Den nehm ich dann auch noch mit

Dann also doch noch ein weiterer virtueller Lauf. Der Wings for life World Run ist ja ziemlich bekannt und beliebt. Normalerweise gibts massenhaft Veranstaltungen in allen großen Städten rund um den Globus, dieses Jahr hieß es für alle alleine mit App zu rennen.
Der virtuelle Countdown beginnt in Deutschland um Punkt 13 Uhr, dann einfach loslaufen und nach einer halben Stunde startet der (virtuelle) Besenwagen, das „Catcher Car“, von dem die Läufer Stück für Stück eingeholt werden und dann raus sind. Es gibt also keine klassische Ziellinie, sondern die Teilnehmer sollen so weit rennen wie möglich.
Soweit so gut. Ich hatte mich relativ spontan angemeldet, einfach weil ich eh Lust auf einen langen Lauf hatte, aber mich daher auch erst sehr kurzfristig mit den Voraussetzungen auseinander gesetzt. Ansonsten, null Vorbereitung für sowas. Im Gegenteil, die Woche hatte es vom Umfang her in sich, durch einige recht schnelle Waldläufe.

Punkt 1: Anmeldegebühren als Spende, check, gerne.
Punkt 2: Smartphone mitschleppen, da steh ich ja nicht so drauf.
Punkt 3: Kopfhörer mitschleppen um die „Audio Experience“ zu geniessen. Genau mein Ding …
Platz für den technischen Schnickschnack fand sich in der Laufweste, etwas Wasser musste ja sicherheitshalber mit auf den Weg, das Wetter meinte es plötzlich wieder sehr gut.

Den Countdown erklang in meiner App erstaunlicherweise nicht, aber spontan um 13 Uhr auf „Start“ drücken, das bekomm sogar ich hin.
Nach jedem Kilometer wird man über Kopfhörer mit der „Audio Experience“ beglückt, einerseits mit der Kilometerangabe und dann immer nochmal mit einem „tollen Spruch“. Das ging mir aber leider sehr schnell so sehr auf die Nerven, dass der Stöpsel für eine längere Zeit nicht mehr im Ohr war.
Eine bestimmte Strecke hatte ich nicht geplant, bin einfach (mal wieder viel zu schnell) drauf los, wollte irgendwie grob meine große Rheinrunde drehen und dann eventuell noch ein paar Runden vor der Haustür machen, bis mich der Besenwagen einsackt.
Die Runde wurde ausufernder und nachdem ich bei Kilometer 25 den Ohrstöpsel wieder reingedrückt hatte, wusste ich dass es etwa 27-28km werden könnten. Ich gebe zu, wahrscheinlich bedingt durch den Umfang in der ganzen Woche, wurden die letzten paar Kilometer schon schwerlich und etwas langsamer, über den halben Liter Wasser war ich jedenfalls sehr glücklich. Die letzten 1000 Meter meldet sich das Catcher Car immer öfter und man wird ganz gut über die Ziellinie geschickt.
Irgendwie hab ich es dann ernsthaft geschafft ca. 500 Meter vor meiner Haustür vom Catcher Car eingeholt zu werden, also wirklich eine perfekte Punktlandung.
Laut App bin ich 27,59km weit gekommen (nach meiner Laufuhr 28,75km) und hab knappe 2h18m gebraucht, damit bin ich sehr zufrieden.
Jetzt ist es aber wirklich erstmal Schluss mit virtuellen Läufen.

Das offizielle Ergebnis:
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Die Route:
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Grüne Strecke …
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… unendliche Weiten …
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… und wenig Wasser im Rhein
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16 Gedanken zu „Den nehm ich dann auch noch mit“

  1. Moin Oliver,

    von allen virtuellen Läufen, an denen ich nicht teilgenommen habe, hätte ich diesem noch am meisten abgewinnen können, weil an einem Stück gelaufen und mit dem Open End in gewisser Weise auch noch etwas spannend.

    Das Du Dich aber von Audio Experience und flotten Sprüchen nicht beglücken lassen wolltest, kann ich ja so gar nicht verstehen 😆

    Wie immer verdammt schnell unterwegs und satte Kilometer gesammelt, Glückwunsch dazu.

    Unendliche Weiten… genau mein Ding! 🙂

    Gute Erholung und eine gute Woche wünscht
    Volker

    1. Moin Volker,
      das mich einholende Ziel war tatsächlich auch ein Grund sowas mal zu versuchen. So richtig klar war mir nicht wie lange ich brauche, zumal ein paar kleine Foto-Gehpausen dabei waren, aber mit irgendwas zwischen 25 und 30 hatte ich mich schon angefreundet. Stöpsel im Ohr zu haben und dann noch diese (teilweise peinliche) Audio-Beschallung war echt nervig, das mache ich nicht nochmal.
      Hat trotzdem Spaß gemacht, das Wetter war toll und meine Laufstrecke war bis auf einen Punkt schön leer.
      Danke und ebenfalls eine gute Woche!

  2. Lieber Oliver,
    sa denke ich mir doch, dass das ein virtueller Lauf war, der Dir liegen könnte. Ich hatte mir das zwar vorher auch angesehen und Teilnahme überlegt. Nachdem ich mir aber die Zeitschiene angeschaut habe, wann bei welchem Tempo man etwa eigengeholt werden würde, hatte ich dann aber doch irgendwie keine Lust auf so eine Hetze, die es ja auch ein Stück weit werden würde. Wobei das aber keine Kritik am Konzept ist, das finde ich pfiffig. Nur mir war nicht danach…
    Ich finde Deinen Lauf aber super, herzliche Glückwünsche!
    Derzeit lassen sich manche Laufveranstalter ja etwas einfallen, finde ich gut! In Monschau basteln sie ja auch an etwas, bin gespannt.
    Einen weiteren virtuellen Lauf gibt es nächsten Samstag, den Grand Prix von Bern: http://www.gpbern.ch/de/home. Das könnte Dir auch gefallen. Fester Zeitpunkt, feste virtuelle Strecke. Ich überlege noch. Denn die Atmosphäre in Bern ist unvergleichlich (habe da ja mehrere Posts zu) und das Streckenprofil mit einigen fordernden Anstiegen, vor allem der Hügel bei km 15 ist sehr markant…! Ob man das Gefühl in die rheinische Tiefebene transferieren kann? Vielleicht magst Du das testen?
    Liebe Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,
      ich kenne diesen Lauf schon seit Jahren, bin aber genau wegen der Menschenmengen dort nie gestartet. Dieses Jahr wurde ich dann kurzfristig daran erinnert und dachte mir so „hast ja nix zu verlieren“, also ab dafür. Abgesehen vom mal wieder viel zu schnellen Start, war der Rest keine Hetze, nichtmal die letzten Meter, vielleicht auch weil ich die blöden Ohrstöpsel rausgenommen hatte und den schönen Tag genossen hab.
      Der Berner Lauf wäre ja wieder mit Stöpsel … arg, eigentlich klingt das alles toll, aber mal schauen ob ich das wirklich will! Bei eventuellen Hügeln wäre ich jedenfalls klar im Vorteil 😉
      Vielen Dank!

  3. Lieber Oliver, von dieser Veranstaltung habe ich bereits im Netz erfahren, konnte mir das nicht so richtig vorstellen, DANK deines Versuches weiß ich nun auch, was Sache ist.

    Ehrlich gesagt, das wäre ganz sicher nichts für mich, beim “ richtigen “ Lauf dabei zu sein, eine nette Herausforderung für, aber mit Kopfhörern und irgendwelchen Mist zugedröhnt zu werden, würde mir das Laufen auch vermiesen.

    Du hast es naturgemäß bravurös durchgestanden, schneller Hirsch, wohin soll das führen ? 😉 ABER es ist für eine gute Sache, und dann lohnt es sich allemal !

    Ich geh dann mal laufen – ohne Ohrstöpsel, die ich im übrigen noch NIE getragen habe und wohl auch nie tragen werde.

    1. Liebe Margitta,
      es war am Ende eine nette Erfahrung ohne allzuviel Hektik, das Konzept ist irgendwie schon ziemlich reizvoll. Beim Tempo wäre wohl sogar noch was gegangen, wenn die Tage vorher nicht schon so reingehauen hätten. Aber darum ging es ja nicht, sondern einfach für eine gute Sache dabei sein.
      Die Ohrstöpsel sind aber wirklich nicht mein Ding, das weiß ich jetzt hunderprozentig. Und noch viel weniger diese „coolen Sprüche“ zwischendurch, das bremst mich statt zu motiveren, keine Ahnung wer auf sowas steht.
      Danke und viel Spaß beim Laufen am Meer ohne Stöpsel!

  4. Lieber Oliver,
    herzlichen Glückwunsch, du hast mitgemacht und das für einen guten Zweck. Und bist auch ziemlich weit gekommen.
    Mich schreckt bei sowas tatsächlich das technische Equipment ab. Wobei man für eine gute Sache auch schon mal mit Handy in der Tasche laufen kann 🙂
    Auf jeden Fall eine starke Leistung und das so ganz ohne vorheriges Tapering und Erholung.
    Daumen hoch!
    Liebe Grüße
    Helge

    1. Liebe Helge,
      rückblickend bin ich tatsächlich recht weit gekommen, obwohl die Beine noch etwas schwer waren von den hügeligen Tagen davor. Aber das Wetter war toll, es hat Spaß gemacht (abgesehen von den blöden Ohrstöpseln) und alles für einen guten Zweck. Da gibts keine weiteren Klagen, dank Laufweste konnte das doofe Handy ja auch verstaut werden 🙂
      Vielen Dank!

  5. Lieber Oliver,

    da zählt nun wirklich nur das „Dabeisein“ für einen guten Zweck, wobei ich auch da meine Zweifel habe
    Tolles Ergebnis für Dich auf jeden Fall und umso besser, dass der Wettkampfgedanke gar keine Rolle gespielt hat. Der technische Schnickschnack ist ja wohl ein notwendiges Übel, aber die Diskrepanz der Streckenmessung eklatant

    Ich wünsche Dir eine gute Erholung und hoffentlich dann bald wieder ein realer Lauf

    Salut

    1. Lieber Christian,
      Spendengelder haben leider immer wieder einen fahlen Beigeschmack, speziell bei so großen Veranstaltungen und diesem übergroßen Initiator. Zumal mir dessen politische Gesinnung absolut nicht schmeckt, auch ein Grund wahrscheinlich nicht noch mal anzutreten. Aber diesmal hat es trotz notwendigem Technikgedöns Spaß gemacht, ich hab mal wieder was gelernt und amüsiere mich über die gemessenen Streckenunterschiede. RubiTrack hat mir übrigens noch ein paar Meter mehr geschenkt, aber das kennst du wahrscheinlich auch.
      Danke dir! Die nächste Zeit geht es überwiegend in den Wald, ich muss mal Höhenmeter sammeln 🙂

  6. Lieber Oliver,

    alle Achtung, nach einer umfangreichen und schnellen Woche noch solch einen Lauf draufzusetzen! 😉 Bist gut im Saft, momentan!

    Ich hätte vor einigen Jahren mal die Chance gehabt hier vor Ort mitzulaufen, ging doch mal die Streckenführung direkt durch Darmstadt. Leider habe ich es zeitlich nicht hinbekommen, habe aber Schüler als Helfer rekrutiert. Von der Idee her ist es auf jeden Fall mal was anderes!

    Aber mit Stöpsel im Ohr, habe ich mal probiert, ist auch überhaupt nicht meins! Da kann ich dich super verstehen und dann noch blöde Sprüche, nee!

    Ein Handy habe ich allerdings immer dabei! Nach meinem blöden Fahrradsturz ist es für meine Frau ein beruhigendes Moment!

    Viel Spaß beim Fliegen weiterhin und sammel fleißig Höhenmeter, macht ebenfalls sehr viel Spaß!

    LG Manfred

    1. Lieber Manfred,
      ich hab für Notfälle fast immer ein Handy dabei, aber nicht mein Smartphone, sondern so ein kleines leichtes unverwüstliches wetterfesten Tastending mit Prepaidkarte. Man lernt ja aus seinen Unfällen 😉 Aber das Ding ist halt zum telefonieren da, mehr kann es nicht. Mit Smartphone zu rennen macht mich irgendwie „erreichbarer“, da hab ich keine Lust zu. Und Stöpsel… wie gesagt, das ist nichts für mich.
      Bin mal gespannt was die nächstes Jahr mit dieser Veranstaltung machen, könnte mir vorstellen dass der virtuelle Teil nochmal viel stärker wird.
      Ich fliege weiter, danke!

  7. Lieber Oliver,
    gratuliere zu deinem super Ergebnis! Das hat ja super geklappt mit deiner Streckenführung und dem eingeholt werden. Besser gehts nicht! 😀 Und die Strecke schaut richtig toll aus.
    Dass dir die Sprüche nicht behagen, versteh ich gut. Ich habe gar nicht erst eingestöpselt, weil ich die Kilometerangaben ja eh auf der Uhr hatte und der Rest für mich heuer nur nebensächlich war. 🙂

    1. Liebe Doris, vielen Dank, ich bin so in der Nachbetrachtung auch echt sehr zufrieden. Überwiegend eine schöne Strecke (ok, den Stadt-Anteil hab ich nicht fotografiert), ungewolte eine perfekte Route, dazu gute Kilometerzahl … dafür dass ich sowas noch nie gemacht hab, ist es gut gelaufen. Du bist ganz ohne Stöpsel gelaufen, eine gute Entscheidung, sollte es ein nächstes mal geben, dann mach ich das auch so.

  8. Hi Oliver,

    Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, einen ordentlichen Lauf hast du da hingelegt. Ich wusste gar nicht, dass es solch spezielle virtuelle Läufe gibt. Ich habe auch überlegt, an dem ein- oder anderen Cyber-Run mitzumachen, dachte aber dann: „Nope!“ Wobei, probieren würde ich es gerne mal, es hat aber irgendwie immer etwas nicht gepasst. Ich bin wie du auch sehr gerne reduziert unterwegs, also am liebsten ohne Smartphone und Ohrstöpsel…

    Liebe Grüße
    Martin

    1. Hi Martin und vielen Dank!
      Ehrlich gesagt wollte ich den Wings for life schon immer mal mitmachen, aber genau das was jetzt „normal“ ist, nämlich nur mit App zu laufen, hat mich immer davon abgehalten. War trotzdem eine schöne Erfahrung, wenn man sich erstmal mit App und Stöpsel arrangiert hat, dann ist es eben ein schöner langer Lauf bei (in meinem Fall) besten Wetter 🙂 Es gibt ja immer mehr virtuelle Läufe, versuchs doch einfach mal, zu verlieren gibts ja nichts (ausser ein paar Daten…).

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