Ein Jahr später

Vor so ziemlich genau einem Jahr musste ich meine geliebte Lauferei für einige Monate etwas frustriert aussetzen, damit der plötzliche Ermüdungsbruch in Ruhe heilen konnte. Beim Wiedereinstieg Anfang Dezember hab ich wegen der mühevollen ersten Läufe gedacht, das wars mit schnellem Laufen, Bestzeiten und schönen Wettrennen durch Feld und Wald. Meine Kondition war natürlich so sehr dahin, dass es mir vorkam als würde ich meine alte Form nie wieder annähernd einholen.
Ist zum Glück nicht ganz so eingetroffen. Ehrlich gesagt hat die Pause scheinbar sogar ganz gut getan.
Mir geht es heute besser denn je, das Laufen macht unfassbar viel Spaß und immer wieder kratze ich an der einen oder anderen persönlichen Bestzeit ohne es gezielt darauf anzulegen.
Der langsame und geduldige Wiedereinstieg hat mir auch im Kopf gut getan, mich ein wenig demütig gemacht und gezeigt dass es eben nicht selbstverständlich ist, abends einfach mal so 20km rennen zu können. Das ist es absolut nicht.

Hatte ich letztes Jahr um diese Zeit mal grade 1.570km auf der Uhr, wurden heute ausgerechnet auf der Kurzstrecke des hiesigen Parkrun die 2.000km geknackt.
Also liebe derzeit verletzte Läufer, nicht verzagen, einfach nur wieder konsequent mit dem Training anfangen und dranbleiben, dann läuft es schon nach kurzer Zeit wieder wie von selbst.
Vielleicht sogar besser als vorher.

Den Weg vom Parkrun nach Hause hab ich heute selbstverständlich wieder laufend erledigt, auch um den (vermutlich) letzten echt heißen Tag in diesem Sommer "geniessen" zu können. Die schnellen 5km steckten noch ordentlich in den Knochen, also hab ich nur eine gemütliche knappe 12km Rheinrunde drangehängt.

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Es müsste hier wirklich mal anständig regnen, alles ist knochentrocken und dem Rhein fehlt Wasser …

12 Gedanken zu „Ein Jahr später“

  1. Moin Oliver,

    danke für Deinen Zuspruch an die derzeit Verletzten, zu denen ich mich noch etwas dazuzähle.

    Ohne meine Malesche wäre ich in diesem Jahr auch auf Rekordkurs gewesen, nicht tempomäßig, aber kilometermäßig. Das muß nun halt noch ein Jahr warten 😉

    Super, dass Du so gut aus Deiner Frakturpause zurückgekehrt bist, wie Phönix aus der Asche quasi. Genial und darin bestärkende, dass es sich immer wieder lohnt den Kopf nicht hängen zu lassen und immer weiter zu machen, immer weiter zu laufen!

    Auf das es für Dich so weitergeht!
    Liebe Grüße
    Volker

  2. Lieber Oliver, macht echt Freude, diesen Post zu lesen…………es läuft…….es läuft sogar noch besser als zuvor. Andere, denen Ähnliches widerfahren ist, kannst du sehr gut mit deiner positiven Einstellung und Demut anstecken ! Ja, es lohnt sich immer, geduldig zu sein, was auch mich die eigene Erfahrung gelehrt hat !

    Schönes Foto von dir: locker, leicht……….., so stelle ich mir Läufer vor.

    Der Rhein hingegen macht mir Sorgen, so habe ich ihn noch nie gesehen.

    ……………immer weiter laufen ……….grandiose Idee, könnte auch von mir sein !

  3. Lieber Oliver,
    das ist eine bemerkenswerte Einsicht, so hatte ich das nie gesehen und auch gar nicht so bemerkt 😉 Wobei ich vor meinen unzähligen Verletzungen nicht schnell war und hinterher erst recht nicht 🙂
    Aber es sei Dir natürlich gegönnt, Dein Beitrag ist so optimistisch und motivierend, das es auf jeden Fall diejenigen erreichen wird, die momentan mit einer Verletzung kämpfen…Danke dafür!

    Salut

  4. Lieber Oliver,
    Du bringst es auf den Punkt: Geduld ist das Zauberwort, wenn es einmla nicht so läuft, wie wir laufen wollen. Erzwingen lässt sich nichts, aber Geduld, Zuversicht und Fleiß sind die Zutaten, die uns wieder zurück aufs Gleis bringen.
    Und ja, 20 km rennen können ist auch schon eine Leistung. Selbst wenn unsereiner hadert, dass es subjektiv nicht schnell genug wäre, manch einer wäre froh, wenn er 2 km am Stück schaffen würde.
    Also erfreuen wir uns weiter an unserem Sport!
    Liebe Grüße
    Elke

  5. Moin Volker,
    ob Rekordkurs oder nicht, bedächtig und nicht zu früh wieder einstiegen, dann aber eisern dranbleiben ist wohl am wichtigsten. Und falls laufen nicht funktioniert, dann eben irgendwas anderes, nur nicht einrosten und aufgeben.
    Du bist auch bald wieder mehr unterwegs, deine "Maleschen" sind nur vorübergehend, da bin ich von überzeugt 😉

  6. Liebe Margitta,
    es gibt überall und ständig so viel miese Nachrichten zu lesen, da gehen die kleinen guten Dinge unter. Das haben sie nicht verdient 🙂 Wir sind alle keine Profisportler, sorgsam behütet und bestens ärztlich betreut, sondern müssen uns aus eigenem Antrieb wieder aufraffen. Aber genau das müssen wir eben auch tun, und wer es hinbekommt, wird ausgiebig belohnt. Mein ewiger Optimismus … 😉
    Danke!

  7. Lieber Christian,
    nun muss ich gestehen dass meine bisherigen Verletzungen (zum Glück!) überschaubar sind, und mein großer Optimismus auch manchmal nervt. Aber Trübsal blasen ist nicht.
    Um Schnelligkeit gehts mir auch nicht, das ist nur ein überraschender Nebeneffekt, ich bin einfach froh dass ich im Dezember/Januar trotz schlechter Laune und manchmal schmerzenden Knochen durchgezogen hab. Die vielen kleinen Belohnungen waren und sind es wert. Und vor allem bin ich jetzt entspannter falls mal noch irgendwas passiert. Wenn ich dazu dann auch noch diese Motivation weitertragen kann, dann ist das super 🙂

  8. Liebe Elke,
    man hätte diesen Artikel auch auf Deine Worte eindampfen können:
    "Geduld, Zuversicht und Fleiß sind die Zutaten, die uns wieder zurück aufs Gleis bringen."
    Genau so ist es. Wir müssen ’nur‘ den Hintern wieder hochbekommen. Und ob daraus dann 2 oder 20 oder mehr Kilometer werden ergibt sich eh mit der Zeit. Laufen ist eben mehr als nur laufen 🙂

  9. Lieber Oliver,
    danke für diesen Beitrag 🙂
    Wir vergessen so oft, das es nicht selbstverständlich ist, das wir unserer Leidenschaft so ungebremst nachgehen können. Es ist immer ein Privileg und wir sollten es schätzen.
    Und auch wenn Vereltzungen /Krankheiten doof sind und keiner sie braucht oder will, wie heißt es doch so schön: alles, was uns nicht umbringt, macht uns stärker !
    Du beweist eindrucksvoll, das es stimmt 🙂
    Auf ein nächstes tolles Laufjahr!
    Liebe Grüße
    Helge

  10. Liebe Helge,
    ich lese manchmal von Menschen die sich aus wirklich schlimmen Situationen wieder hochkämpfen, diesen Willen muss man erstmal haben, da hab ich einen Höllenrespekt. Bei mir war es nur ein gebrochener Fuß, der heilt einfach so, auch wenn mir der Neustart schwer vorkam, so wusste ich einzuschätzen dass es in absehbarer Zeit besser wird. Schlaganfallpatienten zb benötigen unter Umständen Monate um überhaupt wieder stehen oder gehen zu können, was für ein Kraftakt muss das für Kopf und Geist sein!
    Gesundheit ist nicht selbstverständlich, besonders wenn man älter wird fällt das immer mehr auf. Mit diesem Wissen im Hinterkopf geniesse ich meine Runden noch viel mehr 🙂 Danke!

  11. Lieber Oliver,
    ein positiver Beitrag, den ich sowas von teilen kann! 😉

    Manchen fällt es leichter sich hoch zu rappeln, andere tun sich schwer(er). Denen hilft sicherlich ein solch positiver Zuspruch! Viele Verletzungen hatte ich ja nicht, aber 2 schwere „Schicksalsschläge“ zu verkraften, die ich anscheinend super verdaut habe. Das habe ich wohl aber meinem Naturell zu verdanken. Umso mehr lese ich dann gerne, wenn so aufgemuntert wird und auch andere sich immer toll hochrappeln! Super!

    Lass es uns genießen, dass wir sooo viel Spaß an unserem so tollen Sport haben … und lass uns dankbar sein!

    LG Manfred

  12. Lieber Manfred, lass uns dankbar sein „einfach“ unseren Lieblingssport machen zu können. Du bringst es auf den Punkt. Es gibt Tiefpunkte und Erfolge. Und leider auch Verletzungen. Hauptsache wieder anfangen, reinhängen, weitermachen. Bewegung ist lebenswichtig. Danke!

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