Viele Laufblogger schreiben derzeit ihre Highlights von 2015 runter, das ist bei einigen wohl schon Tradition, hat etwas von "Werkschau" der eigenen Leistung und/oder auch einfach nur Ansporn für mehr im nächsten Jahr.
Ich spare mir die Rückschau mal im Detail, da es im allgemeinen ein wirklich tolles Laufjahr war und ich meine persönlichen Highlights nicht wirklich festmachen kann. Es hätte eigentlich der Düsseldorf Marathon sein müssen (mein erster), aber es gab ein paar Halbmarathons die ich persönlich einfach "charmanter" fand, so wie Egmond und Himmelgeist zum Beispiel. Es geht mir im Nachhinein mehr darum, wie ich den jeweiligen Lauf angegangen bin. Den Marathon wollte ich verdammt nochmal einfach nur schaffen, viele anderen kleineren Läufe fand ich aber wegen der jeweils besonderen Athmosphäre allerdings viel schöner, zehre davon anschliessend mehr. Und selbst diese werden noch getoppt durch den einen oder anderen vermeindlichen "Routinelauf", irgendwo in der Pampa für mich selbst. Diese Sache mit dem wilden Vogel, der mir eine Weile gefolgt ist, oder der nicht geplante Nachtlauf Ende Oktober, oder die Stimmung eines morgens im Urlaub auf Teneriffa, als ich völlig geflashed an einer Steilküste entlang gelaufen bin. Das waren wirklich schöne Ereignisse, abseits der organisierten Events.
Kein Highlight war auch, dass mein Kilometerumfang in 2015 nochmal etwas nach oben gegangen ist (auf ca. 2.330km in etwa 180 Stunden). Da ich aber auch immer wieder ohne Tracking unterwegs bin und meine echten gelaufenen Kilometer überhaupt nicht kenne, spielt das sogar nur eine sehr untergeordnete Rolle. Was sagen diese vielen Kilometer das denn aus? Ja klar, dass ich viel unterwegs war, aber hat sich dadurch irgendwas geändert? Kann ich irgendwas ableiten? Eigentlich nur dass eine gewissen Regelmäßigkeit da war, dass ich wirklich wenig Ausfälle hatte und immer brav einigermaßen nach Plan laufen bin.
Und genau das reicht mir auch schon. Darum ging es mir von Anfang an, um die regelmäßige Bewegung, um das Bewahren der Kondition und ganz einfach auch darum möglichst viel Zeit draussen an der frischen Luft zu sein und den Kopf frei zu bekommen.
Eine Entwicklung zeigte sich im vergangenen Jahr allerdings immer deutlicher: ich werde zunehmend unzufriedener mit Laufschuhen. Von denen hab ich zwar eine gewisse Auswahl passender und funktionaler Paare, aber nach oft anfänglicher Begeisterung (naja, ok, eher: Zufriedenheit) kommt mit der Zeit dann doch wieder die ernüchternde Erkenntnis: es gibt keinen perfekten Schuh. Barfuss laufen macht mir nicht nur grossen Spaß, sondern tut offensichtlich den Beinen und Füssen wirklich sehr gut. Meine Laufrunden spielen sich zur Zeit fast immer gleich ab: die gewählte Strecke laufen, davon dann die letzten 15-30 Minuten barfuss. Und wirklich jedesmal ist es ein Genuss die Schuhe auszuziehen und "unten ohne" weiterzurennen. Werde mir wohl mal Gedanken über einen schlanken Laufrucksack machen müssen, wo ich dann bei Bedarf die Schuhe reinstopfen kann. Tipps sind gerne willkommen.
Eine konkrete schöne Sache gab es aber tatsächlich im vergangenen Jahr: die Entscheidung mein eigenwilliges Hubzilla-Laufnotizbuch im Januar 2015 auf WordPress zu spiegeln war völlig richtig, hat mir sehr nette Kontakte ermöglicht und mich über einige Tellerränder blicken lassen. Als ausgemachter Einzelgänger (beim Sport) war und ist das in der Tat eine sehr gute Sache. Danke also an euch, ihr tüchtigen Laufblogger, es macht Spaß kreuz und quer mitzulesen, Kommentare zu hinterlassen und Erfahrungen auszutauschen.
Fazit: ich bin einfach immer noch sehr froh vor ein paar Jahren mit dem konsquenten Laufen angefangen zu haben. Jedes einzelne Jahr war bisher sehr lehrreich, ich bemerke mittlerweile einen roten Faden dem ich locker und oft unbemerkt folge. Und ich bin sehr gespannt wie es auf diesem Weg weitergeht.
Ein gutes und aufregendes Laufjahr euch allen!
@Olivers RunLog barfuß mit nackter Sohle oder dies Barfußschuhe?
@Einer von Vielen Wenn es irgend geht, dann richtig barfuß, aber immer mit Vernunft.
Barfußschuhe nehm ich nur bei extremen Untergrund (Schotter, spitzer Kies, … also wo man eh nicht gerne langläuft) oder wenn es sehr frostig wird. Ausserdem ganz pragmatisch: ich müsste dann ja immer noch ein Paar Schuhe zusätzlich mit auf die Runden nehmen, das möchte ich nicht wirklich. Seit März ’15 hatte ich auf jeden Fall keine Fivefingers oder ähnliches mehr an den Füssen (wenn ich mich richtig erinnere).
Hi Oliver,
mein Tipp zum Laufrucksack: es gibt spezielle schlanke und sehr leichte Rucksäcke, die in erster Linie für Trinkblasen ausgelegt sind. Nimmt man die Trinkblase raus (oder kauft den Rucksack gleich ohne), kann man prima was anderes transportieren, z.B.: ein paar Laufschuhe. Die Form dieser Rucksäcke ist aufs Laufen optimiert, denn sie behindern die Bewegungen so gut wie nicht. In meinem alten Blog habe ich mal die Erfahrungen mit meinem (damals neuen) Rucksack beschrieben:
http://reflektionen.de/67.html
Viele Grüße – und viele gute Läufe in 2016!
Wolfgang
Hi Wolfgang, danke für den Tipp, das ist ne echt gute Idee, ich werde mich mal umschauen.
… reflexionen.de ist übrigens echt eine Fundgrube, hab ja schon ne Menge durchgelesen, aber den Bericht kannte ich zb noch nicht … irgendwann hab ich mal alles durch 🙂
Dir auch ein tolles Laufjahr!
Einer von Vielen likes Olivers RunLog’s comment
Lieber Oliver, eine wahrlich sehr positive Zusammenfassung des vergangenen Laufjahres. Erst einmal finde ich es auch sehr gut, dass du dich entschlossen hattest, bei WP zu starten.
Laufen macht Freude, das liest man in jedem Wort.
Ein passender Laufschuh wäre noch wünschenswert, seit geraumer Zeit laufe ich mit Newton, bin begeistert, da ich auch gerne mit möglichst wenig unterwegs bin, den Absprung auf barfuß jedoch nicht gefunden habe, die Gefahren auf dem Boden sind mir doch zu vielfältig. Newton hat nur am Vorfuß eine leichte Dämpfung, ist sehr leicht, für mich der Renner schlechthin, ich ziehe keinen anderen mehr an, vielleicht wäre das auch etwas für dich ?
Wünsche dir weiterhin viel Freude am Laufen, man darf gespannt sein, wie es weitergehen wird !! 😉
Danke liebe Margitta, ich hab in der Tat ziemlich viel Freude am Laufen. Und ganz richtig, ich bin sehr gespannt wie es weitergeht.
Zu den Laufschuhen: Ich hatte mal ein Paar Newtons (Gravity I), war anfangs extrem angetan davon (vor allem die Passform ist wirklich toll), aber irgendwann haben mich die "Stollen" immer mehr genervt. Ich mag das direkte Laufen, also den Untergrund spüren, die Stollen verhindern genau das aber leider (zumindest bei den Gravity I), ich hatte immer das Gefühl wirklich nur auf den Stollen zu laufen. Aber mal schauen, die entwickeln sich ja auch immer weiter, vielleicht teste ich nochmal ein Paar. Vorerst allerdings gibts "Einkaufsstop" und es wird Barfuß laufen ausgebaut. Und vor allem laufe ich jetzt erstmal die bisher vorhandenen bis sie auseinanderfallen.
Hallo Oliver,
Mir scheint, wir haben ein ähnliches Projekt für das gerade angefangene Jahr 😉 mir geht’s da genau wie Dir, je weniger am Fuß desto besser fühlt es sich an.
Momentan ist es noch zu kalt für ganz ohne, deshalb laufe ich derzeit viel mit meinem Merrell Trail Glove. Mein Modell ist schon zwei Jahre alt aber immer noch der beste „Barfußähnliche“, den ich kenne. Den gibt es glaube ich immer noch annähernd unverändert. Und der ist absolut direkt – nur Schutz, keine Dämpfung.
Beste Grüße
Sebastian
Die fallen für Laufschuhe normal-groß aus 😉 d.h. Ich habe gemessen Schuhgröße 40, brauche jedoch bei vielen Laufschuhen mindestens eine 41,5, manchmal sogar 42. Bei Merell habe ich bei allen Modellen eine 41.
Hoffe, das hilft. Der Trail-Glove ist echt super Natural 😉
Gruß Seb.
Hallo Oliver,
ja ich schreibe auch keinen Rückblick mehr. Sehe da für mich keinen Sinn drin. Das was ich zu sagen hatte steht im Blog. Wer möchte und Langeweile hat kann da gerne stöbern. 😉
Werde deinen Blog mal bei mir auf der Seite Lesenswert aufnehmen ( http://soulrunner.net/lesenswert/ )
Viele Grüße
Marco
Hallo Sebastian, das Projekt begleitet mich schon etwas länger, aber wird immer konkreter. Merrell sollte ich mir tatsächlich nochmal anschauen, die hab ich nie auf dem Radar, obwohl die Empfehlung schon ein paar mal kam. Wie ist es denn mit den Größen bei denen? Fallen die eher klein oder eher groß aus?
Merrell fällt eher klein aus, mir gefallen sie besser als die Five Fingers, offensichtlich habe ich keine DIN-Zehen 😉
Hallo Marco, zum Stöbern ist ein Blog eben auch da, zumal es bei dir echt eine Menge zu lesen gibt. Danke fürs Aufnehmen, bist selbstverständlich ebenfalls in meiner Link-Liste verewigt. Beste Grüße, Oliver
Danke @Jan Montag
Dann werd ich die mal in die engere Wahl nehmen und vormerken.
Alles klar, also in etwa der Minimus Effekt, dann weiß ich welche Größe ich brauch. Danke dir.