Madeira schon wieder

Nach der schönen Woche auf Madeira im Januar war klar: schnell wieder hin!
Und so hatten wir dann auch sehnsüchtig bereits zwei Tage nach unserer Rückkehr wieder gebucht, gleicher Ort (nördliches Ponta Do Pargo), gleiches Häuschen, AirBnB machts möglich.
Von der Abgeschiedenheit, Ruhe und Entspannung mal abgesehen, ich wusste was mich läuferisch erwartet und war dementsprechend ein paar Tage vorher ausgiebig bei uns im Aaper und Grafenberger Wald unterwegs um die Flachland-Beine mal etwas zu erschrecken.
Geplant waren diesmal keine wirklich langen Läufe, sondern eher der Genuß an der Levada zu laufen und alles „aufzusaugen“. So sind insgesamt grade mal 90km zusammengekommen und ich bin (ganz entgegen meiner Gewohnheiten) sehr oft in Gehpausen verfallen um Landschaft, Luft, Geräusche und Ruhe intensiv aufzunehmen. Der ewige Frühling auf Madeira hat durchaus unterschiedliche Faecetten, im Gegensatz zum Januar war es diesmal noch quietschgrüner und teilweise wurden die Pfade vom Farn überwuchert. Viele Blüten überall, die Frösche waren lauter und etwas mehr Wanderer unterwegs.

Zur leichten Laufbekleidung kamen diesmal noch Laufstöcke mit, einerseits für Auf- und Abstieg, andererseits weil ich im Januar bereits gelernt hatte dass die Pfade auch mal stark überschwemmt sein können, dann wird es rutschig. War eine gute Entscheidung, besonders in den verwachsenen, schattigen Winkeln hatte ich meinen Spaß mit nassen Füssen, konnte aber diesmal sicher durchrennen. Davon gibts leider keine Fotos, ich war zu sehr damit beschäftigt nirgends abzuschmieren.
Ansonsten sah es ungefähr so aus:

 

Vor der Reise hatte ich mich übrigens kurzentschlossen für ein Paar Merrell Bare Access 4 entschieden (ich brauchte „irgendwas Neues“ nach dem Marathon), eine sehr gute Wahl! Passen wie Lack und die kleinen Waldläufe zuhause haben schnell gezeigt dass die guten Stücke sowohl auf Asphalt als auch im Gelände wirklich klasse sind. 0mm Sprengung, leicht, sehr geringe Dämpfung, breite Zehenbox, die Vibram-Sohle funktioniert einfach überall.
Das oft kritisierte Fußbett konnte ich bisher nicht so nachvollziehen, wahrscheinlich wurde bei einigen Käufern die Erwartungshaltung „Barfußschuh“ nicht erfüllt. Ich mag den Begriff Barfußschuh ja überhaupt nicht. Alles was eine flache Sohle hat, ist heutzutage scheinbar ein Barfußschuh. Das ist wirklich Quatsch. Sogar Zehenschuhe sind keine Barfußschuhe, wirklich barfuß läuft es sich einfach anders als mit einer Sohle dazwischen. Barfuß ist barfuß. Schuhe sind Schuhe.
Mit dem Begriff „Minimalschuhe“ dagegen kann ich gut leben. Und genau das sind diese Bare Access, feine Minimalschuhe die mich sicher und zuverlässig über die schmalen Inselpfade getragen haben. Damit werde ich ganz sicher noch viel Spaß haben.

Madeira wird mich wiedersehen. Besonders die sehr entspannten ländlichen Regionen machen es einem leicht sich in die Insel zu verlieben. Zufriedene Kühe auf teilweise waghalsigen Weiden, grüne Wiesen und Wälder, freundliche Menschen (trotz harter Arbeit), angenehme Temperaturen, dazu immer wieder irgendwelche Bewässerungskanäle die ein ständiges ganz typisches Wasserrauschen verursachen.
Und viel Gelassenheit überall. Wohltuend.

6 Kommentare

  1. Moin Oliver,

    die Diskussion ob man einen Barfußschuh nun Barfußschuh nennen kann/darf/soll wurde schon im Barfußforum bis auf die Spitze getrieben. Mir ist die Begrifflichkeit eigentlich ziemlich egal, stellt sie für mich doch nur den Ausdruck für eine bestimmte Kategorie Schuhe dar. Aber von der Auslegung her können die Teile schon extrem unterschiedlich sein.

    Hauptsache sie erfüllen ihren Zweck und für Madeira hast Du da wohl wirklich einen Glücksgriff getan.

    Viele Grüße
    Volker

  2. Moin Volker, das wird wohl auch eine ewige Diskussion bleiben, ich amüsiere mich allerdings auch mehr darüber, wenn jemand einen "Barfußschuh" kauft und sich dann beklagt, kein "Barfuß-Feeling" zu haben. Das ist so wie duschen ohne nass zu werden 🙂
    Ich bin äusserst zufrieden mit den Dingern und freue mich tatsächlich am meißten darüber, einen guten Ersatz für meine wirklich bald zerschlissenen Inov8 F-Lite zu haben.
    Beste Grüße, Oliver

  3. Lieber Oliver, kein Wunder, wenn man nichts von dir hört, liest, wenn du dich schon wieder auf Madeira “ herumtreibst „!

    Die Ruhe, die Gelassenheit, das ist es, was wir suchen, da schließe ich mich dir an – und – siehe da – auch du bleibst mal stehen oder gehst ein paar Schritte um das Drumherum voll aufsaugen zu können, genau das mache ich auch, wenn mir danach ist, macht ausgeglichen – zufrieden.

    Und nun darfst du wieder zu Hause deine Runden drehen und dich auf das nächste Mal freuen !

  4. Liebe Margitta, vermutlich stoppe ich viel zu selten, aber wenn es läuft, dann läufts eben 🙂 Meine erste heimische "Asphalt-Runde" hab ich zum Glück gestern früh gedreht, vor der Affenhitze. Maderia Klima ist schöner … genau, also freue ich mich schonmal auf den nächsten Besuch dort.

  5. Lieber Oliver,
    Margitta ist schon etwas drauf eingegangen. Ich habe mich auch gewundert, dass man hier so lange nix von dir gelesen hat … und dabei macht der „Kerle“ Urlaub! Tse, tse … 😉
    Es sei dir von Herzen vergönnt! Toll, einfach mal wieder abtauchen, aufsaugen und genießen! Super gemacht! 😛
    Tja, das Klima dort ist deutlich besser auszuhalten. Hier ist es ja dann gleich auch noch so schwül … zumindest bei uns in Südhessen! 😥
    LG Manfred

  6. Lieber Manfred, einfach Urlaub machen und dann auch noch online-faul … so kanns kommen 😉
    Ja, ich liebe dieses "weg sein", macht so richtig schön Kopf und Seele frei, dazu noch diese schöne Umgebung und das tolle Klima, mehr geht kaum. LG Oliver

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