach sollte man besser mindestens fünf Tage aussetzen), gefolgt von unserer Hausmesse mit sehr langen und intensiven Arbeitstagen, mit absolut keiner Zeit für "privates Rahmenprogramm".
Und wenn ich endlich zu Hause war, dann nichts wie raus aus diesen verdammten "Business-Schuhen" und Füße hochlegen. Stehen kann anstrengender sein als Laufen. Zudem mit suboptimalem Schuhwerk, da hält sich der Spaß für die Füße in Grenzen. Anschließend noch einen Tag Laufpause, ich war nach Feierabend einfach zu k.o., offline, keine Lust zu nix mehr.
Aber heute! Endlich! Feierabend, raus bei angenehmer Kälte, -5°C, nichts mit Zurückhalten, einfach lospreschen, von Dämmerung in die Dunkelheit, Lampe vergessen, egal, einfach wieder freilaufen. Wie wohltuend! Und schon bin ich wieder ausgeglichen und zufrieden, als wäre nichts gewesen.
Diese zehn Tage ohne Laufen kamen mir diesmal extrem lang vor, hab mir sogar etwas Sorgen um meine Kondition gemacht (unbegründet), aber zum Glück war es eine gut geplante Ausszeit und in nächster Zeit kommt erstmal nichts ähnliches dazwischen.
Noch was Gutes: mich hat in dieser Zeit keine Grippe oder Erkältung erwischt, obwohl gefühlt jede/r Zweite grade davon betroffen ist. Und das trotz Versammlungen, trotz Menschenmassen, trotz unendlich viel Händeschütteln. Irgendwas mache ich wohl richtig 🙂
Ab jetzt werden die Strecken wieder länger, der nächste Marathon kommt bestimmt … ich kann’s kaum erwarten!

10 Gedanken zu „Eine halbe Ewigkeit ohne“

  1. Lieber Oliver,
    Du kommst von einem Trainingszustand der so ein so hohes Niveau hat, da könntest Du wahrscheinlich 2-3 Wochen pausieren ohne ein nennenswertes Defizit muskulär oder konditionell wahrzunehmen…nennt man Superkompensation…falls es das wirklich gibt
    Ich kann das gut nachfühlen, wie sehr es nagen kann, wenn man wegen anderweitiger zeitlicher Verpflichtungen, v.a. beruflich, nicht zum laufen kommt. Da ist der erste Lauf eine wahre Befreiung.
    Was für ein Tatoo ist es denn geworden? Bin neugierig

    Salut und bleib weiter gesund

  2. Hallo Oliver,
    oh das kenne ich auch, solche Messensteherei, ätzend. Da ist man froh, wenn man loslaufen kann, eine wahre Wohltat ist das. Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, das ein paar Tage Pause fast einen kleinen Turbo zünden. Und wenn Du die derzeitige Kälte sogar als angenehm empfindest, kann es ja wieder munter losgehen.
    Ich erbitte ein Bild des Tattoos, bin ja doch neugierig geworden…
    Und welchen Marathon peilst Du an?
    Liebe Grüße
    Elke

  3. Moin Oliver,

    Stehen IST anstrengender als Laufen! 😯 Erst recht wenn Du Dir dazu ein Schuhwerk an die Füße tun mußtest, was Du sonst freiwillig nicht mehr tragen würdest.

    Ein neues Tattoo, spannend! Leider bekommt man Dich hier ja selten zu Gesicht, um mal zu schauen, was es geworden ist 😉

    In der Kürze der Zeit verliert man doch nicht an Form. Im Gegenteil, während so einer Pause kann nicht nur der Kopf sondern der ganze Körper so einen richtigen Jieper aufs Laufen aufbauen 🙂 Das hat dieser geniale Lauf bei Dir dann ja auch gezeigt!

    Ich hoffe auch auf diesen Effekt, weil ich habe wohl leider nicht alles so richtig gemacht wie Du und erhole mich gerade von einem grippalen Infekt 😉

    Liebe Grüße
    Volker

  4. Lieber Oliver,
    es gibt doch Vorteile meines Sportlehrerdaseins 😉 ich muss nicht auf Messen, das erledigen andere und ich muss keine beengenden Business-Schuhe anziehen. Ich kann sogar in Sportklamotten in Konferenzen gehen. Darum haben mich schon Kollegen beneidet! 😆
    Aber du hast es überstanden! Schön, da auch ohne Erkältung!
    Und die 10 Teg Pause hast du bald wieder drin, oder willste einen Weltrekord anpeilen … dann dürftest du dir solche Pausen (eher) nicht erlauben!
    Marathon – wo?
    LG Manfred

  5. Lieber Christian, so ist das eben mit jedem vertrichenen Tag, es juckt in den Beinen aber Zurückhaltung ist angesagt. Du kannst das in der Tat sehr gut nachvollziehen wie ich immer wieder lesen kann. Es ist ehrlich gesagt nicht „ein Tattoo“, sondern das Gesamtwerk wird Stück für Stück weitergetackert, und jetzt ist eben das rechte Bein dran 🙂 Ich muss wohl mal ein separates Posting zu dem Thema machen …
    Danke dir und beste Grüße!

  6. Hallo Elke, obwohl mir die Messe selber Spaß macht, ist es eher die Steherei und das Schuhwerk was mir zusetzt. Nächstes Jahr machen wir das anders, ist schon im Team besprochen. Der Turbo gestern hat echt Spaß gemacht, kann sogar gut sein dass ich grundsätzlich zu wenig Pausen mache. Aber macht mir halt einfach Spaß diese Rennerei!
    Ein Bild vom Tattoo ist nicht ganz einfach, es ist kein einzelnes, sondern die Weiterarbeit am Konzept. Vernünftige Bilder gibts erst wenn zumindest das Bein fertig ist 🙂
    Der Düsseldorfer Marathon ruft, da hab ich ja noch ne Rechnung offen, wegen der Krampferei letztes Jahr.
    Liebe Grüße, Oliver

  7. Moin Volker, ja das stimmt, ich frage mich echt wieso ich das die letzten Jahre so hingenommen habe. Wer von minimalen Schuhen und Barfuß verwöhnt ist, wird wahrscheinlich etwas pingeliger. Ich neige ja schon nach drei lauffreien Tagen dazu mir Sorgen um die Kondition zu machen 😉 Und dann zehn!?! Da bricht Panik aus!! 😉
    Ich habs falsch formuliert, es ist kein einzelnes Tattoo, sondern wir sind jetzt dabei das Gesamtwerk am rechten Bein weiterzuarbeiten. Ist in diesem Stadium nicht besonders beeindruckend, ich schreibe irgendwann mal was zu dieser Sache. Fotos erst wenn es fertig ist, ich bin da eigen 😉
    Dir gute Besserung, soll ja ziemlich hartnäckig sein diesmal, nur nicht zu früh übermütig werden!
    Liebe Grüße, Oliver

  8. Lieber Manfred, da beneide ich dich auch echt drum! Im Arbeitsalltag komm ich ja klar, aber es gibt so ein paar Termin im Jahr, da wird es piefig und die Etikette muss eingehalten werden, das nervt. Rekorde peile ich nicht an, höchtens eigene 🙂 Aber die Pause hatte ich wahrscheinlich gestern nach den 18km eh schon wieder drin 😉
    Marathon in Düsseldorf, vor der Haustür. Letztes Jahr ist nicht so doll gelaufen, ich hab da noch eine Rechnung offen!
    Liebe Grüße, Oliver

  9. Lieber Oliver, 10 Tage ohne Laufen, das ist wahrlich hart, das kann ich sehr gut nachempfinden, aber wehe, wenn sie losgelassen – und so schön war es dann auch bei dir.

    Muss schon wieder zitieren: “ einfach wieder freilaufen. Wie wohltuend! Und schon bin ich wieder ausgeglichen und zufrieden, als wäre nichts gewesen. “ Das ist Balsam für meine Seele, wie gut, dass es auch andere zu empfinden !

    Nach dem Echo, das du hier erhälst bezüglich des neuen Gesamtwerkes auf deinem Body, sehr groß ist, musst du auch dann irgendwann beweisen, dass man es dir gestochen hat. Tut das eigentlich weh ?

    Anscheinend hast du alles richtig gemacht – reich mir die Hand ! 😎

  10. Liebe Margitta, immer wieder erstaunlich wie gut es Körper und Seele tut nach einer Pause wieder laufend unterwegs zu sein. Bei Wind und Wetter, egal, selbst wenn es mal schwerfallen sollte, nach ein paar Minuten ist der Spaß wieder da, es lohnt sich immer.
    Ich werde beizeiten mal was zu der Tätowiererei schreiben, das Gesamtkunstwerk ist an Armen, Rücken und Brust fertig, jetzt sind wir beim rechten Bein, da sind zwar schon alle Linien drin und einige Motive fertig, aber es fehlt noch sehr viel Farbe.
    Tätowieren tut üüüberhaupt nicht weh! 😉 Doch, klar schmerzt das, aber man kann sich drauf einstellen. Ist auch stark abhängig von der Tagesform und an welcher Stelle grade gestochen wird. Gehört einfach dazu, auch dabei lernt man übrigens Durchhaltevermögen.

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