Nichts hält ewig

Die „Lieblingsschuhe“ sind ein Läufer-Thema ohne Happy End. Wenn man/frau dann endlich nach vielen Experimenten die passenden und „einzig wahren Laufschuhe“ gefunden hat, dann ist es mit Sicherheit ein Auslaufmodell. Mit Ansage. Die verdammte Schuhindustrie denkt nicht im geringsten daran, dass jede neue Schuhgeneration die Kundschaft zur Verzweifelung bringt. Manchmal sinds nur kleine „tolle neue technischen Weiterentwicklungen“ und als Läufer arrangiert man sich damit, dass der gestern noch vertraute Schuh heute plötzlich ein Fremder ist. Aus Gewohnheit nimmt man dann halt doch wieder das bekannte Modell, mit der Nachfolgenummer, sicher ist sicher, immerhin schmerzen die Knie schon lange nicht mehr. Manche Nachfolgemodelle sind allerdings Lichtjahre von der Qualität der Vorgänger entfernt, eine Odyssee beginnt, ein Vorgänger-ähnlicher Schuh muss gefunden werden, die Ollen halten höchstens noch 20 Kilometer, die Experimente beginnen von vorne.
Und der Super-Gau: gerne wird ein Modell einfach nicht mehr hergestellt! Da brechen Welten zusammen! Alles von vorne, Testberichte lesen, Freunde befragen, in Blogs stöbern … welcher Neue ähnelt meinem Lieblingsschuh? Und wo bekomm ich den? Und was kostet der? Oder finde ich noch irgendwo ein Paar meiner alten Lieblinge?
An dem Punkt war ich letztes Jahr, als ich die Online-Dealer meines Vertrauens nach einem Ersatzpaar Road-X-Treme 138 durchstöberte und nicht mehr fündig wurde. Inov-8 hat mir auf Nachfrage bestätigt dass das Modell nicht mehr hergestellt wird, aber noch ein paar in meiner Größe am Lager liegen. Ich hab dann einfach mal drei Paar gekauft und davon vor ein paar Tagen den letztem Karton öffnen müssen. Die Schuhe sind einfach super, leicht, minimal, tolle Passform, wie für mich gemacht. Durch die wirklich leichte Bauweise halten die (schätzungsweise) 800 Kilometer, ich tracke das nicht, kann also abweichen. Die Sohle würde länger halten, aber das Mesh-Gewebe löst sich in den beanspruchten Zonen (bei mir die Zehenbox) irgendwann auf. Damit kann man noch laufen (mach ich auch), aber die Stabilität leidet irgendwann merklich. Meine Schuhe werden gelaufen bis es nicht mehr geht, ich achte nicht auf Kilometerempfehlungen oder Schuhverkäuferweisheiten.
Ok, der letzte Karton ist angebrochen, etwa 150 Kilometer sind schon runter, ich hege und pflege sie, aber irgendwann dieses Jahr werden sie hin sein. Ja, ich hab noch jede Menge anderer Schuhe (siehe Ausrüstung), bzw. mein derzeitiger Schuhschrank passt gut zu mir. Aber die Road-X-Treme 138 hätte ich gerne noch weiterhin dabei gehabt, die haben mir geholfen meinen Laufstil zu verändern, waren der Impuls zum Barfusslaufen, überhaupt wäre die recht zügige Entwicklung weg vom Fersenläufer ohne diese leichten Dinger bei mir nicht so möglich gewesen. Jaja, ein wenig „Nostalgie“ ist natürlich dabei.
Natürlich bin ich ein neugieriger Mensch und teste gerne neue und völlig fremde Modelle, festgefahren sollte ein Läufer nicht sein, ein Nachfolger wird sich also finden, fragt sich nur wann und was. Spannend. Mein Anspruch: flach und leicht, robust, 0mm Sprengung, Strecken über 30 Kilometer müssen drin sein.
Oder vielleicht sollte ich einfach noch viel mehr Barfuss laufen, damit erledigt sich das Thema von selbst.

6 Gedanken zu „Nichts hält ewig“

  1. Ach ja, wer kennt das nicht, ganz so verrückt wie du bin ich zwar nicht , dass ich mir Schuhe mehrfach kaufe, aber ich bin auch immer auf der Suche nach Neuem, Leichteren, habe mich bei Saucony “ eingefahren „,und es gibt auch hier schon wieder Neues, was ich ausprobieren werde, so ich wieder kann !!

    Hier ein Vorschlag, wiegt in meiner Größe 145 g mit 4mm Sprengung, oder wie wäre es mit den leguanos ❓

    Barfuß laufen überall ?
    Ich glaube, so weit komme ich nie, bin schon zufrieden mit dem sehr leichten Material .

    Die Ostsee lässt grüßen mit Frau Hinkebein(chen) 😉

    P.S. Selbst hier am Strand laufe ich nicht barfuß, weil ich schlichtweg Verletzungen scheue, da ich leider viel Glas, teilweise auch ganze Glashälse, von Irren achtlos weggeworfen, hier sehe, das macht Angst und animiert zur Vorsicht !

  2. Saucony Type A6 ist tatsächlich meine engere Wahl und schon zum Testen bestellt (meine Größe war nicht vorrätig … tztz). Die könnten was sein. Die Leguanos hab ich getestet, komm ich aber nicht mit klar, sind mir zu "sockig". Also, für zuhause super, aber zum längere Strecken laufen lieber nicht. Dann doch eher barfuss oder die leichten Fivefingers.
    Die Unachtsamkeit anderer kann barfuss laufen schon vermiesen, aber bisher hab ich mir noch nie was getan. Instinktiv laufe ich viel aufmerksamer und langsamer. Der Untergrund ist mir mittlerweile fast egal. Der Trick ist, wenn es unangenehm an den Sohlen wird, einfach immer mal wieder den Untergrund zu wechseln, also zb von Strasse auf Seitenstreifen. Da reichen schon ein paar Schritte und schon ist alles wieder frisch. Aber Glasscherben im Fuss … das wäre echt der Horror …

  3. Ja, der könnte dir gefallen !

    “ sockig “ ist der leguano, von dem ich erst berichtete nicht, der andere, den ich nur zu Hause trage hingegen, sehr wohl.

    Und wie ist es bei dir, wenn du mit den Fivefingers auf Asphalt läufst ❓

  4. FiveFingers auf Asphalt ist kein Problem mehr. Hatte mich rangetastet, erst mit den KMD Sport und dann immer mehr die KSO EVO. Wobei ich erstere für längere Strecken vorziehe, die sind einfach robuster und können auch mal Tempo vertragen.

  5. EVo’s habe ich auch, aber – wie gesagt – ich traue mich nicht, weil ich immer längere Strecken laufe (wenn ich wieder kann !!), bei kürzeren ginge das sicher auch bei mir, aber ich kann ja schlecht unterwegs wechseln, wenn ich alleine bin, darum provoziere ich lieber nichts.

    Wie weit läufst du damit ?

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