Zwischen Sturm und Challenge

Eigentlich bin ich grade mit ganz anderen Dingen beschäftigt, aber Anmeldung ist Anmeldung und irgendwann dieses Wochenende muss nunmal der erste Teil der Winterlaufserie des ASV Duisburg gelaufen werden. Die Serie findet sowohl real als auch virtuell statt, zum Glück hab ich die virtuelle Variante gewählt, den realen Lauf hätte ich zeitlich nicht unterbekommen.

Letztes Jahr fand der erste Lauf der Serie für mich bei satten 20°C statt, das war echt surreal. Dieses Jahr dagegen mit Sturmresten die es in sich hatten. Die letzten Tage sind ja zwei Orkane übers Land gefegt und auch wenn das Gröbste vorbei war, die Reste haben mir bei so einem schnellen Lauf absolut gereicht. Zumal ich früh am morgen bereits den 3-Uhr-Lauf der „No Rest for the Wicked Challenge“ absolviert hatte, und DAS war mal wirklich speziell. Aber zur Challenge gibts dann einen separaten Beitrag wenn sie denn endlich vorbei ist. Klar war nur, dieser 10er wird eher anstrengend.

Um störungsfrei zu laufen bin ich zuerst sehr entspannt zum Rhein gelaufen, hab dann ein 10km Trainingsprogramm auf meiner Uhr gestartet und das Tempo massiv angezogen. Anfangs noch mit einer Pace unter 4, aber das war dauerhaft nicht durchzuhalten, also hab ich mich bei 4:06 eingependelt. Und war damit eigentlich sogar schneller als ich gehofft hatte, aber es fühlte sich gut an.
Und dann: Autopilot. Einfach rennen.
Wenig Menschen unterwegs, nur eine kleine „Strassensperre“ wegen eines umgestürzten Baums ohne Tempoverlust umlaufen, irgendwann immer mehr starker Wind von der Seite. Ab km5 müsste der aber mehr schräg von hinten kommen, war dann auch so und das hat mich nochmal angetrieben. Bei km8 dafür dann volles Brett Sturm von vorne aber nur einen Kilometer. Dann Endspurt zum letzten Kilometer, rauf auf den Messeparkplatz, Rückenwind, voll im „Lauftunnel“ und irgendwie hab ich es dann ohne es zu bemerken geschafft vom Parkplatz runterzulaufen und auf den Autobahnzubringer zu landen! Zum Glück ist grade keine Messe, also auch null Verkehr.
Und dann war es vorbei, die Uhr piept, 10km voll, fertig. Mit der albernden Zielzeit von 40:59
Insgeheim hatte ich mir vorab tatsächlich gewünscht unter 41 Minuten zu bleiben, aber durch die aktuelle Grundbelastung nicht damit gerechnet dass das klappt. Also: alles wunderbar, Punktlandung 🙂

Finish
Finish auf dem Autobahnzubringer

Danach bin ich dann schnell über Leitplanken und Zaun geklettert um zurück auf den Parkplatz zu kommen, hab dort kurz verschnauft und schließlich gemütlich 6,5km nach Hause getrabt.
Ich hab mich selten so auf die Badewanne gefreut, Belohnung muss sein.

Jetzt erstmal weiter mit der Challenge, die anderen beiden Läufe der WLS finden im März und April statt.

Sturmschaden
Strassensperre wegen Sturmschaden

14 Kommentare

  1. Lieber Oliver,
    du machst es dir aber wirklich nicht einfach! Erst verschärfst du die Februarchallenge für dich und dann läufst du auch noch einen stürmischen ersten Winterlaufserienlauf! Wow!!
    Dass du bei deinem Tempo dann schlussendlich (fast) auf der Autobahn landest, ist für mich da nur die logische Konsequenz! 😀
    Gratuliere zu der super Zeit – planen kann man so eine Punktlandung ja kaum. Und weiterhin viel Spass beim Slotauffüllen! 🙂

    1. Wer zu spät einsteigt, braucht schärfere Regeln 😉
      Für den 10km Lauf hatte ich drei Tage (Fr.Sa.So.) zur Verfügung, ich hatte echt mit mir gehadert welchen ich nehme. Der Samstag war aber eine gute Wahl, lieber ein paar Sturmböen als (so wie heute) einen völlig verregneten Tag. Über den Tempo- und Autobahn-Zusammenhang hatte ich noch gar nicht nachgedacht, aber soooooo schnell war ich ja dann doch nicht.
      Danke sehr, ich werde alle Zeitslots voll bekommen, auch wenn es auf den letzten Drücker wird 🙂

  2. Schnell wie der Wind – äh Orkan – sag* ich doch ! Gratuliere zu deiner angestrebten und gelaufenen Zeit, manchmal muss es einfach sein, und da es dir ja nicht sonderlich schwerfällt, durch die Prärie zu rasen, hast du auch das geschafft !! Super !

    Das neue Laufjahr kann kommen, du bist gerüstet !! Pass trotzdem gut auf dich auf !

    Die derzeit sturm- und windfreie Ostsee lässt dich ganz ❤-lich grüßen

    1. Vielen vielen Dank, auch wenn es mehr „schnell mit dem Wind“ war 😉 Schwergefallen ist mir eigentlich nur den idealen Startzeitpunkt zu finden, aber einmal über die virtuelle Startmatte, danach läuft es sich wie von selbst. Obwohl meine Beine wirklich schon arg schwer waren.
      Ich bin immer noch gespannt was das neue Laufjahr so bieten wird, der Düsseldorf Marathon ist zb vorerst abgesagt.
      Hier stürmt es schon wieder, ich passe auf 🙂

  3. Lieber Oliver,
    super gemacht und den Wind auch noch eingebaut für deinen Winterlaufserien-10er! Da hatte ich gleich die Assoziation wie Doris und dein Unterbewusstsein, so ein flotter Renner gehört auf die Autobahn! 😉
    Ja, die stürmischen Tage aktuell machen es uns hier im Rheinland nicht ganz leicht mit der Lauferei. Da muss man seinen Slot gut wählen. Aber mit Slots bist du ja im Moment sehr in der Übung. Weiter gute NRFTW-Läufe!
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Vielen Dank! Auf die Autobahn laufen, das muss ich nicht noch mal, es sei denn wir hätten einen autofreien Tag. Zum Glück hat meine Uhr rechtzeitig das Ziel verkündet, ca. 700m später hätte ich wirklich ein Problem gehabt 😀
      Vor allem war es ungewohnt neben den vielen 10ern die ich grade im moderaten Tempo laufe, mal wieder richtig aufzudrehen. Mit den schweren Beinen der Nacht (3 Uhr Lauf) und dem Wissen für die Folgenacht (2 Uhr Lauf). Dazu noch der Sturm, es bleibt echt herausfordernd. Jetzt kommen 2 ruhigere Tage, danach dreh ich nochmal auf, wird wahrscheinlich eine Punktlandung mit dem letzten Lauf am 28.

  4. Lieber Oliver
    Autopilot und Lauftunnel – zwei Schlagwörter, die auf einen gelungenen Lauf hinweisen. Eine super u-41 Zeit, besonders wenn man die Strassensperre und den Wind einrechnet.
    Bestimmt wärst du noch schneller gewesen, wenn du den Wettkampf mit den anderen mitgemacht hättest, aber so geht’s ja auch. Sehr gut gemacht!
    Hut ab, dass du den Wicked-Challenge auch mitmachst. Finde ich super! Ich freue mich sehr auf deinen Bericht.
    Liebe Grüsse aus dem abendlichen Cape Town!

    1. Vielen Dank! Vorhin sprach mich ein Nachbar an (Triathlet), er hätte mich gestern am Rhein laufen gesehen und gegrüßt, aber ich sei voll im Tunnel gewesen, hätte ihn nicht erkannt. Tja, so war das dann wohl auch 🙂 Die größte Herausforderung war wirklich die Überwindung mitzumachen, obwohl mein Akku dank der Challenge ziemlich alle war. Aber irgendwo kommt immer noch Energie her wenn man sie braucht. Ein reales Rennen wäre vermutlich schneller gewesen, das stimmt.
      Als Challenge-Späteinsteiger hab ich mir die Regeln nochmal verschärft, damit es „spannend“ bleibt. Der Bericht folgt am 28. 🙂

  5. Lieber Oliver,

    Hut ab, nicht vor der tollen Performance, sondern auch vor deinem Ehrgefühl! – Hättest du den Lauf nicht auch als NRFTW-Lauf eintragen können(, oder hattest du diesen Slot schon)?

    Bewahre dir deinen Spaß und deine tolle Fitness. Es macht ja so ungeheuer Laune so dahin zu fliegen … ist nur bei mir schon eine ganze Weile her, sonst würde ich gerne mitfliegen! 😆 … und der Nachbar hat es hoffentlich nicht übel genommen?!

    Jetzt wünsche ich dir, dass du beides hinbekommst Challenge und Winterlaufserie, ohne dich zu sehr in (zeitliche) Schwierigkeiten zu bringen!

    Liebe Grüße Manfred

    1. Vielen Dank 🙂 Ich hatte natürlich überlegt den Lauf in einen Slot zu quetschen, aber: auch wenn ich auf eine PB verzichtet hab, die 45 Minuten werden ja nicht erreicht, passte also nicht. War aber ok, einfach fliegen macht ja auch so mehr als Spaß!
      Sowohl Challenge als auch Serie werden durchgezogen, ein guter Plan ist ein guter Plan 😉

  6. Lieber Oliver,

    10 km nicht in 45 Minuten laufen können geht mir genauso 😆

    Strammes Programm, nachts um Drei laufen, 10 km schnell rennen und noch um die 8 km ein- und austraben. Stark! Natürlich auch Deine 10iger Zeit. Gratuliere!

    Liebe Grüße
    Volker

    1. Vielen Dank! 🙂
      Der gesamte Februar ist mittlerweile ein überraschend strammes Programm, aber den 10km Lauf wollte ich gerne reinquetschen. Und bezogen auf den Tag war das eine durchaus anständige Zeit, ich bin zufrieden.

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