Ruhige Zeit

Das Jahr neigt sich dem Ende, die Tage werden bereits gaaaaanz langsam wieder länger und vom Winter keine Spur hier im Rheinland. Bei durchschnittlich 7-10°C kann ich einfach weiterhin mein gewohntes Laufprogramm durchziehen, das verleitet unbemerkt zu einer erhöhten Anzahl schneller Läufe und läßt beizeiten leider die Abwechslung zu kurz kommen. Der für heute geplante entspannte Lauf bei Tageslicht durch den Wald war am Ende dann doch wieder eine viel zu schnelle Rennerei durch Matsch, grauem Gehölz und rutschigem Laub. Immerhin konnte ich mich überwinden an die ursprünglich geplante Distanz noch ein paar Kilometer dranzuhängen um an den fiesen Hügeln etwas ausgebremst zu werden.
Einerseits macht es unheimlich Laune recht schnell zu laufen, andererseits lasse ich die langen Ausdauerläufe grade ziemlich schleifen. Ist aber eigentlich auch nicht wirklich schlimm, das Jahr war pickepackevoll mit langen und längeren Läufen, ich bin rundum zufrieden, hatte richtig viel schöne Erlebnisse und sogar das Metro-Marathon Desaster ist längst verschmerzt.
Seit Anfang Oktober ziehe ich permanent ungefähr 3.100km aus den letzten 12 Monaten hinter mir her, im Moment sogar knapp drüber. Meine durchschnittliche Distanz konnte ich innerhalb eines Jahres um 28%(!) steigern (jetzt bei 19,38km), das sind Zahlen, die waren vor nichtmal zwei Jahren einfach nur unvorstellbar für mich.
Wieso klappt das plötzlich? Ganz einfach: ich laufe aus und mit Spaß, hab die diversen ausgefeilten Laufpläne weggeschmissen, pfeife auf detailliertes Lauf-ABC oder Intervalltraining, bereite mich stattdessen auf die paar offiziellen Läufe möglichst entspannt und locker vor. Im Kalender steht nur ab und zu sowas wie "langer Lauf" oder "sehr langer Lauf". Wenn das dann am Stichtag mal nicht klappt, dann schiebe ich eben auf einen anderen Tag, an dem es klappt. Alles vollkommen ohne Druck, davon hab ich im beruflichen Alltag schon genug. Laufen soll mich befreien und erden, ausgleichen und erfreuen. Wenn ich im Wettkampf eine tolle Zeit laufe, super, wenn nicht, dann ist das eben so.
Und mit dieser Einstellung werde ich einfach weiterlaufen und freue mich auf das was mich nächstes Jahr so erwartet. Ein paar Pläne sind bereits gemacht, auch durchaus herausfordernde, wie ich sie erfülle (oder eben auch nicht), werdet ihr dann erfahren. Und die eine oder andere spontane Entscheidung wird eh noch dazu kommen, ich freue mich darauf.

Habt alle schöne ruhige Tage, besonders auch "zwischen den Jahren", kommt gut ins Jahr 2018 und passt auf euch auf.
Gesundheit bleibt unser wichtigstes Gut.

Kommentare

  1. Moin Oliver,

    da läufst Du ein strammes Drittel mehr als ich und das wahrscheinlich auch ein Drittel schneller 😆

    Aber das Wie und Warum eint uns und das gefällt mir sehr. Wir sind ist der gleichen Intention unterwegs.

    Ich wünsche Dir, dass Du im kommenden Jahr genauso zufrieden und erfolgreich unterwegs bist wie in diesem. Genieße die Tage zwischen den Jahren und bleibe gesund!

    Liebe Grüße
    Volker

  2. Moin Volker, das sind alles bloß schnöde Zahlen 🙂 Genau, um die vorderen Plätze sollen sich andere kloppen, auch wenn ich gerne gute Zeiten raushole, aber letztlich gehts um den Spaß. Damit sind wir beide aber wahrscheinlich auch nicht allein.
    Dank dir, ich bin gespannt was das Jahr bringt.
    Liebe Grüße, Oliver

  3. Lieber Oliver,
    manchmal kann es einfach befreien, wenn man alles Geplante einfach über Bord wirft…und Spass ist sowieso das Wichtigste, die Hauptsache, dann kommen schnelle oder sehr lange Läufe ganz von selbst. Ich mach das jetzt fast schon seit 7 Jahren und es funktioniert immer noch
    Ich wünsch Dir ein angenehmes ausklingendes 2017 und v.a. viel Spass im kommenden Jahr.

    Salut

  4. Lieber Christian, es gibt täglich genug Pläne und Zwänge denen wir schwer entkommen, da hilft es ungemein sich beim Laufen auf das Wesentliche zu besinnen. Das mag für viele nicht funktionieren, aber Du kennst das ebenfalls sehr gut. Vielen Dank, das wünsche ich Dir ebenfalls! Einfach immer weiter laufen 🙂

  5. Lieber Oliver,

    “ Wieso klappt das plötzlich? Ganz einfach: ich laufe aus und mit Spaß, hab die diversen ausgefeilten Laufpläne weggeschmissen, pfeife auf detailliertes Lauf-ABC oder Intervalltraining, bereite mich stattdessen auf die paar offiziellen Läufe möglichst entspannt und locker vor. “

    Muss ich dazu noch irgendeinen Kommentar abgeben, genau das ist es – aber das weißt du ja – was mir die Freude am Laufen über die Jahre erhält ! Stress, Vorschriften, Pläne hat man im “ normalen “ Leben genug, warum dann auch Sklave werden in seiner kostbaren Freizeit ? Aus meiner Sicht machst du ALLES richtig, nicht nur weil ICH es auch so halte !

    Bleib‘ gesund, laufe, genieße jeden Schritt, freue dich auf das kommende (Lauf-)Jahr – ganz liebe Grüße von ganz oben 😎

  6. Liebe Margitta, ich hab zum Glück in relativ kurzer Zeit gelernt mich nicht zum Sklaven von Laufplänen zu machen, unter anderem weil die ungeplanten Wettkämpfe oft die besten waren, aber auch durch viel kreuz und quer lesen, was die "alten Hasen" so zu erzählen haben. Ein wenig Ehrgeiz schadet nie, aber die Freude darf auf keinen Fall zu kurz kommen. Ich hab ja (wie könnt es anders sein, du ahnst es) irgendwie dann doch auch noch einiges vor 😉
    Danke Dir sehr und liebe Grüße aus dem (heute) frühlingshaften Rheinland!

  7. Lieber Oliver,
    das freut mich sehr für dich! 🙂
    60 km pro Woche hatte ich mal als Minimum einer „richtigen“ Laufwoche definiert! 😆 Frag mich nicht warum, ich könnte es dir nicht mehr sagen! 😳
    Schön, wenn du dein Laufhobby genießen kannst und dich nicht „knechten“ lässt!
    (Ich habe mich auch in meiner „verrückten“ Zeit nicht als Sklave gefühlt, weil es einfach auch damals schon unendlich Spaß gemacht hat!)
    Wichtig ist einfach: „Laufen soll mich befreien und erden, ausgleichen und erfreuen.“
    Ich wünsche dir, dass es auch 2018 weiterhin so toll für dich läuft!
    Bleib gesund und komm gut ins neue Jahr!
    LG Manfred

  8. Lieber Manfred, stimmt, im Schnitt wären es ca. 60km/Woche, tatsächlich war es aber schwer unterschiedlich, je nach Bewegungsdrang, es gab ein paar Wochen mit gut dem doppelten Pensum, und dann eben auch extrem runtergefahrene. Die durchschnittliche Distanz macht mich ehrlich gesagt besonders stolz 🙂
    Du hast weit mehr Erfahrung als ich, kann mir auch fast nicht vorstellen dass du ohne Spaß läufst, von daher waren die verrückten Zeiten mit Sicherheit gute Zeiten.
    Vielen Dank! Und auch Dir weiterhin erfolgreiches und gesundes Weiterlaufen!

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