Schlafen, arbeiten, laufen, schlafen, arbeiten, laufen, …

Kennt ihr das? Wenn das Lauftraining, aus welchen Gründen auch immer, intensiver wird, dann reichen die 24 Stunden pro Tag plötzlich kaum noch aus. Aber mehr gibts nicht. Deshalb wird alles irgendwie in diese paar mageren Stunden gepresst. Mit schlafen, arbeiten, laufen ist es ja auch nicht so ganz getan, die Partnerschaft soll auch nicht leiden und Freunde hat der eine oder andere ja auch noch. Laufen kann verdammt zeitintensiv sein, wir sind auf ein sehr tolerantes soziales Umfeld angewiesen. Nicht nur dass der gemeine Läufer viele andere Dinge dem Laufen unterordnet, wenn dann mal Zeit für was anderes ist, kommt der Kollege Müdigkeit gleich mit. Es gab schon gemütliche Abende, da sass ich zwar am Tisch in netter Runde, war aber nicht mehr in der Lage vernünftig Konversation zu betreiben. Weil: völlig im Arsch, da ja vorher unbedingt noch dieser schnelle 20km Lauf sein musste. Meine Freunde haben nicht viel von der Schnelligkeit, ausser vielleicht dass sich die Gespräche mal ausnahmsweise nicht ums Laufen drehen, weil der schnelle Typ nur apathisch und still auf seinem Platz sitzt. Immerhin hat er noch gesunden Hunger.
Beliebt sind auch die mehrtäglichen Laufeinheiten, möglichst noch Intervalle mit ordentlichen Herausforderungen, den Hügel da hoch und auf der graden Strecke da hinten noch mal richtig Tempo machen. Nur keinen Pausentag einlegen, immer schön durchziehen. Wenn doch am nächsten Tage nur diese lästige Konzentration bei der Arbeit nicht nötig wäre, es gingen bestimmt noch ein paar Kilometern mehr. Im Büro sitzen, nix peilen, weil die 30 Kilometer vom Vortag noch in den Knochen stecken, sehr beliebt. Auch schön: hurra, ich mache mit bei [irgend ein Volkslauf] (austauschbar mit einem Laufevent deiner Wahl)! Natürlich findet sowas am Sonntag morgen um 9 Uhr statt. Perfekt für ein gemütliches Wochenende mit dem Partner, ausschlafen wird eh überbewertet. Macht ja auch voll Spaß für Nicht-Läufer, die schweisstriefende, keuchende Masse vorbeiziehen zu sehen …
Achja, wieso schreibe ich in letzter Zeit wohl so wenig? Keine Zeit, muss laufen.
Übertreibe ich grade? Nur ein klein wenig. Wohl dem Läufer, der ein tolerantes Umfeld hat. Ich habs zum Glück.

 

2 Kommentare

  1. Tja, wenn es einen packt, dann packt es einen, und jeder von uns kann von Glück sprechen, wenn das unmittelbarer Umfeld mitzieht, ich kenne das nur allzu gut, konnte in den vielen Jahren zum Glück alles unter einen Hut bringen: Familie, Arbeit, Kinder, Haus, Garten, alles eine Frage der Organisation und des Mitziehens des Partners, noch besser, wenn er auch läuft – wie in meinem Fall.

    Die Lust am Laufen indes habe ich nie verloren – never – ever……..weil es läuft und läuft und läuft !! 😎

    1. Zumal du noch ganz anders unterwegs bist, der eine oder andere Ultra inklusive Vorbereitung dürfte erheblich mehr Zeit verbrennen als meine bescheidene Lauferei. Daher: Hut ab dass du das alles gebacken bekommst.

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