Heute gab es ein paar wirklich gute Gründe das Haus nicht zu verlassen. Immer wieder Sturzregen, dazu ein fetter Orkan und Altweiber hat die heiße Phase des Karnevals im Rheinland eingeläutet.
Zumindest die ersten beiden Punkte zogen mich allerdings fast magisch nach draussen. Dem Karneval kann ein Läufer ja dann doch ganz gut aus dem Weg gehen.
Der letzte dicke Sturm war vor fast einem Jahr, zu Rosenmontag, und ich hatte mich damals auf die Suche nach dem Orkan gemacht. Heute musste ich nicht lange suchen, bereits auf dem Heimweg von der Arbeit lagen größere Äste auf der Strasse, einige Plakatwände sind in die Knie gegangen und auf meiner Strasse lag ein Teil eines Baugerüsts auf dem Fussweg.
Und es war noch hell, das hatte ich die letzten Wochen eigentlich nie. Also ab in leichte Laufklamotten (10°C), eine dünne Regenjacke drüber und los. Was für ein Spaß! Erst mal raus aus der Stadt, volles Brett gegen den Wind, der erste Schauer, klatschnass nach nichtmal 5km, schnell Richtung Messegelände, über den Parkplatz, voll in den nächsten Schauer, dann nach 10km Halbzeit und der Schwenk zum Rhein, mit dem vermeindlichen Wissen, haha! gleich hab ich Rückenwind.
War nicht ganz so, aber immerhin wurde ich nicht mehr frontal fast umgepustet.
Mittlerweile war es dunkel, also fix die Stirnlampe aufgezogen. Und dann gings ab, Orkan schräg von hinten, Regen von überall, da gibts nur eins: Tempo anziehen und immer irgendwie mit dem Wind laufen. Einfach ein großer Spaß! Mit Karacho immer den Rhein entlang, über Pfützen hüpfen und herumwehenden Sachen ausweichen. Laufen. Rennen. Freuen.
Interessanterweise war ich absolut nicht alleine unterwegs, mit ein oder zwei laufenden Menschen hab ich gerechnet, ein gutes Dutzend ist es dann geworden, erstaunlich, aber klasse.
An den Rheinterrassen hat mich dann wieder ein Schauer erwischt, ein guter Grund noch eine kleine Schlaufe dranzuhängen, dann aber ab nach Hause, vorbei an diversen eiligen Karnevalisten (skurrile Szenen bei dem starken Wind), grüne Welle bei den sonst nervigen Ampeln und kurz vor der Haustür fing es dann nochmal an zu schütten.
Alles in allem ein perfekter mal anderer Lauf. Kein Gedanke daran verschwendet vielleicht besser mal nicht zu laufen, wegen Regen und Sturm und überhaupt. Sondern einfach raus. Das ist wirklich einfach. Und es macht wahnsinnigen Spaß wenn man sich darauf einläßt.
Ich glaube Du hattest gestern noch perfekteres Laufwetter als ich 😀
Allerdings ist mir kein einziger Läufer begegnet. Und erstaunlicherweise auch kein Karnevalist
Keine Jecken auf dem Deich? Erstaunlich 😉
Die Düsseldorfer laufen sich für den Marathon im April warm und lassen sich scheinbar nicht durch das Wetter im Trainingsplan stören. Und wie gesagt, wer erstmal draussen war, hat es sichtlich genossen!
Lieber Oliver, warum gefällt mir das ? Erstens, dass du allem Wetter trotzt, zweitens, dass du erst gegen den Orkan kämpfst, dann klugerweise dich von ihm nach Hause schieben lässt, eine riesige Freude dabei entwickelst, man liest es in jedem Wort, ja, das gefällt mir, entspricht genau meinem Gusto !
Karneval in Düsseldorf – ich habe es früher in der Pfalz erlebt und mitgefeiert, heute hier im Norden siehst du weit und breit keine Karnevalisten – und ich vermisse sie auch nicht, dafür haben wir fast immer Wind, in diesen Tagen auch Sturm und – man höre und staune – keinen Orkan – selten genug, meist sind wir dran.
Freut mich sehr, dass du so viel Freude am Laufen hast !
Liebe Margitta, Karneval ist für mich als "Exil-Niedersachse" immer wieder eine kleine Herausforderung. Man kommt einfach nicht daran vorbei, aber Düsseldorf ist zum Glück noch erträglich. Und ausserdem ist es doch prima wenn Menschen ihren Spaß haben. Tut mir ja nix 🙂
Dass ich Wetter mag ist ja bekannt, musste aber gestern an euch Küstenbewohner denken (Volker schrieb ja auch darüber), diesmal hat die Ostsee zumindest Glück gehabt. Solange man sich nicht selber in Gefahr bringt ist doch alles super, da kann man nur Spaß haben! 🙂
Ach so, Exil-Niedersachse, da wundert mich gar nichts mehr ! 😉
Wohne hier zwar schon ne Weile, aber ein paar "nordische Eigenschaften" lassen sich nicht ablegen 😉
Das kenne ich, bin ja auch eine “ Auswanderin “ ! 😉
Lieber Oliver,
einfach raus ist immer gut … und wenn man dann bei dem Wetter Spaß hat, dann gesteht man den Karnevalisten auch zu, dass sie ihren Spaß haben! 😉
Donnerstag abend hatte ich sogar erwartet, dass manche beim Lauftreff fordern, ihn ausfallen zu lassen, da starke Winde wehten. Im Vergleich zu dem, was du erlebt hast, war das aber wirklich harmlos. So hatten selbst die Anfänger ihren Spaß! 🙂
Lustig und freudvoll stelle ich mir auch den selbstgewählten Zick-Zack-Kurs über Pfützen und „herumfliegende“ Gegenstände vor. Bleib gesund und erhalte dir deinen Spaß!
LG Manfred
Lieber Manfred, der Sturm war wohl sehr unterschiedlich "verteilt", ging nur in der Mitte an an der Nordseeküste ab, aber richtig viel passiert ist zum Glück ja auch nicht. Und Karneval geht ja auch wieder vorüber 😉 LG Oliver
Lieber Oliver,
ein schöner Spaß, so mit dem Wetter zu spielen. Rausgehn, ohne auf irgendwelche bremsenden Gedanken zu hören. Genießen und merken, dass nasse Klamotten wirklich schlimm nur in der Vorstellung sind. Und dann einen Sport machen, der bei wirklich fast jedem Wetter geht (anders als Ballsportarten oder auch der Skisport, wenn die Lifte wegen Sturm stillstehen).
Alles passt, auch wenn es auf den ersten Blick ganz unangenehme Begleiterscheinungen gibt.
Echt gut, so wie der Titel (und der Inhalt) eines von mir hochgeschätzten Buchs: „Machen, nicht denken!“.
Liebe Grüße
Wolfgang
Lieber Wolfgang, "Machen, nicht denken!", stimmt, das ist im Grunde die Essenz meiner kleinen Beitrags. Und dann ist das ganze auch noch so schön einfach. Und Wetter ist ja eh immer irgendwie 😉 Aber Du kennst das sicher ebenfalls. Liebe Grüße, Oliver