Ein Laufjahr mit Höhen und Tiefen

Was für ein schräges Lauf-Jahr. Es hatte so super angefangen, wurde dann mühsam und anschließend durch den Ermüdungsbruch komplett runtergefahren.
Beim Brückenlauf im April konnte ich haarscharf eine neue 10km Bestzeit erlaufen, in Fivefingers und motiviert bis zum Anschlag.
Eine Woche später der Düsseldorf-Marathon, definitiv mein Highlight des Jahres aus mehreren Gründen. Zum einen weil ich Barfuß-Läufer Wolfgang kennenlernen durfte; ich unterwegs dann erstmalig dem Pulsmesser über den Weg gelaufen bin; dieser Marathon ebenfalls in Fivefingers und mit erstaunlicher Bestzeit durchgezogen wurde; und ich während des Laufs ausser einem Gummibärchen und ein paar Schluck Wasser keinen Bedarf an Energiezufuhr hatte. Ich war einfach fit.
Nach ein paar Tagen Pause kam ich anschliessend nicht so richtig in Gang, vielleicht wegen der nicht endenden Hitze, vielleicht wegen zu kurzer Regeneration, oder beidem, oder wasauchimmer, ist bekanntlich müßig darüber nachzudenken.
Also hab ich einfach mal bewusst runtergefahren, jeden zweiten Tag einen HM bei der Hitze macht schon schlapp, aber immer im Hinterkopf was im Jahr noch so geplant war.
Davon konnte ich dann am Ende leider nichts mehr mitnehmen, grade als so langsam wieder Fahrt reinkam, breche ich mir Ende August den Mittelfuß. Einfach so. Ermüdungsbruch. Das war natürlich extrem ernüchtend. Von Hundert auf Null. Zwischen totalem Frust und tapferen Optimismus dass der Knochen schnell heilt. Draussen brüllte der Sommer und ich konnte nicht mal anständig Spazierengehen.
Nach fast genau drei Monaten Pause, ging es sehr vorsichtig und langsam wieder los, kurze Distanzen in der Nachbarschaft, mit 3km und null Kondition angefangen (traben, Pause, traben…), waren zwei Wochen später wieder 10km drin und ab Weihnachten endlich(!) wieder 15-16km durch den Wald!
Jetzt nur nicht übertreiben. Ich laufe derzeit jeden zweiten Tag, immer noch sehr ruhig und für meine Verhältnisse langsam, dabei hilft mir der Wald mit seinen Steigungen übrigens sehr. Mein Plan nach wie vor: Düsseldorf Marathon Ende April 2019. Wär doch gelacht.

Trotz allem komme ich 2018 auf knapp über 1.700km (und morgen ist ja auch noch ein Lauftag), das spielt in so einem Jahr natürlich überhaupt keine Rolle, aber ist dienlich für meine Motivation.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Start ins neue Jahr, auf dass wir alle gesund bleiben und die Freude am Laufen behalten!

Noch ein paar Bilder vom gestrige Schmuddelwetterlauf:
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Trist und grau, trotzdem wunderschön!

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Nebeldunst auf der Wolfsaap.

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Ratet mal welchen Pfad ich immer wähle 🙂

12 Gedanken zu „Ein Laufjahr mit Höhen und Tiefen“

  1. Lieber Oliver,

    Du kommst schnell wieder in Form, wie mir scheint, da ist das verkorkste Laufjahr oder besser die 3-4 lauffreien bzw. laufreduzierten Monate rasch vergessen. Die erste Hälfte war doch nach Plan gelaufen, also seh es positiv. 2019 bringt hoffentlich nur gute Erfahrungen…ich freu mich auf jeden Fall auf viele spannende Berichte und wünsche Dir vor allen Dingen Gesundheit und Verletzungsfreiheit.

    Salut

  2. Lieber Oliver,
    wie du so schön sagst: ein Jahr mit Höhen und Tiefen.
    Aber du bist auf einem guten Weg. Ich drücke dir die Daumen, das 2019 mehr Höhen und weniger Tiefen hat 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

  3. Lieber Christian,
    „verkorkst“ war das Wort das ich zuerst im Titel hatte 🙂 Es waren ja nur drei Monate komplette Auszeit und die hake ich mal als besondere Erfahrung in einem ansonsten guten Jahr ab. Für 2019 schmiede bereits neue Pläne, mal schauen wie schnell ich wieder in Form komme. Danke!

  4. Liebe Helge, natürlich überwiegen die Höhen! Es gab ja noch viele andere kleine tolle Erfahrungen die ich überhaupt nicht weiter aufgeschrieben hab, und von so einem kleinen Bruch lasse ich mich nicht aus der Bahn werfen, das nächste Jahr wird mit Sicherheit nur wenig Tiefen haben 🙂 Danke!

  5. Lieber Oliver,
    aach, ich glaube, dass du schneller wieder fit bist, als du denkst! Nur übertreiben darfste nicht … denk dabei an mich, der ich mir 2 Jahre Zeit gelassen habe … und du bist noch sooo jung! 😛
    Zur Frage unter dem letzten Bild: wenn der obere Pfad ordentlich Höhenmeter verspricht … 😆
    Insgesamt ist es positiv, dass du wieder Pläne schmiedest!
    Ich wünsche auch dir einen wunderbaren Start ins neue Jahr, bleibe auch du 2019 „von vorne bis hinten“ gesund und viel Spaß bei der Lauferei!
    LG Manfred

  6. Moin Oliver,

    Höhen und Tiefen, schön dass nicht nur die drei Monate Zwangspause das Bild von Deinem Laufjahr 2018 prägen. Der schnelle 10er und der Bestzeitmarathon in den VFF sind auch geniale Jahresmeilensteine. Die Jahreskilometerbilanz für eine so lange Unterbrechung beeindruckend.

    2019 wartet mit dem ersten Highlight. Ich wünsche Dir, dass es auch darüber hinaus ein rundherum rundes (Lauf-)Jahr wird!

    Liebe Grüße
    Volker

  7. Lieber Manfred, glaub mir, die Versuchung ist sehr groß schon wieder loszuballern, aber zum einen gibts die Kondition zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht her und zum anderen: ja, ich bleibe vernünftig. Hab da ja ordentliche Vorbilder 😉
    Zum unteren Bild: falsch 😀 Das ist ein Teil meines „Downhill“-Heimwegs und da nehm ich gerne den schroffen Weg rechts. Einfach kann ja jeder!
    Klar schmiede ich Pläne, da gibts noch ein paar offene Rechnungen aus 2018.
    Danke Dir, ich bleibe dran!

  8. Lieber Volker, die Höhen überwiegen eindeutig, das wär ja auch was. Auf den Marathon in VFF in solch einer Zeit bin ich nach wie vor sehr stolz (auch wenn Wolfgang barfuß noch 10 Minuten schneller war!). Die Zwangspause war lehrreich und macht auch etwas demütig, höre ich doch normalerweise sehr aufmerksam auf meinen Körper, hat das beim Fuß scheinbar nicht geklappt. Wieder was gelernt 🙂
    2019 wird bestimmt super und gelungen, danke!

  9. Lieber Oliver, heute Nacht ist das alte Jahr Schnee von gestern, das neue erwartet uns mit Pauken und Trompeten, und wer einmal so wie du (und leider auch wie ich) dazu “ gezwungen “ wird, für längere Zeit zu pausieren, der schätzt umso mehr, was es bedeutet, unverletzt und kerngesund die Welt laufend zu erobern – YES – hat also doch irgendwo etwas Gutes.

    Und damit ist jetzt Schluss – “ Lektion erteilt “ – ein neues, gutes, tolles, sportlich und privates Jahr kann beginnen – mit Volldampf und Optimismus voraus !

    Bleib gesund und immer gut drauf, genieße das Läuferleben…….

  10. Liebe Margitta, ganz genau, ist eben einfach doof gelaufen, aber es gibt wahrlich schlimmeres, also alles akzeptiert und nun (langsam) auf zu neuen Abenteuern! Du musstest sogar doppelt so lange pausieren wenn ich mich recht erinnere, ebenfalls Schnee von gestern, so geht das eben.
    Danke dir!

  11. Tja Pulsmesser, wenn ich als notorischer Einzelgänger schonmal einen anderen Laufblogger im Getümmel finde, dann ist das definitiv ein Highlight 🙂 Freue mich auf den Marathon!

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