Wetter ist klasse!

Ob Regen, Schnee, Hitze oder was auch immer, mir persönlich macht das Laufen unter widrigen meteorologischen Bedingungen wirklich Spaß. Nicht um mich zu beweisen oder so, sondern weil Wetter schlicht und einfach unbestechlich ist. Das ist dann halt so. Das gehört so. Kannste nicht ändern. Ja klar, einfach zu Hause zu bleiben wäre eine Möglichkeit, aber ernsthaft… wieso?!
Ich mache ganz einfach immer das beste daraus, renne los und freue mich über was auch immer passiert.
Heute zum Beispiel fegte ein nicht grade zimperlicher Sturm mit fetten Orkanböen über das Rheinland und auf meinem Lauf-Plan stand "Langer Lauf". Also raus, muss ja.
Die gewohnten Strecken kamen allerdings nicht in Frage, da hätte ich mich auf dem Rückweg mit dem vollen Brett Gegenwind auseinandersetzen müssen, muss ja nicht unbedingt sein. Also einfach mal eine neue Strecke versuchen und vom Start an mit Gegenwind laufen, dafür aber später mit Rückenwind.
Mit wirklich fordernden Orkanböen von vorne ging es dann also über über die Oberkasseler Brücke, an der (wegen Sturm geschlossenen) Kirmes vorbei, am Rheinufer entlang zum Hafen Neuss, weiter nach Neuss, dann über die Kardinal-Frings-Brücke, zurück am Rheinufer über den Medienhafen zur Altstadt (die Promenade war teilweise auch geschlossen) und wieder ab nach Hause.
Eigentlich eine überraschend gute Laufstrecke, geht zwar viel durchs Gewerbegebiet und den Neusser Hafen, aber eben auch sehr lange schön "durchs Grüne" am Rhein entlang.
In Neuss fing es heftig an zu regnen, ich war in Sekunden völlig durch, nicht zu ändern, ist dann eben so. Der Weg machte eine weite Kurve und dort kam mir ein anderer unerschrockener Läufer entegegen, sieht mich und lachte lauthals los: "Alter! Scheiss auf den Regen! Ich hab Gegenwind!!" Tja, korrekt erkannt. Hab ihm noch einen schnellen Lauf nach Hause gewünscht und bei mir ein wenig das Tempo angezogen. Vom dort an ging es fast nur noch mit Rückenwind weiter und das hat natürlich richtig Spaß gemacht. Irgendwie war das die Belohnung für die erste Streckenhälfte mit dem fiesen Dauersturm von vorn.
Nach fast genau 25 Kilometer (und fast genau 2 Stunden) stand ich dann schliesslich klatschnass und zufrieden wieder vor der Haustür. Die Strecke werde ich wohl öfter mal laufen, hat mir gut gefallen.
Übrigens war ich seit längerer Zeit mal wieder mit den Saucony A6 unterwegs, ziemlich ideal bei diesem nassen Wetter, das Wasser läuft einfach durch die Drainagen wieder raus, aber so richtig Freunde sind wir immer noch nicht.

4 Kommentare

  1. Das mit dem Wetter sehe ich ähnlich, wenn’s nicht zu heiß ist. Sauwetter (einschließlich Sturm) finde ich total geil, das verleiht einem stinknormalen Trainingslauf den Hauch von Abenteuer 😉

  2. Hach, Oliver, warum kommt mir das alles wieder sooooooooo bekannt vor. Genau mein Reden, ich liebe es, jedem (fast jedem) Wetter zu trotzen, mag alle Jahreszeiten mit dem, was sie uns bieten, spannend, klitschnass zu werden, gegen Sturm anzukämpfen, auch mal durch Matsch zu laufen, mit dem passenden Material über Eisflächen zu gleiten – irre ! Auch ein Grund mit, warum ich nicht mehr ohne kann und will !

    Ausnahme: Gewitter und Orkan – sonst nehme ich es, wie es kommt – YES !

  3. Es nehmen wie es kommt. Die Abwechslung geniessen statt sich darüber aufzuregen, so muss das sein 🙂
    Gewitter kann aber auch toll sein. Nicht unbedingt wenn direkt vor den Laufschuhen ein Blitz einschlägt, aber wenn es grollt und überall Wetterleuchten zu sehen ist. Einfach klasse, einmalige Stimmung.

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