Verabredung mit Eberhard

Schon wieder Sturm. Fast gewöhn ich mich daran. Die Tage seit Rosenmontag waren immer sehr windig und haben mich auf teilweise neue Wege gebracht um nicht ständig gegen den Wind zu rennen. Ein wenig sinnvolles Tempotraining muss ich jetzt ja mal so langsam irgendwie unterbekommen.
Heute ging es aber bewusst voll rein, Sturm "Eberhard" kam pünktlich zum Mittag im Rheinland an und ich hatte bock mich mit ihm zu messen.
Es ging wieder auf die gute 20km Runde zum Rhein, mit dem Wissen: das wird auf dem Deich kein Zuckerschlecken. Damit lag ich fast richtig, allerdings waren bereits die ersten Kilometer alles andere als einfach. So weit es ging hab ich mich zwar im Windschatten von Hecken und Gebäuden entlang geschlängelt, aber kaum am Messegelände angekommen gabs Ohrfeigen direkt von vorne. Rosenmontag waren es nur Böen, heute ein wirklich fetter Sturm.
Schließlich nach 11km auf dem Deich hat es mir fast die Beine weggehauen, ich musste immer wieder ein paar Meter gehen, einfach so Laufen ging schlicht und einfach nicht 🙂 Geschenkt, da war ich drauf eingestellt. Nach der nächsten sanften Kurve allerdings, kam der Sturm dann von schräg hinten und nun ging es los.
War ich vorher eher gemütlich mit 4:45er Pace unterwegs, hab ich auf den nächsten 8km ständig eine 3 auf dem Display gesehen. Ich bin einfach nur so geflogen! Ein Riesenspaß!! So schnell bin ich diesen Streckenteil noch nie gerannt, aber mit so viel Druck im Rücken ist das auch kein Kunststück. An den Rheinwiesen angekommen, wurden schnell die Schuhe ausgezogen und der Rest dann routiniert Barfuß nach Hause gelaufen.
Überall lagen übrigens kleine Äste rum, aber nichts bedrohliches, eigentlich fand ich die Strassen sogar recht angenehm leer gefegt.

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(Schnell mal schauen wie niedrig der Wasserstand so ist… )

Ich war heute übrigens nicht mit Fivefingers unterwegs, sondern hab die Altra Vanish-r mal wieder weitergetestet. Bisher sind das tolle Dinger, sehr leicht, Altra-breite Zehenbox, Zerodrop und fast keine Dämpfung. Ein waschechter Wettkampfschuh eben. Als Alternative durchaus auch für Minimalisten zu gebrauchen, aber ich fürchte die halten nicht lange, das Obermaterial ist echt sehr dünn, mal schauen. Falls da jemand mit liebäugelt: innen sind zwei Einlegesohlen! Eine kann bedenkenlos rausgenommen werden, die ist für Läufer die mehr Dämpfung brauchen, das wollen wir ja nicht. Und die Schuhe fallen sehr klein aus, mindestens +1,5 größer wählen.
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13 Gedanken zu „Verabredung mit Eberhard“

  1. Moin Oliver,

    gemütliche 4:45 … Wie ich schon bei mir erwähnte, zwischen unseren Reisetempi liegen Welten.

    Es waren in der vergangenen Woche wirklich windige Tage. Da bin ich auch lieber abseits der Hunte gelaufen. Heute allerdings hattet Ihr in NRW definitiv mehr als wir, aber ich hatte eh lauffrei 🙂

    Einen Wettkampfschuh, sowas brauche ich zum Glück nicht 🙂

    Liebe Grüße
    Volker

  2. Moin Volker,
    die Schuhe hab ich mir nach meiner Zwangs-Auszeit gekauft, weil ich nicht sicher war ob es so klug ist direkt wieder mit Fivefingers anzufangen (die im übrigen die besseren Wettkampfschuhe sind). Aber so richtig viel zum Einsatz sind die dann gar nicht gekommen, mit den Trailgloves hatte ich mich sicherer gefühlt. Ich behalt die Dinger trotzdem, vielleicht gibt es mal einen sinnvollen Einsatz dafür.
    Der Sturm ist fast vorbei, zum Glück, hat dann doch ziemlich gewütet.

  3. Lieber Oliver,
    auch ich habe mir fast auf die Schenkel gehauen bei Deinen „gemütlichen 4:45“, aber das zeigt auch, dass es wieder gut läuft bei Dir, und das freut mich!
    Dank Rhein-City-Run kenne ich ja Dein Laufgebiet am Rhein und kann mir lebhaft vorstellen, welche Angriffsfläche da der Sturm hatte. Bzw. welches „Schiebungspotenzial“. Letzteres war gestern echt nicht von Pappe! Ich war froh über meine etwas weitere Regenjacke, da konnt ich noch ein wenig mehr „Segelfläche“ entfalten 🙂
    Dein Bild zeigt ja sogar Schaumkrönchen auf dem Rhein! Wann sieht man so etwas schon!
    Liebe Grüße
    Elke

  4. Liebe Elke,
    der Rhein hatte nicht nur seltene Schaumkrönchen sondern sogar teilweise richtig Gischt aufzubieten, das war leider nicht aufs Foto zu bekommen, aber ziemlich wirklich beeindruckend.
    Ich bin so richtig froh wieder "mein" Tempo erreicht zu haben und wollte das einfach mal kurz kundtun 😉
    Du kennst die Strecke, da ist viel freie Fläche, aber auch immer wieder sanfte Kurven und man weiß nie so genau was einen hinter der nächsten Biegung erwartet. Das mag ich so an meiner Rheinrunde, wirklich nie langweilig!

  5. Lieber Oliver, warum kommt mir dieser Lauf mit “ Ohrfeigen “ und Fliegen so bekannt vor. Auch mit dem Gehen, um ein eventuelles Touchieren mit Mutter Erde zu verhindern ? Denn fast genauso erging es mir in der vergangenen Woche mehrfach, nur mit dem Unterschied, dass meine Uhr keine weder eine 3 noch eine 4 auf meinem Display ganz vorne anzeigt – das war einmal ! So ein Rückenwind, das wäre doch mal was für einen offiziellen Lauf – Marathon oder so………………..

    “ Einfach nur geflogen “ – mit zeitweisem Gefahrenpotential – man lernt das Balancieren………..oder geht eben………..

    Liest sich auf jeden Fall nach Freude……………….freut mich auch für dich !

  6. Liebe Margitta,
    ich gebe zu, nach deinem letzten Sturmbeitrag war ich etwas angepikst und hab mich diebisch gefreut als es bei uns losging. Düsseldorf ist ja auch noch ganz gut dabei weggekommen, zwischendurch war ich mir aber ehrlich gesagt nicht sicher ob es die beste Idee war laufen zu gehen. Allerdings nur kurz, der Spaß war größer 😉
    So ein Rückenwind bei einem Marathon wäre bestimmt interessant bis lustig, weil dann einfach alle fliegen 🙂
    Danke!

  7. Lieber Oliver,
    cool 😎 , andere bleiben zu Hause und fürchten sich vor Eberhard und du gehst mit ihm zusammen laufen und forderst ihn auch noch heraus 😆
    Und mit Hilfe von Eberhard kannst du sogar Streckenrekorde aufstellen. Nicht schlecht! Man muss halt nur die Energie zu nutzen wissen.
    Toller Sturm-Lauf 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

  8. Liebe Helge,
    man muss einfach die Gelegenheiten nutzen wie sie kommen 😉 Und die Streckenbestzeit läuft natürlich ausserhalb jeglicher Wertung, das war kein Kunststück unter den Bedingungen. War ein großer Spaß!

  9. Lieber Oliver,
    Du läufst eine Sub 5er Pace gegen den Wind??? Krass, der gute Eberhard hat bei mir zu einer knappen 6er Pace geführt…und Du läufst fast 2 Minuten schneller pro Kilometer, jetzt bin ich deprimiert 😉

    Ich mag die Naturgewalten und v.a. stürmischen Wind, da fühlt man bis in den letzten Winkel des Körpers die Natur

    Salut

  10. Lieber Christian,
    das war doch bloß die Durchschnitts-Pace, inklusive Windschatten Gelegenheiten. Auf dem Deich angekommen stand ich zb auch einfach mal einen Augenblick, da ging nix… und es gibt bestimmt Läufer die sowas deprimiert, dich aber sicher nicht 🙂
    Wind, Wetter, Sturm und Regen, ohne das geht es nicht, ganz genau! Es soll ja Läufer geben die sind nur auf dem Laufband aktiv, das könnte ich echt nicht.

  11. Lieber Oliver,
    hättest du nicht mal probieren können bei der Pace mit Rückenwind über den Rhein zu laufen? 😛
    Toller Lauf, der bestimmt irre Spaß macht, wenn man sich so drauf einstellt, oder dem entgegen fiebert, wie du es getan hast! – Hat dem Eberhard bestimmt auch Spaß gemacht! 😆
    Ich brauche (leider) die Dämpfung, vielleicht auch in Form einer dritten Sohle! 😉
    LG Manfred

  12. Lieber Manfred,
    über Wasser laufen kann ich (noch?) nicht 😉
    Der Eberhardt musste sich zwar einiges anhören, aber so wie der unterwegs war, hat er Spaß gehabt. So wie ich auch!
    Ich bin von Dämpfung einfach nicht mehr überzeugt, sogar mein arthritischer Großzeh mag knüppelharte Schuhe lieber. Aber das gilt nur für mich und ist bestimmt bei jedem anders.

  13. Lieber Oliver,
    wäre doch mal ne Herausforderung, das mit dem auf dem Wasser laufen! 😉
    Mein Hallux Rigidus kommt wohl auch mit weniger Dämpfung hin. Hauptsache des Abrollverhalten des Schuhs stimmt. – Aber mein Innenband (re. Knie) muckert immer stärker, wenn der Schuh „härter“ ist. Vielleicht kann ich es ja auch noch umerziehen? 😆
    LG Manfred

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